See A Hawk 2026: Michael Dansby

See a Hawk 2026 NFL Draft Michael Dansby

© IMAGO/Justin Fine

Die Seattle Seahawks haben in der diesjährigen Draftclass unter anderem einen Fokus auf die Cornerback-Position gelegt. Mit dem letzten Pick in der siebten Runde wurde an 255. Stelle Michael Dansby von Arizona ausgewählt. Der athletische und schnelle Cornerback bringt dabei echtes Entwicklungspotenzial mit. Gerade im Man-Coverage-System der Seahawks könnte er so mit etwas Anlaufzeit eine echte Hilfe werden. Mit 1,80 m und 84 kg bringt er schließlich einen guten Körperbau mit, wobei er etwas kleiner als Drittrundenpick Julian Neal und Siebtrundenpick Andre Fuller ist. 

Was genau macht Michael Dansby aber aus und warum hat der amtierende Super Bowl-Champion ihn so früh im NFL-Draft 2026 ausgewählt? Das und noch mehr beantworten wir euch in diesem Artikel. In der Rubrik „See A Hawk“ stellen wir heute den letzten der acht 2026er Draft-Neuzugänge der Seattle Seahawks etwas genauer vor.

Michael Dansby, Cornerback

Kurzinfos:

  • Alter: 21 Jahre (15. März 2001)
  • College: San José State (2022 bis 2024), Arizona (2025)
  • Größe: 180 cm
  • Gewicht: 84 kg
  • Draft: 7. Runde, Pick #255

College-Statistiken (2025):

  • Spiele: 12
  • Tackles: 15
  • Tackles for loss: 0,5
  • Pass-Breakups: 10

Werdegang von Michael Dansby

Michael Dansby wurde in Oakland, Kalifornien, geboren und besuchte später die Oakland High School. Wenig später wechselte er dann die Schule zur  McClymonds-High School und spielte dort als Wide Receiver und Cornerback, wo er für seine Offense-Leistungen dann auch ins All-Metro-Team gewählt wurde. Neben dem Football war Dansby auch in der Leichtathletik aktiv und gewann die Bezirksmeisterschaften über 100 Meter. 

Nach der High School ging Dansby 2022 ans San Jose State College und kam als Freshman auf 18 Tacklings, vier Pass-Breakups und zwei Interceptions. Im zweiten College-Jahr kamen 15 Tacklings (einer für Raumverlust), vier Pass-Breakups und eine Interception hinzu. In seiner Junior-Season steigerte sich Dansby erneut, mit am Ende 37 Tacklings, sieben Pass-Breakups und zwei Interceptions.

Für sein Seniorjahr wechselte Dansby dann schließlich nach Arizona, wo er seinen alten Head Coach Brent Brennan und Cornerback-Coach Chip Viney wiedertraf. Beide waren zuvor auch an der San Jose State und schafften es jetzt, Dansby an der Wüstenuni unter anderem auf „teamleading“ zehn Pass-Breakups zu pushen, was auch dazu beitrug, dass Arizona zum Saisonende eine Top-10-Pass-Defense stellte.

Videoanalyse zu Michael Dansby

Im NFL Draft 2026 wurde Dansby in der siebten Runde an Position 255 von den Seattle Seahawks ausgewählt. Beim Pro Day seiner Wildcats unterstrich Dansby zuvor seine Athletik mit beeindruckenden Zahlen. Seine Zeiten im 40‑Yard-Sprint mit 4,37 Sekunden, ein 4,0 Sekunden Shuttle und ein 7,0 Sekunden 3-Cone-Drill hätten beim NFL-Combine unter allen Cornerbacks jeweils für Rang 1 (Shuttle, 3-Cone) oder Rang 2 (40 Yards) gereicht. Kein Wunder, dass gleich mehrere NFL-Teams an Dansby interessiert waren. Und das auch besonders wegen seiner Vielseitigkeit als Cornerback und für die Special Teams, die sich bereits in seiner Zeit bei San José State gezeigt hatte.

Laut Pro Football Focus wurde Dansby in der Saison 2025 bei Arizona 47-mal angespielt und ließ dabei nur 17 Completions zu. Damit fingen seine Gegner lediglich 36,2 Prozent der Pässe. Mit 25 Jahren gilt Michael Dansby als schneller, konstanter Man-Coverage-Spezialist und bringt Eigenschaften mit, die ihm den Sprung in die NFL ermöglichten und seinen Pick durch die Seahawks rechtfertigten.

Größte Stärke von Michael Dansby

Michael Dansbys größte Stärke ist seine für einen Cornerback außergewöhnliche Schnelligkeit und Fähigkeit zur Man-Coverage. Mit einer Körpergröße von 1,80 m bringt Dansby die nötige Größe für Seattles „Dark Side“-Defense mit und überzeugt hauptsächlich durch seinen explosiven Antritt und seine Fähigkeit, Receiver engmaschig zu verfolgen. Er selbst beschreibt sich als „hochexplosiven Speedster, der wirklich covern kann“ und betont dabei stets seinen Einsatz, den man auf dem Film und auf dem Trainingsplatz sehen wird. Als Siebtrundenpick plant er, sich zunächst über die Special Teams zu empfehlen. Dazu sagt er nach dem Draft vielversprechend:  „Gunner ist mein Ding!“

Seit seiner High School-Zeit hat Dansby rund fünf Kilogramm Muskelmasse zugelegt, was bei einem Speedster-Corner weniger im Vordergrund steht als bei einem Lineman. Entscheidender ist sein körperlicher Reifegrad auf dem Feld: Arizona-Cornerbacks-Coach Chip Viney lobte dabei ausdrücklich, wie Dansby die Offseason anging. „Er wurde größer und stärker“, sagte Viney und hob seine Verfügbarkeit und Spielfreude hervor.

Größte Schwäche von Michael Dansby

Michael Dansby besitzt trotz seiner athletischen Fähigkeiten auch klare Limitierungen, die seinen Weg in den NFL-Kader erschweren. Mit 1,80 m und rund 82 kg ist er kleiner als Seattles andere gedraftete Cornerbacks Julian Neal und Andre Fuller. Das kann ein Nachteil gegen größere NFL-Receiver im Zweikampf und bei Jump-Ball-Situationen in der Endzone sein.

Dansby gilt als klarer Entwicklungs-Pick der Seahawks, der zunächst einiges beweisen muss, um sich einen Kaderplatz oder zumindest einen Platz im Practice Squad zu sichern. Trotz guter Zahlen wurde er in der Arizona-Defense oft von anderen Wildcats-Cornerbacks überschattet, von denen drei deutlich früher gedraftet wurden. Analysten sehen ihn zudem als noch sehr „rohen“ Spieler an, was unter anderem auf begrenzte Testdaten zurückzuführen ist, da er nicht zum NFL-Combine eingeladen wurde.

Auch sein Karriereweg zeigt eine gewisse Instabilität. Er wechselte die Schule in der High School, verbrachte drei Jahre bei San José State und landete erst im letzten College-Jahr dann in Arizona. Der Sprung vom Mid-Major- in den NFL-Betrieb ist deshalb erheblich. Auf der Kaderliste der  Seahawks von ESPN wird er aktuell als vierter Cornerback geführt, hinter Josh Jobe, Julian Neal und Andre Fuller.

Fazit zu Michael Dansby

Michael Dansby ist die vielleicht unwahrscheinlichste Geschichte des gesamten Seahawks-Drafts 2026. Er selbst hatte damit gerechnet, überhaupt nicht gedraftet zu werden, und saß den ganzen Tag auf dem Sofa mit seiner Familie, betend und hoffend. Die Seahawks griffen zu. Er bringt die körperlichen Voraussetzungen für Seattles „Dark Side“-Defense mit und bleibt dennoch ein roher Prospect, der sich zunächst über die Special Teams beweisen muss.

Was GM John Schneider und Coach Mike Macdonald sich erhoffen, kann man dennoch erahnen. So geht es darum, dass Dansby sich durch Interceptions im Training in die Rotation spielt und vielleicht unter Macdonald lernt, was er bisher nicht kann. Die Seahawks haben diese Gleichung schon öfter aufgehen lassen. Allein aus der fünften Runde kamen Namen wie Kam Chancellor, Richard Sherman und Riq Woolen und aus der siebten Runde Chris Carson.