In Week 3 der NFL Saison 2024 empfingen die Seattle Seahawks die Dolphins aus Miami, die ihre Anreise von über 4.000 Kilometer ohne ihre Star-QB Tua Tagovailoa in der Startformation machen mussten. Sein Ersatzmann, QB Skylar Thompson, ist zwar kein Spieler mit großem Namen; Seattle hatte in der Vergangenheit aber des Öfteren Probleme mit Backup-Quarterbacks. Trotz der Favoritenrolle nach dieser Entwicklung sowie dem 2-0 Start und dem Sieg in New England war also nicht von einem geschenkten Sieg auszugehen. Zudem hatte Miami mit dem WR-Duo Hill-Waddle wohl eines der stärksten Tandems auf dieser Position in der gesamten NFL. Demgegenüber stand eine Verteidigung, die bisher sechstwenigsten gegnerischen Receiving Yards zugelassen hatte. Es war also von einem interessanten Spiel auszugehen, vor allem auch weil das altbekannte Duell „Metcalf vs. Ramsey“ ins nächste Kapitel ging.
Mit einem Record von 2-0 lässt es sich zu Hause befreit aufspielen. Da macht es auch nichts, dass mit den Miami Dolphins ein Team kommt, das letztes Jahr in den Playoffs am Super Bowl Champion aus Kansas City gescheitert ist. Die Dolphins stehen aktuell 1-1 und müssen sich von einer 10:31-Niederlage gegen die Buffalo Bills erholen. Dort geriet Miamis sonst starke Offensive ins Stocken und fand überhaupt nicht ins Spiel. Am Ende waren drei Interceptions das Resultat des Abends.
In Week 2 trafen im Nordosten der USA bei hochsommerlichen Temperaturen zwei 1-0 Teams aufeinander, die beide mit jeweils einem jungen Head Coach die neue Saison gingen. Doch von dem Glanz vergangener Tage und Aufeinandertreffen war logischerweise nicht mehr viel übrig geblieben. Dennoch haben (insbesondere in Deutschland) sowohl die Seattles Seahawks, als auch die New England Patriots noch eine große Strahlkraft auf die Footballfreunde. So gab es vor dem Matchup einige Fragen: Reichte das für ein ansehnliches Spiel? „elches Team würde mit zwei zu null Siegen perfekt in die Saison starten? Lagen die Baustellen aus der Vorwoche gegen die Broncos bei den Seahawks weiter in der Offensive und speziell in der O-Line?
Patriots am Horizont! So oder so ähnlich dürfte der Ausblick von Head Coach Mike Macdonald und den Seattle Seahawks sein, wenn sie am kommenden Sonntag nach New England fliegen. Denn dort wartet in Week 2 der NFL-Saison 2024 ein Super Bowl XLIX-Rematch im Gillette Stadium. Doch anders als noch vor zehn Jahren treffen dabei nicht zwei Trainer-Legenden, der beste Quarterback aller Zeiten und eine All Time-Defense aufeinander, sondern zwei Rookie-Cheftrainer mit jeweils einem jungen, hungrigen Team.
Ein letztlich verdienter Auftaktsieg für Mike Macdonald und die Seahawks steht am Ende des Spiels gegen die Denver Broncos. Das Team aus dem Pacific Northwest startet mit 1-0 in die Saison – das gibt Vertrauen, Ruhe und Rückenwind. Einige klare Baustellen gibt es zu benennen, aber vor allem die Anpassungen zur Halbzeit passten und lassen das Coaching in gutem Licht stehen.
Endlich geht es wieder los und das Warten hat ein Ende! Und wie könnte man die neue Saison besser starten als mit einem Heimspiel? Genau, in Throwback Trikots. Und wenn beides zusammentrifft, dann steht doch einem erfolgreichen NFL – Debüt von Headcoach Mike Macdonald und seinem neu formiertem Team nichts mehr im Wege? Oder erweisen sich die Denver Broncos mit Ex-Oregon Ducks QB Bo Nix bei seiner Premiere als Stolperstein?
Sich über die Siege der Seattle Seahawks freuen und dabei Gutes tun: mit der Saison-Spende 2024 ist das möglich! Die Aktion geht nun in das verflixte siebte Jahr! Auch in der Spielzeit 2024 sind die German Sea Hawkers e.V. mit ihrer Spenden-Sammelaktion für Mitglieder und solche, die es werden wollen mit dabei. Pro Sieg unserer Lieblingsmannschaft spendet jeder Teilnehmer eine bestimmte Summe (je nach Kategorie) für die gute Sache.
Der gesammelte Endbetrag wird zu 100 Prozent für dem Fanklub nahestehende Hilfsorganisationen (mehr Infos hier) eingesetzt. Im vergangenen Jahr konnten wir trotz einer am Ende recht durchwachsene Saison der Seahawks einen Betrag von 1.395 Euro sammeln. Vielen Dank an alle Mitglieder die uns aber vor allen die Hilfsorganisationen (Aufteilung siehe unten) unterstützt haben. Durch eine Aufrundung von Seiten des Vereins konnten somit für diese Saison 1.647 Euro an die gemeinnützigen Organisationen ausschütten.
Was muss ich tun?
Ganz einfach: Wähle aus den Kategorien aus, registriere dich über unser Formular für die Saison-Spende 2024, schreie die Seahawks von Sieg zu Sieg und spende am Ende der Saison Deinen Betrag.
Welche Kategorien gibt es?
Du kannst aus fünf verschiedenen Kategorien auswählen:
3rd Down (3rd): 3 € pro Seahawks-Sieg
Michael Dickson (Aussie Rules): 4 € pro Seahawks-Sieg
Jason Myers (Kick it like Myers): 5 € pro Seahawks-Sieg
Geno Smith (Coin Tosser): 7 € pro Seahawks-Sieg
12. Mann (12): 12 € pro Seahawks-Sieg
Wofür wird das Geld aus der Saison-Spende 2024 eingesetzt?
Verschiedene gute Zwecke aus unterschiedlichen Bereichen wurden vom Vorstand ausgewählt und bei der Mitgliederversammlung beschlossen. Sie werden vom Verein regelmäßig finanziell unterstützt. Am Saisonende wird je nach finalem Betrag vom Vorstand des Fanklubs entschieden, ob das Geld an mehrere Zwecke verteilt wird oder nur einem einzelnen zugute kommt. Einfluss darauf hast Du, indem Du im Formular unverbindlich Deinen favorisierten Zweck angibst.
Die in der vergangenen Saison erreichten 1.647 Euro wurden folgendermaßen aufgeteilt und gespendet:
Das kommt auf zwei Faktoren an. 1) Welche der fünf Kategorien wählst Du aus. 2) Wie oft gewinnen die Seahawks in der Saison 2024, also in der Regular Season und Postseason. Den Spielplan für die anstehende Runde findest Du hier. Die Summe kann sich also zwischen minimal 0 Euro – das hoffen wir natürlich im Interesse der Seahawks und dem guten Zweck zuliebe nicht – und bei Kategorie 5 und insgesamt 21 Siegen (17xRegular Season, 4xPlayoffs) maximal 252 Euro liegen.
Was habe ich von der Saison-Spende 2024?
Natürlich primär die Ehre, etwas für die gute Sache zu tun. Aber eine Kleinigkeit gibt’s trotzdem von uns: Unter allen bis zum 2. Spieltag angemeldeten TeilnehmerInnen verlosen wir zu Beginn der Regular Season die folgenden fünf Fanartikel:
Wie beteiligt sich der Verein an der Saison-Spende 2024?
Die German Sea Hawkers e.V. stellen einen Großteil der Fanartikel zur Verfügung und runden zudem den Endbetrag auf.
Wie läuft das jetzt genau ab?
Nach der Registrierung per E-Mail tragen wir dich in die Übersicht der SpenderInnen ein. Du bekommst anschließend keine separate Bestätigung mehr per E-Mail. Woche für Woche aktualisieren wir dann den Spendenstand, hoffentlich dank vieler Seahawks-Siege so gut wie jede Woche. Am Ende der Saison, ob das im Dezember oder erst im Februar sein mag, wird final abgerechnet. Dann fordern wir alle mit einer persönlichen E-Mail zur Saison-Spende des gesammelten Betrages auf. Die Bezahlung ist per PayPal oder Banküberweisung möglich. Über die genaue Verteilung der Spendengelder wird in den darauffolgenden Wochen durch den Vorstand entschieden. Alle SpenderInnen werden dabei laufend informiert.
Zeit für Season Predictions, denn genau heute in einer Woche starten die Seattle Seahawks in die NFL-Saison 2024. Doch was ist in der Regular Season (und vielleicht auch in den Playoffs) von der Truppe aus dem Pacific Nothwest zu erwarten? Wie wird sich das neue Coaching-Team um Cheftrainer Mike Macdonald und seine Coordinators wie Aden Durde etablieren? Welche der jungen Spieler, wie CB Devon Witherspoon oder Top-Rookie Byron Murphy werden aus der Mannschaft herausstechen? Und was haben die Veteranen um QB Geno Smith oder WR Tyler Lockett noch im Tank?
Sein Name eilt ihm voraus und doch muss sich Jay Harbaugh, Sohn des neuen Los Angeles Chargers Head Coach, Jim Harbaugh, seine Meriten in der NFL erst noch verdienen. Der 35 Jahre alte Kalifornier wechselte, wie die beiden anderen Koordinatoren auch, im Februar im Zuge des Trainer Bebens als Special Team Coordinator in den pazifischen Nordwesten aus Michigan zu den Seahawks. Den Wolverines diente er seit 2021 in ebenjener Position und muss gleich in seiner ersten Saison in der NFL die neue Return Regel erfolgreich adaptieren sowie eine bereits in den vergangenen Jahren erfolgreiche Einheit weiter verbessern.
Nach dem zweiten Preseason Spiel in der Nacht von Samstag auf Sonntag bei den Tennessee Titans mag der ein oder andere Seahawks-Fan womöglich enttäuscht von der knappen 15:16-Niederlage sein. Das Ergebnis spielt schlussendlich jedoch keine Rolle, ist schnell wieder vergessen und ohne Kontext ohnehin nur wenig aussagekräftig. Backups durften sich beweisen, Chemie zwischen Mitspielern wurde geschaffen und Neues ausprobiert. Dabei hat die Organisation immer das Ziel vor Augen, die richtigen Entscheidungen für die kommende Saison zu treffen und sich spielerisch bestmöglich vorzubereiten. Folgend soll das Spiel daher in einen Kontext gebracht und interessante und erkenntnisreiche Beobachtungen (ohne Anspruch auf Vollständigkeit) geteilt werden.
Die Seahawks Defense wurde vor der NFL-Saison 2024 komplett umgekrempelt. Bis auf Karl Scott wurde der komplette Coaching Staff nach dem Aus von Head Coach Pete Carroll komplett umgekrempelt. Dazu zählen nach der Unterschrift von Mike Macdonald auch sämtliche Top-Assitenztrainer und so heißen die Koordinatoren jetzt Ryan Grubb, Jay Harbaugh und Aden Durde.
Das Ergebnis (16:3) ist irrelevant, viele Szenen sind nur bedingt aussagekräftig – und dennoch liefert auch die Saisonvorbereitung 2024 einige spannende Erkenntnisse über den Fortschritt der Mannschaft aus dem Pacific Northwest. Deshalb folgen hier nun ein paar Beobachtungen und Szenen (ohne Anspruch auf Vollständigkeit) vom ersten Preseason Spiel der Seattle Seahawks in einem spärlich gefüllten SoFi Stadium. In der Nacht von Samstag auf Sonntag war das Team von Head Coach Mike Macdonald hier bei den Los Angeles Chargers zu Gast.
Alles neu in der Seahawks Offense 2024 – zumindest was den Coaching Staff angeht. Denn mit dem Aus von Head Coach Pete Carroll und der Einstellung von Mike Macdonald wurden bis auf Defensive Passing Game Coordinator Karl Scott auch alle Assistenztrainer ausgetauscht. Neu am Steuer sind jetzt unter anderem als Koordinatoren: (unter Anleitung von Coach Mac) Aden Durde, Jay Harbaugh und Ryan Grubb.
Die ersten zwei Wochen im Training Camp sind um – und ehe wir in den kommenden Wochen einen genaueren Blick auf die einzelnen Units werfen, haben wir hier einen kleinen Überblick zusammengestellt. Was sieht das erste Camp unter dem neuen Head Coach Mike MacDonald aus? Welche Dinge fallen besonders positiv auf? Und was gefällt vielleicht nicht ganz so gut?
Training Camp: Pete Carroll, wer?
Bei vielen Fans der Hawks galt Mike MacDonald schon vor seiner Berufung zum HC als absoluter Wunschkandidat, weil sich der frische Wind, den er qua seines Alters mitbringt, auch in seinem Playcalling wiederfindet. Viele haben ihn für die absolute Gegenthese zu Pete Carroll gehalten, bei dem gerade in den ersten Einheiten der neuen Saison eher die Gleichung Vibe > Taktik galt.
Die ersten Tage im Training Camp zeigen: Neben seiner taktischen Finesse kann MacDonald aber auch in puncto Vibe überzeugen. Auch unter ihm läuft Musik, die Stimmung ist gut; alle Beteiligten haben ein Lächeln auf den Lippen und zeigen ihre -nicht selten diamantbesetzten Zähne in die Kameras. Dazu gibt es stellenweise mal einen kleinen Gag in Interviews (nicht selten vom HC selbst, aber dazu später mehr) und als Highlight bekommt täglich ein Mitglied der Unit, die die jeweilige Session im Training Camp gewonnen hat, einen Championship Belt der Wrestling-Promotion TNA.
Offense won today. So the owner of the team’s championship belt is Charles Cross pic.twitter.com/ENACiK1fnz
Training Camp: Highlights, Verwunderliches und Philosophie – das Positive
Schon in den ersten Einheiten im Pacific Northwest wurde klar, dass eine Unit bei den Seahawks das Potenzial hat, zu einem der besten der Liga zu gehören: die Wide Receiver. Highlight-Catches von Jake Bobo, One-Hander von DK Metcalf oder Jaxon Smith-Njigba und dazu viel Interview-Charme von Tyler Lockett. Die Jungs machen im Training Camp jetzt schon einfach Spaß.
Apropos Interviews. Wie auf dem Feld hat Devon Witherspoon auch vor dem Mikrofon immer eine schlagfertige, passende Antwort parat. Auf die Frage, wie man die schwache defensive Performance bei 3rd Downs in der kommenden Saison steigern möchte, lieferte er eine recht einfache Antwort. Aber seht selbst:
Very detailed and correct answer from Spoon on how we get better on 3rd downs pic.twitter.com/nWWc792koA
Eine Frage, die man sich nach den ersten Einheiten im Training Camp stellen kann: Wäre Mike MacDonald vielleicht auch ein guter Philosoph geworden? Bei einem Gehalt von schätzungsweise 9 Millionen US-Dollar hat er sicherlich die richtige Entscheidung getroffen, aber die Karriere in der „brotlosen Kunst“ wäre sicher auch nicht ganz erfolglos. Hier ein paar Highlights:
„It´s a lot of fun. We are out here, playing football, we´re the Seattle Seahawks […] it´s tough to beat“ (Es macht eine Menge Spaß. Wir sind hier draußen und spielen Football, wir sind die Seattle Seahawks […] das ist schwer zu schlagen.)
„It´s like christmas out here, special. It´s a blessing to be out here with a bunch of really cool people.“ (Es ist wie Weihnachten hier draußen, etwas Besonderes. Es ist ein Segen, hier draußen, mit einem Haufen wirklich cooler Leute zu sein.)
Training Camp: Verletzungen & Pete-Sehnsucht – das Negative
Dass Abe Lucas nicht aktiv am Training Camp partizipieren würde, war von vornherein klar. Die von Pete Carroll bereits in der vergangenen Saison als chronisch bezeichnete Knieverletzung verdammt den Right Tackle der Seahawks dazu, von der Seitenlinie zuzuschauen. Zwar wurde er im Januar operiert und ist seitdem auf der PUP-Liste (was bedeutet, dass er theoretisch zur Regular Season wieder am Start sein sollte). HC Mike MacDonald wirkt jedoch wenig optimistisch und spricht von unklaren Zeitplänen: „Tough with Abe Lucas. It´s a process right now. No time table, trying to get there as fast as we could. I hoped it would go a little faster.“ (Schwierig, mit Abe Lucas. Es ist ein Prozess. Wir haben keinen Zeitplan und versuchen, so schnell wie möglich dorthin zu kommen. Ich hatte gehofft, es würde etwas schneller gehen.)
Zu Lucas auf die Seitenlinie wird sich Quarterback Geno Smith gesellen. Einige Beschwerden an Hüfte und Knien sollen genauer untersucht werden, weshalb der 33-Jährige auf unbestimmte Zeit („out indefinitely“) ausfällt. Einem Veteranen wie Geno ist das sicherlich nicht allzu schlimm, dennoch wird ihm die Eingewöhnungs- und Einspielzeit im neuen Scheme von Offensive Coordinator Ryan Grubb zwangsläufig fehlen. [UPDATE: Mittlerweile hat sich herausgestellt, dass die Verletzung nicht so schlimm ist, Geno trainiert schon wieder mit]
Trotz all dem Hype um Mike MacDonald fehlt einer dann doch an der Seitenlinie: Keine charmanten Auftritte mit lässiger Pilotenbrille mehr, kein von Erfahrung gezeichnetes Grinsen und die fehlende mireißende Art – Pete Carroll vermissen die meisten eingefleischten Seahawks-Fans wohl schon ein bisschen. Wie zu erwarten taucht Carroll nicht am VMAC auf, begrüßt keine Fans und redet nicht mehr mit Reportern. Erinnert sei hier noch einmal an die Vielzahl der cringe-würdigen Momenten, in denen er als über 70-jähriger Coach neben den 40 bis 50 Jahre jüngeren Spieler hergelaufen ist, mit ihnen gejubelt und gefeiert hat. Hach, Pete! Wer erinnert sich nicht gern an die QB1-Momente aus dem Training Camp im vergangenen Jahr?
Das war unser Rückblick auf die ersten Tage im Training Camp. In den kommenden Wochen nehmen wir Offense, Defense und Special Team dann in gewohnter Manier etwas genauer unter die Lupe. Was macht der neue Coaching Staff aus Geno, DK und Co? Kann Mike MacDonald die Defensive wieder zu einer Stärke der Seahawks formen? Und wie kommen die Hawks mit dem neuen Kickoff in der NFL zurecht? Das erfahrt ihr bei uns!
Aller guten Dinge sind… zwei? Nach dem Pick von Nehemiah Pritchett bedienten sich die Seattle Seahawks erneut in der Secondary von Auburn. Mit Pick 192 und der sechsten Runde des NFL Drafts wählte man einen weiteren Cornerback für die von Mike Macdonald geleitete Defensive.
Ein Pick für die Tiefe oder ein Herausforderer für das vorhandene Personal? Das erfahrt ihr hier.
Michael Jerrell ist ein Seattle Seahawk. Als General Manager John Schneider den 24-Jährigen am dritten Tag des NFL Drafts 2024 anrief, um ihm mitzuteilen, dass er nun an 207. Stelle ausgewählt wurde, antwortete der O-Liner kurz und knapp: „Oh s**t! For real?“ Schaut man sich den Werdegang von Offensive Tackle Michael Jerrell in der NFL an, verstehen wir 12s, warum er so reagierte. So ging Jerrell zwar in Ohio aufs College, allerdings nicht für das Powerhouse der Buckeyes, sondern für die University of Findlay. Und wer sich jetzt fragt, warum die Spiele dieser Uni in Deutschland noch nie im Fernsehen zu sehen waren, bekommt hier eine einfache Antwort. Die Oilers sind ein Team der Division 2, spielen also sozusagen in der zweiten US-College-Liga.
Warum Michael Jerrell nun der achte und letzte gedraftete Rookie des Jahrgangs 2024 in Seattle ist, dürften ausgerechnet die regionalen Scouts der Seahawks beantworten. Denn die letzten Runden des Drafts sind in der Regel die der Scouts. Ihre Stunde schlägt, wenn die besten Talente, die im Herbst Wochenende für Wochenende für die Michigan Wolverins oder die Alabama Crimson Tide vor einem Millionenpublikum spielen, bereits weg sind. Schließlich sind die Scouts der NFL-Teams dann auch an den kleinen Colleges unterwegs, um talentierte Rohdiamanten zu finden, die einer Franchise spät im Draft einen hohen Wert für die geringe Investition eines späten Picks versprechen. Spieler wie Michael Jerrell.
Mit Byron Murphy und Christian Haynes ließen die Seattle Seahawks bereits Taten zu ihren Worten folgen, die sogenannten Trenches zu verstärken. Und auch an Tag 3 des NFL Draft 2024 wurde davor kein Halt gemacht.
In Runde 6 wählte man Sataoa Laumea von der Universität Utah aus. Laumea, der im College sowohl Right Guard als auch Right Tackle spielte, soll die Offensive Line der Seahawks verstärken. In der NFL wird er für die Position des Guard vorgesehen, dies bestätigte das Team bereits und auch er selbst sieht sich auf dieser Position. Damit findet ein weiterer Spieler für die Interior Offensive Line den Weg zu einem Team, in dem bisher weder Tiefe noch Spitze auf dieser Position vorhanden war.
Noch ein Cornerback! Nehemiah Pritchett aus Auburn wurde an Position 136 von John Schneider und co. ausgewählt und verstärkt künftig das Defensive Back Corps. Ehrlicherweise muss man sagen: gar so schlecht sind die Erfahrungen mit Cornerbacks aus der jüngsten Vergangenheit nicht gewesen.
Schaut man sich das vorhandene Spielermaterial der Seahawks an, von Devon Witherspoon, Riq Woolen und co., dann wird schnell deutlich, warum sich die Seahawks nochmals auf dieser Position verstärkt haben. Nehemiah Pritchett bringt Skills mit, die der Passverteidigung der Seahawks die notwendige Vielseitigkeit geben sollen, auch wenn in manchen Bereichen noch „Luft nach oben“ ist…
Ein blockstarker Tight End, gedraftet von den Seahawks in Runde 4? Da denken einige eingefleischte Seahawks-Fans vermutlich an den 2018 gedrafteten Will Dissly. Mit dem 121. Pick in Runde 4 sorgte John Schneider mit der Wahl des amtierenden College Football Champions A.J. Barner für ein Deja-Vu. Der blockstarke Tight End von der University of Michigan scheint der Ersatz für den im März entlassenen Dissly zu sein. Auch der Abgang von Tight End Colby Parkinson zum Divisionsrivalen LA Rams riss eine Lücke im Blocking Game auf.
Mit Barner ging zu diesem Zeitpunkt im Draft der siebte Tight End vom Board. Dies erschien vielen womöglich etwas früh. Vor allem wenn man bedenkt, dass Barner am Consensus Big Board lediglich auf Position zehn zu finden war und namhaftere Tights Ends wie Cade Stover oder Jaheim Bell noch verfügbar waren. Barner bringt jedoch ein Skillset mit, das ihn für viele Experten zum besten Blocking Tight End im Draft machte. Das macht es definitiv interessant, diesen Prospect noch etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.