Offseason 2021: So werden die Seattle Seahawks zum Cap-Sparschwein

Seahawks Sparen Lockett

Seahawks, schaut aufs Geld und kreiert Cap Space! So oder so ähnlich möchten es wahrscheinlich viele 12s weltweit dem Front Office in Seattle zurufen. Ob General Manager John Schneider diesen gut gemeinten Ratschlag der Fans annimmt, ist unklar. Sicher ist hingegen, dass gespart werden muss, wenn in der Emerald City in der NFL-Saison 2021 ein Playoff-würdiges Team auf dem Kunstrasen stehen soll. Finanziell ist dabei fast schon ein meisterhafter Jongleur gefragt. Schließlich kennt die Gehaltsobergrenze ligaweit in der neuen Spielzeit coronabedingt nur eine Richtung: nach unten.

So hat die NFL die Salary Cap für jedes Team auf 180,5 Millionen US-Dollar festgelegt. Im Vergleich zum Jahr 2020 ist das ein Minus von knapp 19 Millionen US-Dollar. Laut Over the Cap können die Seahawks dabei absolut nicht mit Spendierhosen durch die Free Agency marschieren. Aktuell hat Seattle noch 4,4 Millionen US-Dollar, die das Team für Spielergehälter ausgeben kann. Ein Spieler vom Kaliber à la J.J. Watt ist da nicht im geringsten drin, geschweige denn eine satte Vertragsverlängerung für Shaquill Griffin oder Chris Carson.

In der Offseason ist am Lake Washington also mal wieder ein Wall-Street-ähnlicher Finanz-Balanceakt gefragt. Doch genau der wird bei solch einem teuren Roster alles andere als einfach. Die Folge: Mehr als noch in anderen Jahren sind von John Schneider und Co. in den nächsten Wochen und Monaten auch unpopulären Entscheidungen gefragt. Schließlich gilt es dem eigenen Star-Quarterback, der am Cap-Dilemma nicht ganz „unschuldig“ ist (mehr dazu später), Mannschaftskollegen an die Seite zu stellen, die nicht nur seinen hohen Ansprüchen genügen. Und genau aus diesem Grund stellen sich den Front Office im VMAC jetzt vier vertragstechnische Fragen: Behalten, cutten, traden oder restrukturieren?

Das sind die Topverdiener der Seahawks im Jahr 2021

Bei den Gehältern des spielenden Personals gilt bei den Seahawks, wie auch bei allen anderen 31 NFL-Teams, ausnahmsweise: An der Spitze, nicht am Ende wird der Seeadler fett. Heißt: Vier Fünftel des 48 Mann starken Kaders tragen eigentlich nicht signifikant zur Gehaltsbelastung bei. Das obere Fünftel hingegen schon. Entsprechend aufschlussreich ist der Blick auf Seattles Topverdiener, die auch 2021 noch unter Vertrag stehen und nicht in Free Agency gehen.

  1. Russell Wilson (Quarterback), 32 Millionen US-Dollar
  2. Bobby Wagner (Linebacker), 17,15 Millionen US-Dollar
  3. Carlos Dunlap (Defensive End), 14,069 Millionen US-Dollar
  4. Tyler Lockett (Wide Receiver), 13,75 Millionen US-Dollar
  5. Jarran Reed (Defensive Tackle), 13,5 Millionen US-Dollar
  6. Duane Brown (Offensive Tackle), 13 Millionen US-Dollar
  7. Jamal Adams (Safety), 9,86 Millionen US-Dollar
  8. Quandre Diggs (Safety), 5,55 Millionen US-Dollar
  9. Brandon Shell (Offensive Tackle), 5,394 Millionen US-Dollar
  10. Jason Myers (Kicker), 4,35 Millionen US-Dollar

Diese Liste bietet nicht nur für die Fans einen guten Überblick, wo die einzelnen Spieler mit ihrem Gehalt stehen. Dabei wird auch ohne Zweifel klar, dass viele dieser zehn Männer bei den Seahawks ihr Geld unter der Salary Cap wortwörtlich verdienen. Auf der anderen Seite zeigt diese Top Ten deutlich, dass an einigen Stellen eine klare Gehalts-Unwucht im Kader herrscht. Doch die gilt es für den Erfolg – gerade unter Corona-Bedingungen – auszumerzen. Bleibt nur die Frage: Wie? Und genau deshalb nehmen wir uns jetzt auch die Spitzenverdiener der Seattle Seahawks einmal zur Finanz-Brust.

Russell Wilson

Ja, wir wissen genau, auf welch heißem Pflaster wir uns hier bewegen. Die Tatsache ist aber: Selbst eine Heilige Kuh ist irgendwann nicht mehr unantastbar. Da muss man nur mal kurz bei Bill Belichick in Foxborough anrufen. In diesem Sinne…

Ohne Frage: Russell Wilson ist der unangefochtene Top-Star in Seattle. Für die Seahawks ist er so wichtig, wie LeBron James es für die LA Lakers ist. Ebenfalls unbestritten ist die Tatsache, dass Wilson sich diesen Status hart erarbeitet hat. Dafür darf er nicht nur, sondern muss entsprechend entlohnt werden.

Ob das in finanziell schwierigen Pandemie-Zeiten unbedingt 32 Millionen US-Dollar pro Jahr sein müssen, sei dahin gestellt. Denn wer hätte bei seinem Vertragsabschluss im Jahr 2019 schon ahnen können, dass Corona ein Jahr später die Welt in fast allen Bereichen aus den Angeln heben würde.

Doch dank eines ähnlich unrealistischen Szenarios, nämlich dem eines möglichen Trades von Russell Wilson, sind wir jetzt wiederum ein Jahr später an dieser Stelle angelangt. Bevor die Spekulationen um ein Zerwürfnis aber weder vom Seahawks-Spielmacher selbst noch durch das Team – am besten in Form von Head Coach Pete Carroll – erklärt oder am im Optimalfall gleich ausgeräumt werden, stehen alle weiter vor einem Rätsel. Aus gegebenem Anlass gehen wir an dieser Stelle einfach mal davon aus, dass das alles nur Offseason-Getratsche war. Dass die Beziehung zwischen Quarterback und Team also noch zu retten ist und Wilson auch 2021 am oder im VMAC trainiert.

Im Angesicht der Tatsache, dass Wilson bei einem Trade vor dem 1. Juni 2021 trotzdem noch mit 39 Millionen US-Dollar in Seattle in den Büchern stehen würde, ist diese Option aus ökonomischer Sicht eigentlich ausgeschlossen. Auch weil das Team so nur 7 Millionen US-Dollar sparen würde. Genau wie ein Trade nach dem 1. Juni. Der würde im Jahr 2021 zwar „nur“ 13 Millionen US-Dollar kosten und 19 Millionen US-Dollar sparen, dann aber 2022 mit weiteren 26 Millionen US-Dollar zu Buche schlagen.

Bliebe also noch die Option, den Vertrag von Wilson zu restrukturieren und Geld zu verschieben. Zum Beispiel, in dem ein Teil des Gehalts in einen Bonus umgewandelt wird. Dieses Recht haben sich die Seahawks im Vertrag mit dem Quarterback wohl gesichert. Das Problem dabei: Würde Seattle 9 der insgesamt 19 Millionen US-Dollar Basisgehalt des Quarterbacks in einen garantierten Bonus von 3 Millionen US-Dollar pro Jahr umwandeln, wären jetzt 6 Millionen US-Dollar gespart. Doch genau dieses Geld würde dann ab 2022 auf die restlichen beiden Vertragsjahre aufgesplittet und dann da entsprechend fällig.

Fazit: Finger weg von Wilsons Vertrag! Ja, in den nächsten beiden Jahren wird sein Basisgehalt weiter steigen. Auf der anderen Seite würden die Seahawks im Falle eines Trades ab 2022 effektiv mehr Geld unter der Cap sparen, wenn sie jetzt keine Umstrukturierung vornehmen.

Bobby Wagner

Nächster Leader, nächstes Finanzproblem. Wagner ist und bleibt der unangefochtene Anführer der Seahawks-Defense. Auch im Alter von 30 Jahren beweist der Linebacker weiter auf dem Platz mit Leistungen und daneben mit Führungsstärke sowie moralischem Kompass, wie wichtig er für Seattle ist. Entsprechend hoch wird Bobby Wagner auch entlohnt. Er ist und bleibt weiter der höchstbezahlte Linebacker in der Geschichte der NFL. Ein Fakt, der die Kasse des Teams und damit auch den Cap Space fürstlich belastet. Und das führt dazu, dass mittlerweile auch darüber diskutiert wird, ob er das Geld auf seiner Position noch wert ist.

Zumindest aus ökonomischer Sicht ist das umstritten. Deshalb lohnt sich durchaus ein Blick auf die Optionen, die die Seahawks in der Causa Wagner haben. Wie auch bei Wilson ist hier zunächst ein Cut ausgeschlossen. Sowohl vor, als auch nach dem 1. Juni 2021 würde das mehr Dead Money als Ersparnisse bedeuten. Bei einem Trade sähe es da schon anders aus. Würde Bobby Wagner vor Juni zu einem anderen Team getauscht, bliebe Seattle auf 7,5 Millionen US-Dollar sitzen. Auf der anderen Seite hätte man wieder 9,65 Millionen US-Dollar zur freien Verfügung. Würde Bobby Wagner den Pacific Northwest im Spätsommer verlassen, blieben die Seahawks 2021 und 2022 auf 7,5 Millionen US-Dollar sitzen. Im Cap wären aber 13,4 Millionen US-Dollar freigeschaufelt.

Am Ende bliebe bei diesem Szenario dann nur noch die Frage: Wie viel Draft-Kapital würde John Schneider für einen über 30 Jahre alten Linebacker bekommen? Gemessen an seinem aktuellen Wert für die Seahawks, auf und neben dem Feld, wahrscheinlich nicht genug.

Fazit: Anders als bei Russell Wilson bietet sich bei Bobby Wagner die Umstrukturierung seines Vertrages an. Grund: Nach 2021 läuft der Kontrakt nur noch ein weiteres Jahr. Sprich, wenn die Seahawks 6 Millionen US-Dollar von Wagners Grundgehalt in Boni umwandeln würden, könnte das Team jetzt 3 Millionen US-Dollar sparen. Der restliche Betrag würde dann 2022 und damit in einem Jahr fällig, wo die Seahawks mehr Geld zur Verfügung haben, weil auch die Salary Cap in der NFL wieder steigen dürfte.

Carlos Dunlap

In der zweiten Saisonhälfte 2020 belebten die Seahawks ihre bis dahin historisch schlechte Defense und den Pass Rush wieder. Für Letzteres war auch Carlos Dunlap deutlich mitverantwortlich. Nach seinem Trade von den Cincinnati Bengals blühte der Defensive End in seiner neuen sportlichen Heimat wieder auf. Und genau darauf hoffen die Teamverantwortlichen 2021 auch. Während Dunlaps sportlicher Wert unumstritten ist, gibt es trotzdem ein ziemlich großes Problem. Im Alter von 32 Jahren würde der Veteran in der neuen Saison 14,069 Millionen US-Dollar verdienen. Ein Gehalt, für das die Seahawks 2021 die beiden Safetys Jamal Adams und Quandre Diggs fast zusammen bezahlen könnten.

Bleibt also die Frage: Was tun mit Carlos Dunlap? Ein Trade nach nur einem halben Jahr Spielzeit im Pacific Northwest würde in seinem Alter wahrscheinlich weder für ihn noch für das Team Sinn ergeben. Also…

Fazit: Da Dunlap in seinem letzten Vertragsjahr ist, wären die Seahawks gut beraten ihr Geld und damit auch Cap Space zu sparen. Heißt: den Defensive End cutten. Negativ, also mit Dead Money, würde sich dieser Schritt nicht auf die Vertragsbücher in Seattle auswirken. Im Gegenteil: Man würde etwas über 14 Millionen US-Dollar sparen. Damit wäre Geld frei, das direkt wieder in Carlos Dunlap investiert werden könnte. Denn sportlich er war 2020 zu wichtig, um ihn jetzt gehen zu lassen. Insgesamt hat der Veteran seine Zeit in Seattle sehr genossen und über seine zehnjährige NFL-Karriere schon knapp 70 Millionen US-Dollar verdient. Beides Faktoren, die die Hoffnungen für die Seahawks nicht unwahrscheinlich erscheinen lassen, dass er einem neuen Einjahresvertrag über 8 oder 9 Millionen US-Dollar zustimmen würde. Damit hätte das Team 5 bis 6 Millionen US-Dollar Cap Space eingespart.

Tyler Lockett

Die Chemie zwischen Russell Wilson und Tyler Lockett ist schon seit dem Rookie-Jahr des Wide Receivers unübersehbar. Genau wie die Tatsache, dass der spritzige und wendige Lockett richtig abliefern kann – wenn er fit ist. Nicht umsonst krönte er die abgelaufenen Spielzeit mit einem Franchise-Rekord für Catches in einer Saison (100). Doch leider wurde Lockett seit seinem Debut 2015 immer wieder von teils schweren Verletzungen zurückgeworfen. In der kommenden Saison geht der dann 29-Jährige in sein letztes Vertragsjahr und würde da stattlich verdienen. Ob 13,75 Millionen US-Dollar Gehalt aber seinen sportlichen Wert für die Seahawks rechtfertigen?

An diesem Punkt kommt dann schlicht die Tatsache zum Tragen, dass die NFL eben zu großen Teilen „Business“ ist. Schwierig für die meisten Akteure der Teams, auf dem Feld wie auch in den Büros. Für sie bleibt da wenig bis gar kein Platz für Nostalgie oder Home-Town Discounts. Entsprechend schwer und schmerzhaft sind daher die Entscheidungen, die das Geschäft mit sich bringt. Auch im Fall Tyler Lockett.

Fazit: Ob Seattle Lockett vor oder nach dem 1. Juni entlässt oder wegtauscht, macht finanziell keinen Unterschied. Der Wide Receiver würde in allen vier Fällen weiter mit 2,25 Millionen US-Dollar Dead Money für die Seahawks zu Buche schlagen, dabei aber jeweils immer 11,5 Millionen US-Dollar Cap Space frei machen. Der Nachteil eines Cuts wäre, dass John Schneider und Co. keinen Gegenwert für Lockett bekämen. Bei einem Trade dagegen könnte der General Manager als Verhandlungs-Mastermind aber Draft-Kapital von einem Team landen. Gerade von einem, dass auf der Suche nach einem explosiven Veteranen ist. Für Draft-Experten wäre hier ein Zweitrundenpick nicht unrealistisch. Mit dem könnten die Seahawks ohne Aufwand von Geld und Cap Space direkt in 2021 einen Nachfolger für Tyler Lockett aus einer extrem guten und tiefen Wide-Receiver-Klasse auswählen.

Jarran Reed

Satte 10,5 Sacks lieferte Jarran Reed im Jahr 2018 ab – als Defensive Tackle! In der Folge statteten ihn die Seahawks mit einer Vertragsverlängerung über zwei Jahre aus. Die finanzielle Vergoldung von 23 Millionen US-Dollar sorgte damals schon bei vielen Experten und auch bei Seattles Fans für hochgezogenen Augenbrauen. Schließlich hatte Reed in den Jahren davor eigentlich nicht so abgeliefert, dass diese Summe gerechtferigt war. Als er 2019 dann nur zwei Sacks, eine Quote von 15,6 Prozent verpassten Tacklings und nur 13 Quarterback Pressures ablieferte, sahen sich die Zweifler bestätigt. Und obwohl Reeds Leistungskurve 2020 mit unter anderem 6,5 Sacks wieder nach oben ging, sind 13,5 Millionen US-Dollar Gehalt in der Spielzeit 2021 eigentlich nicht gerechtfertigt.

Fazit: Beim Blick auf Leistungsdaten und Gehaltszahlen bleibt für die Sehawks in der Offseason 2021 wohl nur eine Option: die Entlassung. Ein Cut würde die Seahawks zwar Geld kosten, aber im Endeffekt Cap Space sparen. Insgesamt würden 5 Millionen US-Dollar Dead Money Einsparungen von 8,5 Millionen US-Dollar gegenüber stehen. Am Ende wohl kein schlechter Deal.

Duane Brown

Wenn die Saison 2021 beginnt, wird Duane Brown 36 Jahre jung sein. Dass sein Körper die Anstrengungen von mittlerweile 13 Jahren NFL dabei deutlich spürt, dürfte ein Understatement sein. So tauchte er 2020 fast jede Woche als „Resting Vet“ im Injury Report der Seahawks auf. Es war eine Strategie, die sich am Ende aber mehr als auszahlte. Zusammen mit Brown verbesserte sich die O-Line der Seahawks in der Pass Protection. Vom 30. Rang im Jahr 2019 auf den ligaweit 16. Platz nur ein Jahr später. Statistisch gesehen lieferte der Beschützer von Russell Wilson auf der Blind Side im verflixten 13. Jahr eine der besten Spielzeiten seiner Karriere ab:

Fazit: Wie wichtig Duane Brown in der O-Line der Seattle Seahawks ist, ist unbestritten. Genau wie der Fakt, dass ein 36-Jähriger das Team 2021 gesalzene 13 Millionen US-Dollar kosten würde. Wenn er seine 2020er Leistung konservieren kann, dann wäre dieses Gehalt absolut gerechtfertigt. Zu erwarten ist das von einem Mitt-30er auch gesundheitsbedingt zu diesem Zeitpunkt in seiner Karriere eher weniger. Entsprechend könnte Seattle wie bei Carlos Dunlap verfahren und Brown zunächst entlassen. Das würden zwar 2 Millionen US-Dollar Dead Money, aber auch eine Ersparnis von 11 Millionen US-Dollar bedeuten. Ob der Offensive Tackle aber noch einmal einem kurzfristigen Vertrag zu vergünstigten Kombinationen zustimmt, ist fraglich. Schließlich sorgte gerade der Kampf um das liebe Geld dafür, dass Duane Brown 2017 von den Houston Texans zu den Seahawks getradet wurde. Damals wollte er keine Abstriche machen.

Jamal Adams

„Prez“ ist der teuerste Trade in der Franchise-Geschichte der Seattle Seahawks. Zwei Erstrundenpicks und einen Drittrundenpick schickte John Schneider vor der Saison 2020 im Tausch für Safety Bradley McDougald und einen Viertrundenpick zu den New York Jets, um Jamal Adams zu holen. In Ansätzen zeigte der in seiner neuen sportlichen Heimat dann auch, welchen Unterschied er auf dem Feld machen kann. 9,5 Sacks lieferte Adams in der vergangenen Spielzeit ab, so viele wie noch kein Defensive Back zuvor in der Historie der NFL. Heftig zu schaffen machten ihm aber auch Verletzungen. Die sorgten dafür, dass der Safety auf dem Feld auch Defizite offenbarte, was wiederum sofort die Zweifler auf den Plan rief.

Fazit: Sparen ist für Seattle im Fall Jamal Adams in dieser Offseason nicht angesagt, im Gegenteil. Durch den hohen Einsatz beim Trade mit den Jets ist ein Abgang von Adams ausgeschlossen. Denn alles, was bei einem erneuten Spielertausch auch nur ansatzweise unter dem Wert liegt, den die Seahawks 2020 abgegeben haben, würde für John Schneider einen Schuss ins Knie bedeuten. Und zwar nicht mit einem Luftgewehr, sondern mit einer Shotgun. So bleibt nur die Option, den Vertrag von Jamal Adams am besten noch vor dem Training Camp zu verlängern. Dass dieses Arbeitspapier neue Maßstäbe für Safetys in der NFL setzten wird, ist keine steile These. Somit dürfte Adams ab 2022 mit Sicherheit zwischen 12 und 15 Millionen US-Dollar pro Jahr verdienen.

Quandre Diggs

Zusammen mit Jamal Adams gehört Quandre Diggs zu den besten Safety-Duos der NFL. Sollte Diggs seine teilweise fahrlässigen Disziplinlosigkeiten auf dem Spielfeld 2021 in den Griff kriegen und Adams fit bleiben, dann sind die Seahawks auf der Safety-Position bestens aufgestellt. Denn als Backup des Pro-Bowl-Tandems stehen noch Ryan Neal und Marquise Blair in Seattles Kader.

Fazit: 5,55 Millionen US-Dollar Gehalt sind im letzten Vertragsjahr von Quandre Diggs vollkommen ok. Ein Trade oder eine Entlassung stehen außer Frage und eine Umstrukturierung bringt auch nichts. Ende der Saison 2021 muss Seattle bei Diggs spätestens aktiv werden, um ihn 2022 nicht in Free Agency zu verlieren.

Brandon Shell

Die Unkenrufe der 12s vor der Saison 2020 waren ungefähr genauso groß wie die Erleichterung. Schließlich versuchte Right Tackle Germain Ifedi nach 13 Strafen in 2019 jetzt sein NFL-Glück in Chicago. Als Ersatz holten die Seahawks Brandon Shell von den Jets. Dabei war unklar, ob er wirklich ein Upgrade zu Ifedi sein würde. Und was soll man im Nachhinein anderes sagen, außer: Ja.

Shell kassierte 2020 lediglich fünf Flaggen und lieferte solide Leistungen ab. Die machten ihn nach Duane Brown und Rookie Damien Lewis zum drittbesten Offensive Lineman der Seahawks. Ein Fakt, der sich in den fünf Spielen zeigte, die Brandon Shell wegen Verletzungen verpasste. Denn gerade dort brach der sonst so solide Schutz von Russell Wilson auf der rechten Seite der O-Line regelmäßig zusammen.

Fazit: Nach den gezeigten Leistungen im Jahr 2020 gibt es für die Seahawks keinen Geld- oder Cap-bedingten Grund etwas an dem Vertrag von Shell zu verändern. Auch er geht in sein letztes Vertragsjahr in Seattle und verdient dabei im Alter von 29 Jahren 5,394 Millionen US-Dollar. Wie bei Quandre Diggs geht es für das Team in der Offseason 2022 nur darum, einen Starter nicht in Free Agency zu verlieren.

Jason Myers

35 Field Goals in Folge hat Jason Myers zwischen 2019 und 2020 für die Seattle Seahawks verwandelt. Ein Vereinsrekord, den der Kicker 2021 weiter ausbauen kann. Schließlich blieb er bis auf vier verschossenen Extrapunkte in der abgelaufenen Spielzeit fehlerlos. Und dann machte er noch das hier:

Fazit: An dieser Stelle ist Seattle vertraglich und sportlich absolut sorgenfrei. Jason Myers stellt für die Seahawks in Sachen Geld und Cap kein Problem dar.

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