Preview: Regular Season 2016 (Week 3) – 49ers @ Seahawks

Woche 3 in der NFL – und für die Seattle Seahawks gilt es, nach einer Niederlage ohne erzielten Touchdown, zurück auf die Siegerstraße zu finden. Wo ginge das besser als vor heimischer Kulisse im CenturyLink Field? Die Fans werden beim hitzigen NFC West-Duell gegen die San Francisco 49ers mit Sicherheit keine weitere Motivation benötigen. Und die Spieler? Die ärgern sich wohl selbst am meisten über die Niederlage aus der Vorwoche und werden gegen den Rivalen aus der Bay Area alles dafür tun, um am Ende des Tages als Sieger dazustehen.

Das Spiel:

  • Kickoff ist um 22.05 Uhr deutscher Zeit am Sonntag.
  • Zu sehen ist die Partie in Deutschland bei ProSieben MAXX im TV und im Livestream bei ran. Außerdem zeigt wie immer der NFL GamePass das Spiel.
  • Austragungsort ist das CenturyLink Field in Seattle, Washington.
  • Für beide Mannschaften ist es das dritte Spiel der Regular Season.
    • Die Seahawks treten zum zweiten Mal in dieser Saison zu Hause an.
    • Die 49ers bestreiten ihr zweites Auswärtsspiel und haben in Seattle zuletzt 2011 gewonnen.
  • Historie:
    • Record: 49ers – 15 Siege, Seahawks – 20 Siege
    • Letztes Duell: 29:13 für Seattle (Week 11, 2015)
  • Hashtags: #SEAvsSF, #GermanSeaHawkers, #WeAre12

Der Gegner:

  • San Francisco 49ers (NFC West)
    • Bilanz 2015: 5-11-0 (4. Platz)
    • 2016 Record: 1-1
    • In der NFL seit: 1950
    • Super Bowl-Titel: 5 – 1981 (XVI), 1984 (XIX), 1988 (XXIII), 1989 (XXIV), 1994 (XXIX)
    • Head Coach: Chip Kelly
    • General Manager: Trent Baalke
    • Besitzer: Jed York
    • Teamfarben: Rot, Gold, Schwarz, Weiß
    • Maskottchen: Sourdough Sam
    • Heimstadion: Levi’s Stadium
  • Kader:
    • Legenden: –
    • Stars: LB NaVorro Bowman, WR Torrey Smith, LB Ahmad Brooks, S Antoine Bethea
    • Rookies: DL Ronald Blair, DL DeForest Buckner, WR Aaron Burbridge, G Joshua Garnett, CB Rashard Robinson, OL John Theus
  • Einschätzung:
    • von den 49ers Fans Bavaria, deutsche San Francisco 49ers-Fangruppierung aus Bayern:
      Wir gehen von einer knappen Niederlage der 49ers in Seattle aus. Auch ein angeschlagener Russell Wilson wird genug Plays an den Mann bringen, weil der Pass Rush der Niners nicht in Form ist. Bei San Francisco ist die große Frage, ob die O-Line steht, um RB Carlos Hyde ins Spiel zu bringen. Die weiteren Schlüsselspieler sind QB Blaine Gabbert (kann er konstant spielen?) und die Akteure auf der Tight End-Position, die Seattles Schwächen nutzen müssen. 2016 wird für die Niners ein Jahr im Mittelfeld – nicht Fisch, nicht Fleisch.
    • von Reiner Stutz (49ersFanZone.net), deutscher San Francisco 49ers-Fan aus Neckarsteinach:
      Für die 49ers gibt es drei Schlüssel zu einem möglichen Sieg in Seattle:1. Pass Rush! Gegen die Panthers gelang das praktisch gar nicht. Gerade gegen einen Russell Wilson, der nicht vollständig fit sein dürfte, könnte man so die Offense der Seahawks aus dem Rhythmus bringen.
      2. Das eigene Laufspiel etablieren! RB Carlos Hyde kann ein Monster sein, wenn die O-Line ihm die Lücken frei blockt, die er braucht.
      3. Rhythmus im Passspiel entwickeln! Wenn sich die Seahawks-Defense auf das Laufspiel der Niners konzentriert muss die Offense der 49ers in der Lage sein, die sich ergebenden Freiräume mit dem Passspiel zu nutzen.
      Gelingt es darüber hinaus, Turnover zu erzwingen und diese wie in den ersten beiden Spielen zu nutzen, ist ein Sieg der 49ers im Bereich des Möglichen.

Die Matchups:

  • Seahawks-Rushing Offense vs. 49ers-Run Defense
    • Das Running Game gibt den Seahawks normalerweise Balance für ihr Spiel. Doch wenn dieses nicht mehr funktioniert, die Fehler sich häufen, der Quarterback angeschlagen ist und die Receiver nicht ihren besten Tag erwischen, dann bricht die Offensive zusammen. So war das am vergangenen Sonntag. Aktuell erläuft Seattle im Schnitt 89,5 Rushing Yards pro Spiel und ist damit weit weg von vergangenen Jahren. Ohne Rhythmus funktioniert das Seahawks-Spiel nicht. Das Resultat waren nur 9/29 Conversions bei Third Downs und wenig Luft für ein erfolgreiches Passspiel. Das muss jetzt unbedingt besser werden.
    • Hoffnung macht, dass San Francisco bislang keine gute Laufverteidigung gestellt hat. Vergangene Woche kassierten die Niners gegen Carolina 176 Yards. Sollten die Seahawks es schaffen, früh das Running Game in Gang zu bringen, steht einem erfolgreichen Spiel wenig im Weg. Eindimensional darf Seattle am Sonntag nicht spielen, denn die San Francisco-Defense forcierte bereits sechs Turnovers in zwei Spielen.
  • Seahawks-Pass Rush vs. 49ers-O-Line
    • Zehn Punkte gegen Miami kassiert, neun Punkte gegen Los Angeles kassiert, die wenigsten Punkte und Yards in der NFL nach zwei Wochen erlaubt – die Defensive der Seahawks spielt so, dass es die Offensive eigentlich nicht schwer haben sollte, Spiele zu gewinnen. In zwei Partien sammelten die Seahawks acht Sacks (Frank Clark: 3 Sacks) und 14 Quarterback Hits. Beeindruckende Zahlen für eine Unit, die eigentlich dafür bekannt ist, langsam in die Saison zu starten und dann stetig besser zu werden. Sollte sich die Steigerung auch dieses Jahr so fortsetzen, steht uns ein weiteres erfolgreiches Jahr auf der defensiven Seite des Balls bevor. Nur die Turnovers fehlen noch…
    • Am Sonntag steht den Seahawks jedoch eine andere O-Line gegenüber als noch im Vorjahr. 2015 kassierte San Francisco gegen Seattle acht Sacks in zwei Spielen. Die 49ers sind gesund und verbessert in dieser Unit: Center Daniel Kilgore ist zurück, nachdem er beide Duelle vergangene Saison verletzt verpasst hatte. Tackle Trent Brown verstärkt die rechte Seite als neuer Starter. Und Free Agent-Neuzugang Zane Beadles hat der Innenseite als Guard einen Schub verpasst. Die Zahlen zeigen dies, denn in zwei Spielen kassierten die Niners insgesamt lediglich zwei Sacks – und das gegen Carolina und Los Angeles. Hier können sich die Seahawks eine Scheibe abschneiden.
  • Seahawks-QB Russell Wilson vs. 49ers-Pass Rush
    • Head Coach Pete Carroll hatte es in dieser Woche in diversen Pressekonferenzen zwar heruntergespielt, doch am vergangenen Sonntag gegen die Rams war klar zu erkennen, dass Russell Wilson nicht so mobil war wie sonst. Das war schon allein daran zu erkennen, dass er Hits kassierte, die er mit seiner cleveren Spielweise sonst vermeiden würde. Die Verletzung am Sprunggelenk hatte nun eine weitere Woche Heilung hinter sich. Wir können uns also darauf einstellen, dass Wilson für den wahrscheinlichen Fall, dass die O-Line von Zeit zu Zeit auseinanderbrach, wieder vermehrt Ausflüge machen wird – gezwungenermaßen. Verglichen mit Miami und Los Angeles ist die D-Line der 49ers die schwächste. Vielleicht wird es in der Pocket am Sonntag etwas weniger hektisch zugehen.
  • Seahawks-Zonenverteidigung vs. 49ers-Tight End Vance McDonald
    • Die Schwäche der Seahawks in der Verteidigung gegen Tight Ends hat sich in der NFL schon längst herumgesprochen. Der Zufall will es, dass bei den 49ers aktuell ein Tight End aufblüht. Vance McDonald fing in den letzten sieben Spielen der vergangenen Saison 21 Pässe, drei davon für Touchdowns. In der aktuellen Spielzeit setzt der TE diesen Lauf fort. Aus drei Receptions wurden zwei Touchdowns – effektiv.
  • Seahawks mit 49ers-Quarterback Colin Kaepernick
    • Wir alle freuen uns auf das Spiel am Sonntag und bereiten uns mit Hilfe dieser Vorschau vor. Doug Baldwin, Richard Sherman und ihre Kollegen werden ohne Zweifel ebenfalls gut vorbereitet sein und sich auf den nächsten Einsatz freuen. Und dennoch wurden sie nicht müde zu betonen, dass es wichtigeres gibt, als bei Pressekonferenzen die immer gleichen Phrasen zum nächsten Gegner zu dreschen. Sie zeigten sich bestürzt über die Vorkommnisse der vergangenen Tage und forderten zur Fortsetzung des Dialogs auf. Sie nutzen weiterhin ihre starke Plattform als Sportler um auf das Rassismus-Problem hinzuweisen.
    • San Francisco-Backup-QB Colin Kaepernick war es gewesen, der den Protest bezüglich der Polizeigewalt gegen Schwarze in den USA ins Rollen brachte. Viele Seahawks-Spieler solidarisierten sich in den darauffolgenden Tagen mit dem Spielmacher. Daraus entstand in der Kabine in Seattle eine fruchtbare Diskussion, deren Resultat das Einhaken der Spieler bei der Hymne im Home Opener gegen Miami vor zwei Wochen war. Es ist davon auszugehen, dass die Seahawks auch im zweiten Heimspiel der Runde wieder ein Signal setzen wollen – so wie Kaepernick weiterhin knien wird während der Hymne. Ein kleiner Funke ist also übergesprungen. Der nächste Funke könnte am Sonntag überspringen, wenn das gesamte Stadion es den Spielern gleichtut und sich in Solidarität einhakt.

Die Seahawks:

  • Fokus:
    • Jimmy Graham ist 100% fit, andere Receiver dagegen angeschlagen. Wird der Tight End am Sonntag deutlich häufiger ins Passspiel eingreifen?
    • Das Running Game litt zuletzt gegen die Rams unter der schwachen O-Line. Können Christine Michael – und Thomas Rawls, falls einsatzbereit – diesmal hinter einer verbesserten Line laufen und mehr Yards ansammeln?
    • Turnovers waren in den bisherigen Partien der Seahawks Mangelware. Schafft es die Seattle-Defense, den Ball zu erobern und damit die eigene Offense zu unterstützen?

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