Nach seiner Schienbeinverletzung im Auswärtspiel bei den San Francisco 49ers in Week 10 absolvierte Tyler Lockett drei Spiele, in denen er aus verschiedenen Gründen (Verletzung, Grippeerkrankung, generell fehlendes Tiefpassspiel) nicht seine gewohnte Leistung zeigen konnte. Zwischen Week 12 und Week 14 hatte er drei seiner fünf Spiele mit unter 50 Yards in dieser Saison (außerdem in Week 1 und im Spiel gegen die 49ers, als er sich verletzte).
Oft wurde das der Laufspiel der Seattle Seahawks in der Vergangenheit kritisiert, weil das Team doch mit dem Passspiel unter Quarterback Russell Wilson viel mehr Möglichkeiten hat, sich in eine gute Position für Touchdowns zu bringen. Gegen die Minnesota Vikings am frühen Dienstagmorgen aber hatten die Seahawks einen interessanten Plan, der ausnahmsweise zurecht weniger auf Pässe ausgelegt war.
Die Defense der Seattle Seahawks wurde zuletzt immer wieder heftig kritisiert – und das auch zurecht. Zu viele Yards und Punkte gegen sich, verpasste Tackles, zugelassene Yards nach dem Catch machten die Verteidigung zu einer der schlechtesten der NFL. Doch in den vergangenen beiden Wochen hat sich die Defense gesteigert und das idealerweise in Spielen, in denen die eigene Offensive nicht ihre besten Leistungen zeigte. Den Noten bei Pro Football Focus zufolge gehörten die Leistungen der Seahawks-Defensive in den vergangenen zwei Spielen zu den drei besten Auftritten der Saison, beim Pass Rush waren es sogar Seattles beste zwei Spiele der Runde.
Die ersten zehn Spiele der Regular Season sind absolviert und die Seattle Seahawks stehen mit einer sehr guten 8-2-Bilanz und guten Playoff-Chancen auf dem zweiten Rang der NFC West. Wie haben sich die einzelnen Positionsgruppen bislang geschlagen? Ein Blick auf die Zahlen.
Russell Wilson bot in der abgelaufenen Saison wahrlich eine One-Man-Show dar. Der Quarterback der Seattle Seahawks machte meist viel aus den limitierten Möglichkeiten, die ihm mit einer ramponierten O-Line und ohne Laufspiel im Jahr 2017 blieben. Folgende Statistiken sollen zeigen, dass der Erfolg des Teams stark abhängig von Wilsons Leistungen kam und ging.
Von 2012 bis 2016 erreichten die Seattle Seahawks jedes Jahr die Playoffs, zweimal stand das Team im Super Bowl, einmal gewann es die Vince Lombardi Trophy. Nur die Green Bay Packers und die New England Patriots können im gleichen Zeitraum ähnliche oder noch bessere Serien vorweisen. So war es keine Überraschung, dass vor der Saison 2017 der Gewinn der NFC West und das damit verbundene Erreichen der Playoffs definiertes Ziel waren. Dieses Vorgaben hat das Team von Head Coach Pete Carroll nicht erfüllt. Mit einem Record von 9-7 verpassen die Seahawks sowohl den Sieg in der Division als auch einen Wild Card-Platz. Die längste Serie an Postseason-Teilnahmen in der Franchise-Geschichte ist vorbei.
Das Problem bei einem verlorenen Finale ist oft, dass anschließend nur noch die Niederlage im Kopf vieler Fans abgespeichert ist – also ein negatives Erlebnis. Die vielen positiven Ereignisse, die die Seattle Seahawks bis in den Super Bowl XLIX gebracht haben, werden verdrängt. Eine kleine Statistik soll dagegen helfen.