Dritte Preseason-Partie, dritte Niederlage. Die Seattle Seahawks unterliegen den Minnesota Vikings im U.S. Bank Stadium von Minneapolis mit 20:21. Aber das ist nicht das, was zählt. Wir fassen die wirklich wichtigen Erkenntnisse zusammen und nennen Gewinner wie Verlierer des Vorbereitungsspiels, bevor es in die heiße Phase der Vorbereitung geht.
In Woche drei der Preseason steht das zweite Auswärtsspiel auf dem Programm. In der Stadt des Super Bowl LII treffen die Seattle Seahawks am Samstagmorgen um 2 Uhr deutscher Zeit im U.S. Bank Stadium auf die Minnesota Vikings. Zum Einsatz kommen werden im dritten Test der Vorbereitung neben den Rookies und Spielern, die um ihren Platz im Kader kämpfen, auch die Starter. Laut Head Coach Pete Carroll werden sie diesmal bis ins dritte Quarter hinein zum Einsatz kommen – und so gegen eines der defensivstärksten Teams der Liga ihre Form unter Beweis stellen können
Personal: In der Defense ist K.J. Wright zurück und Garvin startet als dritter Linbacker und hat damit auch gute Chancen auf den Start in der Regular Season. Als zweiten CB neben Richard Sherman ging das Duell zwischen Rookie Shaquill Griffin und Jeremy Lane weiter, mit besseren Chancen für Griffin. (mehr …)
Zu früher Stunde am heutigen Samstagmorgen bestritten die Seattle Seahawks in Woche Zwei der Preseason ihr 1. Heimspiel im CenturyLink Field. Mit 20:13 wurden die Minnesota Vikings bezwungen, wenngleich das Endergebnis natürlich eher zweitrangig ist. Neben guten Leistungen einiger Spieler, die sich immer mehr für einen Platz im finalen 53-er Kader aufdrängen, überschattet die schwere Verletzung von Left Tackle George Fant die Partie.
Die Gewinner:
WR Kasen Williams: Der junge Wide Receiver knüpfte genau da an, wo er letzte Woche aufgehört hatte. Durch das Fehlen von Tyler Lockett und Paul Richardson lief er als Starter auf und zahlte dieses Vertrauen im ersten Drive mit einem spektakulärem Catch sowie einem Touchdown zurück. . Zwar blieb es bei diesen zwei Catches, jedoch machte er auch in den Special Teams mit einem starken Tackle auf sich aufmerksam und stellte hier seinen Wert unter Beweis. Seine Chancen auf einen Platz im Kader in der Regular Season haben sich durch seine Leistungen innerhalb der letzten zwei Wochen massiv erhöht.
RB’s Chris Carson & Mike Davis: Carson zeigte wieder einige gute, explosive Läufe (6Att/27Yds) und drängt sich immer mehr auf. Auch eine Passfang über 17 Yards geht auf sein Konto. Auch in den Special Teams zeigte Carson eine sehr gute Leistung. Zum Beginn der 2. Hälfte forcierte er beim Kickoff-Return der Vikings einen Fumble, der David Bass erobert wurde. Zum jetzigen Zeitpunkt wäre es trotz des engen Kampfes um die RB-Plätze eine Überraschung, wenn er es nicht in den Kader schaffen würde.
Auch Mike Davis zeigte Potenzial, wenngleich er hauptsächlich gegen die 2. Unit der Vikings-Defense ran durfte. 37 Yards bei sechs Läufen sowie ein Touchdown durch die Luft über 22 Yards sind eine gute Leistung. Davis scheint Alex Collins derzeit ebenfalls in der Depth Chart zu überholen und erhöht damit seine Chance auf einen Roster-Spot.
Michael Bennett & Justin Britt: Nicht auf sportlicher, sondern auf menschlicher Ebene waren sie die Gewinner des Abends. Bennett, der während der Nationalhymne sitzend gegen die Unterdrückung von Dunkelhäutigen demonstriert, wurde von Center Justin Britt unterstützt, der währenddessen neben ihm stand und seine Hand auf Bennett’s Schulter legte. Erstmals protestierte ein dunkelhäutiger Spieler an der Seite eines Weißen in der NFL: Ein starkes Zeichen gegen Rassismus und Unterdrückung.
Weitere Beobachtungen: Russell Wilson machte einen starken Eindruck, der Mut macht. 13 von 18 Pässe brachte er an den Mann, warf dabei für 206 Yards sowie zwei Touchdowns, was ein exzellentes Passer-Rating von 147,0 bedeutet. Wilson bewegte sich gut in der Pocket, verlängerte Plays, die oft zu großen Raumgewinnen führten, jedoch spielte der Quarterback in nur zwei von vier Drives gegen die Starting-Unit der Vikings. Wie auch Wilson zeigte sich Doug Baldwin bereits in guter Form, was 69 Yards bei vier Catches unterstreichen. Außerdem erhielt Nick Vannett viel Einsatzzeit, da Luke Wilson nicht spielte und Jimmy Graham lediglich das Warmup absolvierte. Auch positiv ist DT Nazair Jones zu erwähnen, der in der zweiten Hälfte für einen Sack sowie einen QB-Pressure verantwortlich war.
Rookie-Cornerback Shaquill Griffin wurde gegenüber von Richard Sherman sehr häufig von den Quarterbacks der Vikings getestet und machte ein gutes Spiel. Er ließ keinerlei Big Plays zu und verteidigte zwei Pässe.
Neutral:
K Blair Walsh: Walsh machte ein ordentliches Spiel. Obwohl er bei einem Field Goal über 53 Yards nur an den Querbalken traf, verwandelte er zwei schwierige Field Goals aus jeweils 52 Yards. Außerdem konnte er beide Extra-Punkte gegen sein Ex-Team sicher verwandeln, die über sein verschossenes Field Goal etwas hinwegtrösten.
Die Verlierer:
LT George Fant: Auf dem Feld machte der Starting Left Tackle ein solides Spiel. Die linke Seite der Offensive Line sah solide bis gut aus. Mit Luke Joeckel und ihm schien sich die linke Seite der Line immer besser einzuspielen. Seine Verletzung ist die schlechteste Nachricht dieses Spiels, da Fant laut Trainer Pete Carroll eine komplizierte Verletzung im Knie erlitten hat, die höchstwahrscheinlich eine Operation erfordert. Die Saison ist damit für den Undrafted Free Agent des letzten Jahres vorzeitig beendet. Seine Verletzung bedeutet für die Kontinuität in der Offensive Line einen großen Rückschritt.
RB Alex Collins: Mit 38 Yards bei sechs Läufen konnte Collins ähnliche Werte wie seine beiden Konkurrenten Davis und Carson vorweisen. Jedoch wird er gerade von Beiden in der Depth Chart überholt und muss um seinen Platz im endgültigen Kader zittern. In diesem engen Konkurrenzkamp darf man sich eigentlich keinen Fehler erlauben. Sein Fumble im letzten Viertel wird seine Chancen auf einen Platz im Kader weiter gesenkt haben.
Weitere Beobachtungen: So gut die Offensive Line in der Pass-Protection war, umso mehr Probleme hatte sie im Run-Blocking. Vor Allem bei kurzen Downs konnte die Line oftmals nicht den nötigen Push erzeugen, was sich erst besserte als die Starter der Vikings vom Feld gingen. Nach der Verletzung von Fant durfte Odhiambo als LT ran, der durch mehrere Strafen sowie zwei zugelassenen Sacks negativ auffiel. Auch Ifedi spielte leider nicht konstant, wurde in mehreren Plays von seinem Gegenspieler geschlagen und ließ einen Sack zu. Ethan Pocic durfte in der zweiten Halbzeit als Right Tackle ran und fiel auch eher durch Strafen auf. Insgesamt war dies eine durchwachsene Leistung der Offensive Line.
Der Pass-Rush der ersten Garde der Seahawks ließ gegen die Offensive Line der Vikings zu wünschen übrig, da kaum Druck auf Sam Bradford ausgeübt wurde. Vor allem unter Anbetracht der Tatsache, dass mit Alex Boone sowie Riley Reiff zwei vorgesehene Starter der Vikings O-Line nicht zum Einsatz kamen. Auch gegen den Lauf hatte die Seahawks Defense vor allem gegen Rookie Dalvin Cook kleine Schwächen und ließ in der 1. Hälfte mehrere gute Läufe von ihm zu.
Und nun?
Das gesamte Spiel wird leider von der Verletzung von George Fant überschattet. Es ist sehr wahrscheinlich, dass George Fant eine Operation benötigen und den Seahawks in dieser Season nicht zur Verfügung stehen wird. Sein Ausfall ist für die Seahawks ein herber Schlag. In der Vorbereitung sowie in den beiden Preseason-Games zeigte Fant in Kombination mit Luke Joeckel sehr gute Anzeichen, dass er sich im Vergleich zum Vorjahr weiterentwickelt hat. Die Verletzung von Fant ist ein herber Rückschlag für die gesamte Offense der Seahawks.
Pete Carroll und Offensive Line Coach Tom Cable stehen mehrere Optionen zur Verfügung, wie Fant ersetzt werden kann. Eine Möglichkeit wäre zum Beispiel, Luke Joeckel als Left Tackle spielen zu lassen. Für ihn könnte Mark Glowinski, Rees Odhiambo oder UDFA Jordan Roos als Left Guard zum Einsatz kommen. Odhiambo, der vergangene Nacht nach der Verletzung von Fant als Left Tackle agierte, könnte eine weitere Option sein.
Zweite Runde in der Preseason, zum ersten Mal daheim. Die Seattle Seahawks empfangen in Woche 2 der Vorbereitungsspiele die Minnesota Vikings. Langsam formiert sich eine Startformation, die Anfang September in der Regular Season um echte Siege spielt. Die Vorbereitungsspiele dienen vor allem den Wackelkandidaten im Team, die sich einen Platz im 53er-Kader sichern wollen. Kickoff im CenturyLink Field ist um 4 Uhr deutscher Zeit in der Nacht von Freitag auf Samstag.
Am Donnerstagabend kam aus Seattle die Nachricht, dass die Seahawks Kicker Blair Walsh unter Vertrag genommen haben. Richtig – den Blair Walsh, der dem Team aus dem Pacific Northwest im Januar 2016 zum Weiterkommen in den Playoffs verholfen hatte, indem er den vermeintlichen Game Winner für Minnesota links neben die Stangen setzte. In der darauffolgenden Saison, die vor wenigen Tagen zu Ende ging, wurde Walsh von den Vikings nach Week 12 entlassen. Nun findet er sich im Kader der Franchise wieder, deren Weiterkommen er ein Jahr zuvor mit seinem Fehlschuss maßgeblich beeinflusst hatte. Mit Walsh kommt die Frage auf, wie es nun mit Stephen Hauschka weitergeht, der ebenfalls keine einfache Saison hatte.
Das zweite Preseason-Duell der neuen Saison und damit auch das erste Heimspiel, ist absolviert. Erneut hatte Quarterback Trevone Boykin die Chance, der Matchwinner für die Seattle Seahawks zu werden. Leider hatten die Minnesota Vikings aber andere Pläne und gewannen das Spiel mit 11:18. Wie sich unsere Jungs präsentiert haben, erfahrt Ihr in unserem Recap.
Weiter geht’s in der Saisonvorbereitung mit Preseason-Spiel Nummer zwei. Die Seattle Seahawks empfangen das Team, das sie vergangene Spielzeit mit etwas Glück aus den Playoffs warfen – die Minnesota Vikings. Jermaine Kearse wird dann nicht der einzige Wide Receiver mit deutschen Wurzeln sein, der im CenturyLink Field von Seattle das Spielfeld betritt. Rookie Moritz Böhringer (zuletzt Schwäbisch Hall Unicorns, GFL) darf die einzigartige Atmosphäre kennenlernen und im Pacific Northwest weiter um einen Kaderplatz bei den Wikingern kämpfen. Bei den Seahawks werden ebenfalls zahlreiche Spieler versuchen, ihre Positionen zu stärken oder gar einen besseren Eindruck als in der Vorwoche zu hinterlassen. Wir machen vor dem ersten Heimspiel der Preseason den Schnellcheck.
Moritz Böhringer hat Geschichte geschrieben, als er am Samstagabend als erster Spieler direkt aus Europa den Sprung in die US-amerikanische National Football League (NFL) geschafft hat, ohne jemals an einer High School oder einem College gespielt zu haben. Doch die wirkliche Herausforderung folgt erst jetzt.
Im kältesten Spiel der Franchise-Geschichte benötigten die Seattle Seahawks eine große Portion Glück um das Feld in Minneapolis als Sieger zu verlassen. Beide Teams lieferten sich am Sonntagabend einen harten Kampf und beide hätten den Einzug in die Divisonal Round durchaus verdient gehabt. Zu unserer Freude war der Football-Gott jedoch auf der Seite der Seahawks und beschert Team und Fans mindestens noch ein weiteres Spiel in den Playoffs.
Ohne Marshawn Lynch aber mit einer dicken Portion Selbstvertrauen treten die Seattle Seahawks am Sonntag in der Wild-Card Round bei den Minnesota Vikings an. Nach zwei Jahren ohne Auftritt in der 1. Runde der Playoffs (First-Round Bye und Heimvorteil) geht es für das Team von Head Coach Pete Carroll erstmals wieder auf eine Postseason-Auswärtsreise. Die Erinnerungen an das Regular Season-Duell der zwei Teams in Week 13 sind noch ganz frisch – damals besiegte Seattle die Vikings klar und deutlich mit 38:7. Dass es diesmal ähnlich eindeutig wird, ist unwahrscheinlich. Beide Mannschaften gehen mit dem Rückenwind aus Siegen gegen Rivalen aus der eigenen Division an den Start. Kickoff im TCF Bank Stadium in Minneapolis ist um 19.05 Uhr deutscher Zeit, im TV zeigt unter anderem ProSieben MAXX die Partie.
Die Seahawks würden mit einem Sieg im vierten Jahr in Serie den Einzug in die Divisional Round der Playoffs perfekt machen. Die Vikings wollen eine ähnliche Ära starten wie Seattle 2012. In unserer Vorschau auf das Aufeinandertreffen der zwei Teams in Woche 13 schrieben wir, die Formel für den Sieg sei bei beiden Mannschaften eine ähnliche. Man könne die Minnesota Vikings 2015 mit den Seattle Seahawks 2012 vergleichen. Jetzt – einen Monat später – wissen wir, dass diese Formel bei den Seahawks inzwischen nicht mehr nur auf dem Laufspiel basiert, weil sich das Passing Game enorm weiterentwickelt hat. Es bleibt abzuwarten, ob auch die Vikings beweisen können, dass sie nicht nur eindimensional spielen können.
Kickoff ist um 19 Uhr deutscher Zeit am Sonntagabend
Das Spiel wird live im deutschen Free-TV bei ProSieben MAXX und im Livestream bei ran.de übertragen, in Österreich zeigt PULS 4 die Partie, außerdem ist das Duell wie gewöhnlich per NFL GamePass (kostenpflichtig) zu sehen
Austragungsort ist das TCF Bank Stadium in Minneapolis, Minnesota
Das Spiel ist für beide Mannschaften die erste Partie der Postseason 2015/16, die Seahawks gewannen ihr letztes Regular Season-Duell gegen die Arizona Cardinals deutlich, die Vikings besiegten den Rivalen aus Green Bay mit 20:13 und sicherten sich so Platz eins in der NFC North
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Die Matchups:
Die wichtigsten Duelle der Partie sind größtenteils schon aus Woche 13 bekannt. Und doch dürfte sich neben dem drastischen Temperatursturz auch spielerisch einiges geändert haben. Die Vikings sind gesünder, Adrian Peterson ist motivierter und die Seahawks sind vielleicht noch besser drauf als schon gegen Ende der Regular Season. Seattle muss folgende Matchups für sich entscheiden, um im kalten Norden erneut als Sieger vom Spielfeld zu gehen:
Vikings-Running Back Adrian Peterson vs. Seahawks-Run Defense
Acht Carries, 18 Yards. Das waren die Werte von Adrian Peterson beim letzten Aufeinandertreffen mit der Seahawks-Laufverteidigung. Es wäre vermessen, zu glauben, dass der Running Back auch diesmal wieder nur so limitiert Arbeit bekommt auf dem Spielfeld. Der Respekt vor einem der besten Läufer der Liga ist vorhanden. Außerdem ist Pete Carroll überzeugt, dass es nicht nur sein Team war, dass AP in Schach gehalten hatte. Auch die Tatsache, dass die Vikings einfach nicht in der Lage waren, ihrem Star die Chance auf erfolgreiche Läufe zu geben, spielte in Week 13 eine große Rolle. Dennoch sind die Zahlen der Seattle-Run Defense beeindruckend: 81.5 Yards pro Spiel erlaubten die Seahawks ihren Gegnern auf dem Boden – der absolute Bestwert in der Liga.
Seahawks-Passing Game vs. Vikings-Defense
Das sensationelle Passpiel der Seahawks in den vergangenen Wochen könnte am Sonntag das Zünglein an der Waage sein. In Minneapolis treffen zwei laufstarke Teams mit guten Verteidigungen aufeinander, die in der Kälte sicher nicht primär den Erfolg durch die Luft suchen werden. Doch wenn sie es tun werden, dann liegt der Vorteil auf Seiten von Seattle. Zwei Namen stehen stellvertretend für den Erfolg des Teams im Passing Game: Russell Wilson (vs. Vikings zuletzt 21/27, 274 Yards und 3 Touchdown-Pässe) und Doug Baldwin (vs. Vikings zuletzt 5 Receptions, 94 Yards, 2 Touchdowns). Drei Namen, die in Woche 13 nicht über die volle Distanz dabei waren, sollen deren Zusammenspiel verhindern: Safety Harrison Smith und Linebacker Anthony Barr mussten das Spiel wegen Verletzungen vorzeitig beenden. Defensive Tackle Linval Joseph spielte überhaupt nicht. Alle drei sind Säulen der Defense. Alle drei werden am Sonntag wieder dabei sein.
Special Teams vs. Special Teams
Beide Teams sagen, sie lassen sich von der Kälte in Minnesota nicht beeinflussen. Doch die Vikings sind eigentlich ein Dome-Team und die Seahawks kommen aus dem etwas milderen Pacific Northwest. Und die Minustemperaturen beeinflussen die Flugeigenschaften und die Flugweite des Balls, das lässt sich nicht bestreiten. Das macht Punts, Kickoffs und Field Goals zu einem Faktor, weil sie kürzer werden. Um das einzukalkulieren begab sich Seahawks-Kicker Steven Hauschka in dieser Woche oft auf dem Weg in den Kühlraum, um herunter gekühlte Bälle für sein Training zu holen. Nichts wird dem Zufall überlassen. In Sachen Return Game überzeugten sowohl Vikings als auch Seahawks in der Regular Season. Seattle bekam davon im Spiel in Woche 13 eine Kostprobe, als Cordarelle Patterson einen Kickoff zum einzigen Touchdown seines Teams zurücktrug und danach feierte, als habe er gerade den Super Bowl gewonnen. Doch mindestens genauso guten Grund zum Feiern hätte bei den Seahawks Tyler Lockett, der in dieser Woche als Returner ins 1st Team All-Pro gewählt wurde – als einziger Rookie.
Seahawks-O-Line vs. Vikings-Front Seven
Es ist vorstellbar, dass sich die Vikings ein Beispiel am Erfolg der Rams gegen Seattle nehmen und mehr blitzen als sie es sonst tun. In nur 26,6 ihrer Defensive Snaps (bei Pass Plays) hat Minnesota fünf oder mehr Pass Rusher gebracht. Im ersten Spiel gegen die Seahawks waren es gerade einmal fünf Blitz-Spielzüge bei 32 Dropbacks. Auf der anderen Seite ist Russell Wilson einer der stärksten Quarterbacks gegen den Blitz – ein echter Houdini. Die Vikings werden es sich zweimal überlegen, ob sie wirklich den Blitz gegen ihn schicken.
Injury Report
Die Vorzeichen für ein Comeback von RB Marshawn Lynch (Bauch) standen bis Freitagmittag gut. Während Pete Carroll unter der Woche auf einer Pressekonferenz sagte, er gehe davon aus, dass Lynch auflaufe, warf der Rückkehrer mit seinen Mitspielern noch ein paar Körbe in der Trainingshalle. Doch am Freitagabend kam dann die Nachricht, der Running Back werde nicht mit nach Minnesota reisen, weil er sich nicht gut fühle. Es ist von einem Rückfall auszugehen. Christine Michael wird deshalb voraussichtlich wieder als Starter ins Rennen gehen und kann direkt beweisen, dass er trotz kalter Temperaturen seine Ball Security verbessert hat. Wie es bei Lynch weitergeht, ist aktuell fraglich.
Neben Lynch wird auch TE Luke Willson (Gehirnerschütterung) nicht am Spiel teilnehmen können. Weitere Ausfälle gibt es jedoch nicht. WR Tyler Lockett (Hüfte) hatte unter der Woche einmal pausiert, ist aber spielbereit. Und auch SS Kam Chancellor (Rücken) wird nach drei Spielen Abstinenz wieder mit von der Partie sein. Ebenfalls zurück im Aufgebot und einsatzbereit ist LT Russell Okung (Wade).
Hier die gesamte Übersicht (ohne den erst später bekannt gewordenen Ausfall von Marshawn Lynch):
Die Seattle Seahawks durften gegen die Cardinals Selbstvertrauen tanken. Mit diesem im Rücken, mit einer erstarkten Secondary, der besten Laufverteidigung der Liga und einem überragenden Passangriff sollte das Team auch ohne Marshawn Lynch bestens gerüstet sein für eine Kälteschlacht in Minneapolis. Wenn die Defense Vikings-Star Adrian Peterson erneut so gut in den Griff bekommt wie in Woche 13, dann stehen die Chancen klar auf Sieg. Denn Teddy Bridgewater alleine kann die Minnesota-Offense nicht im Alleingang zum Sieg führen. Seattle hingegen muss sich darauf verlassen können, dass das Running Game funktioniert, sodass die richtige Balance zwischen Pass und Lauf die wiedergenesene Vikings-Defense vor neue Herausforderungen stellt.
In Worten: Nach einer mysteriösen Auftaktniederlage gegen die San Francisco 49ers nahmen die Minnesota Vikings Fahrt auf und schwebten lange Zeit auf einer Welle des Erfolgs, deren großer und starker Antrieb Running Back Adrian Peterson war. In seinem Schatten konnten Spieler wie der talentierte Quarterback Teddy Bridgewater oder auch die grundsolide Defensive an ihren Aufgaben wachsen. Doch die extreme Ausrichtung auf Peterson ist gleichzeitig auch die Schwachstelle des Teams. Die Seahawks nutzten diese in Woche 13 aus und holten Minnesota zurück auf den Boden der Tatsachen. Doch der Rückschlag kam zur rechten Zeit. Anschließend fingen sich die Vikings wieder und beendeten die Regular Season mit einem Sieg gegen die Green Bay Packers und auf Platz eins der NFC North.
Die Spieler:
Legenden: RB Adrian Peterson
Stars: QB Teddy Bridgewater, LB Anthony Barr, T Matt Kalil, TE Kyle Rudolph
Rookies: OL T.J. Clemmings, WR Stefon Diggs, DL B.J. Dubose, C Nick Easton, S Anthony Harris, QB Taylor Heinicke, DE Danielle Hunter, LB Eric Kendricks, TE Mycole Pruitt, LB Edmond Robinson, OL Austin Shepherd, CB Trae Waynes
Wenn am Sonntagabend um 19 Uhr die Seattle Seahawks bei den Minnesota Vikings antreten, treffen da zwei Teams aufeinander, die sich vielleicht so ähnlich sind wie sonst keine Mannschaften in der NFL – oder waren. Das Laufspiel hat Priorität, die Quarterbacks sind selbst auch gut zu Fuß. Unter den Receivern befindet sich ein extrem fangstarker Tight End. Und ansonsten befinden sich in den Aufgeboten an Passfängern diese klassischen „Pedestrians“, wie sich Doug Baldwin beispielsweise bezeichnet. Diese Ähnlichkeiten kann man nicht leugnen, doch nach den Ausfällen von Marshawn Lynch und Jimmy Graham auf Seiten der Seahawks bleibt jetzt die Frage, ob Seattle weiterhin diesen Weg gehen kann und wird, um erfolgreich zu sein. Eine Antwort darauf wird die Partie am Sonntagabend geben, die unter anderem erneut im Free-TV bei ProSieben MAXX zu sehen ist.