Statistik der Woche: Zahlenspiel mit den Packers

Nach dem glanzlosen Sieg bei den Philadelphia Eagles dürfen die Seattle Seahawks an diesem Wochenende nach Wisconsin reisen, um sich dort mit den Green Bay Packers zu messen. Die sind übrigens die einzige NFC-Playoff-Franchise, gegen die das Team aus dem Pacific Northwest in dieser Saison noch nicht gespielt hat.

Seahawks-Offensive:

Gegen die Eagles warfen die Seahawks in frühen Downs 38 Pässe und das sehr erfolgreich. Sie kamen damit auf 0,49 Expected Points Added (EPA)* pro Spielzug. Dagegen standen 18 Läufe und bei -0,41 EPA pro Spielzug – das waren an diesem Tag bei diesem Matchup mindestens 15 Läufe zu viel.

Gegen Green Bay werden die Zuschauer wohl wieder mehr Läufe sehen als noch gegen Philadelphia, denn die Packers haben eine ziemlich schlechte Laufverteidigung, wenn es nach dem Effizienzwert DVOA (-0,8 Prozent, Rang 23) geht. Dazu wird es ziemlich kalt in Green Bay und bei den Negativ-Temperaturen wird es allgemein schwerer, Pässe anzubringen. Die wichtige Frage wird jedoch sein, ob die Verantwortlichen es Seahawks-Quarterback Russell Wilson zutrauen, bei diesen Bedingungen die ordentliche Passverteidigung der Packers (-1,3 Prozent DVOA, Rang 10) zu überwinden. Bei Pro Football Focus (PFF) sieht das Matchup Passspiel gegen Passverteidigung auch so aus, als würde die Stärke der Seahawks-Offensive auf die Stärke der Packers-Defensive treffen. So trifft der nach Noten beste Passangriff (90,7/100) auf eine starke Manndecker-Gruppe (Rang 7, 88/100). Das Matchup Laufspiel gegen Laufverteidigung ist ebenfalls ziemlich ausgeglichen. Die Seahawks liegen auf Rang 16 mit einer Note von 76,3/100 und spielen gegen eine unterdurchschnittliche Packers-Defense gegen den Lauf, die nach PFF auf Rang 25 liegt.

Das wohl wichtigste Duell wird aber Seattles Pass Protection gegen Green Bays Pass Rush sein. Nach PFF sind nur zwei Offensive Lines schlechter eingeordnet als die der Seahawks. Mit oder ohne Left Tackle Duane Brown – das steht erst kurz vor Kickoff fest – trifft diese auf einen sehr starken Pass Rush der Gastgeber (Platz 5 nach PFF-Noten).

Seahawks-Defensive:

Auch auf der anderen Seite des Balls wird der Pass Rush auch ausschlaggebend sein für den Erfolg der Seahawks. Nach der angepassten Sack-Rate liegen Seattles Quarterback-Jäger auf Rang 30 und treffen auf eine sehr ordentliche Pass Protection für Packers-Quarterback Aaron Rodgers (10. Platz nach angepasster Sack-Rate). Auch bei PFF sieht das Duell ungleich aus, denn nach den Noten liegen die Seahawks auch hier auf Rang 30, die Packers hingegen sogar auf dem 4. Rang. Sollte Rodgers dadurch alle Zeit der Welt haben, wird er auch in einer eher unterdurchschnittlichen Saison die anfällige Passverteidigung der Seahawks (Rang 15 nach DVOA) attackieren und vor Probleme stellen können. Hinzu kommt dann noch der deutliche Vorteil der Laufattacke der Packers (8,3 Prozent DVOA, Rang 4) gegen eine schlechte Laufverteidigung (0,9 Prozent DVOA, Rang 26).

Können also beide Teams ihre Stärken trotz eisiger Temperaturen ausspielen und werden dazu von den Trainern von der Leine gelassen, erwartet alle Käseköpfe und 12s eine offensive Partie, aus der die Seahawks dank des besseren Quarterbacks hoffentlich als Sieger hervorgehen werden.

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*EPA (Expected Points Added): Jede Spielsituation hat einen bestimmten Erwartungswert an Punkten zum Ende des jeweiligen Drives und jeder Spielzug trägt positiv oder negativ zur Erhöhung des Punktewerts bei. Es handelt sich beim EPA-Modell also um “virtuelle Punkte”.

Die wichtigsten American-Football-Metriken erklärt der Sideline Reporter hier ausführlich und gut verständlich.

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