See A Hawk 2024: D.J. James

See a Hawk 2024 DJ James

© Justin Ford/Getty Images

Aller guten Dinge sind… zwei? Nach dem Pick von Nehemiah Pritchett bedienten sich die Seattle Seahawks erneut in der Secondary von Auburn. Mit Pick 192 und der sechsten Runde des NFL Drafts wählte man einen weiteren Cornerback für die von Mike Macdonald geleitete Defensive.

Ein Pick für die Tiefe oder ein Herausforderer für das vorhandene Personal? Das erfahrt ihr hier.

In der Rubrik „See A Hawk“ stellen wir in unregelmäßigen Abständen Spieler der Seattle Seahawks – oftmals Draft-Neuzugänge – etwas genauer vor.

D.J. James, Cornerback

Kurzinfos:

  • Alter: 23 Jahre (3. März 2001)
  • College: Auburn (2022 bis 2023)
  • Größe: 180 cm
  • Gewicht: 79 kg
  • Draft: 6. Runde, Pick #192

College-Statistiken (2023):

  • Spiele: 12
  • Tackles: 38
  • Tackle for Loss: 3,5
  • Pässe verteidigt: 12
  • Interception: 1

Werdegang von D.J. James

Als jüngster von drei Geschwistern wurde D.J. James in Mobile, Alabama, dem Standort des jährlich stattfinden Senior Bowls, geboren. Als drei Sterne-Rekrut sammelte er dabei viele Angebote von namhaften Colleges ein. James bekam Angebote für Stipendien von Ole Miss, UAB, Mississippi State, Nebraska, Oregon, Tennessee und den alterwürdigen Alabama Crimson Tide. Trotz der zahlreichen Offerten entschloß er sich im letzten Moment für die Oregon Ducks zu spielen.

Nach drei Spielzeiten in Oregon und nachdem der zuständige Head Coach Mario Cristobal einen Job in Miami annahm entschloß sich James ins Transfer Portal zu gehen. Er besuchte die Wirkungsstätte seines ehemaligen Head Coaches in Miami, nahm aber stattdessen das Angebot von Auburn an, auch um näher an seiner Heimat zu sein. Er nutzte dabei die zusätzliche Spielgenehmigung durch die Pandemie, um sein fünftes Jahr am College zu bleiben. Er machte seinen Abschluss in Soziologie im Dezember 2023 und akzeptierte auf dem Weg in den NFL Draft die Einladung zum Senior Bowl 2024, bei der er in seiner Heimat vor den NFL-Scouts vorspielen durfte.

Videoanalyse zu D.J. James

In seiner College-Karriere spielte James in einer sehr zone-lastigen Defensive. Er führte die Auburn Tigers in seinen beiden Saison in abgewehrten Pässen an. Zweifelhafte Bekanntheit erlangte D.J. James im letzten Play gegen Alabama, als er beim Stand von 24-20 für seine Tigers bei 4th & Goal von der 31-Yard-Linie den Touchdown für die Crimson Tide zuließ:

Hier entblößte er eine seiner Schwächen: Während des Plays verliert er häufig den Ball völlig aus den Augen und ist so anfällig für solche Pässe über ihn herüber.

Dazu arbeitet er sehr viel mit den Armen und Händen am Gegenspieler, was ihn anfällig für Strafen machen kann. James ist ein recht schmal gebauter Cornerback. Dadurch ist er leichter zu blocken – auch, weil er keine gute Technik hat, um sich von Blocks zu lösen.

Größte Stärke von D.J. James

Die größte Stärke von James ist sein Timing am Catch-Point, was er unter anderem auch dadurch unterstreicht, dass er bei Auburn zwei Jahre in Folge das Team in abgewehrten Pässen anführte. Hier beweist James immer wieder seine Qualitäten und kann so die Pässe der Offensive abwehren. Mit nur fünf Interceptions in fünf Jahren ist hier aber auch noch Spielraum nach oben, was seine Production angeht.

Zu sehen ist diese Stärke im folgenden Video. Während des Senior Bowls zeigt James aus einem soliden Break eine gute Beschleunigung und kann den Passweg des Quarterbacks auf den Receiver abschneiden und so den Ball abwehren.

Größte Schwäche von D.J. James

Es zieht sich etwas durch sein Spiel, dass er die Augen nicht zum Ball wendet und eigentlich immer nur den Gegenspieler spielt. Das kann bei einem guten Timing funktionieren. Nur zu oft verliert die dadurch die Situation aus den Augen und lässt so einfache Completions zu. Auch seine recht geringe Anzahl Interceptions spricht dafür.

Fazit zu D.J. James

Viele Experten haben James deutlich früher vom Board gehen sehen und loben daher den Pick der Seattle Seahawks. Ich finde James als Spieler zur Entwicklung spannend, sehe aber nicht wie etwa Dane Brugler ihn in Runde 3 sehen konnte. Sein Spiel ist keineswegs katastrophal, jedoch hat er für mich zu viele kleinere Schwächen in fast sämtlichen Bereichen seines Spiels. Manche Dinge wie das zu starke Arbeiten mit viel Kontakt am Gegenspieler lassen sich sicherlich durch gutes Coaching beheben. Eklatante Schwächen wie das nicht vorhandene Suchen und Finden des Balles sehe ich aber als Angewohnheit oder gar Teil seines Spiels an, was derart festgefahren ist, das es nicht so einfach zu beheben ist.

Die Cornerback-Gruppe ist nicht nur durch seinen ehemaligen Teamkollegen Nehemiah Pritchett gut gefüllt und so wird sich James um Spielzeit bemühen oder gar strecken müssen. Am wahrscheinlichsten ist hierbei der Einsatz in den Special Teams oder als Backup. Es ist aber nicht auszuschließen, dass Pritchett oder James zu Spielzeit kommen, sollten Spieler wie Tariq Woolen oder Tre Brown weiter schwächeln. Immerhin sind die beiden Auburn-Corner auch die ersten beiden Picks in dieser Positionsgruppe unter dem neuen Head Mike Macdonald, der mutmaßlich in diesen Spielern Stärken gesehen hat, die seiner Defensive Nutzen könnten. Und andere Spieler könnte unter dem neuen Regime eine etwas kürzere Leine haben als noch unter Pete Carroll.