Mock Drafts beherrschen die Football-Landschaft, denn der NFL-Draft 2026 ist nur noch wenige Tage entfernt! Da wundert es auch nicht, dass die 12s in Seattle und auf der ganzen Welt ebenfalls heiß auf die Talent-Auswahl in Pittsburgh sind. Und das, obwohl die Seahawks (Stand: 18. April 2026) nach dem Super Bowl-Sieg nur vier Picks haben! Doch bei der altbekannten und in den vergangenen Jahren so erfolgreichen Draft-Philosophie von General Manager John Schneider können hier auch wieder einige Rohdiamanten dabei sein.
In der Vergangenheit waren auch Draft Day-Trades das Markenzeichen des Front-Office im VMAC und auch Head Coach Mike Macdonald scheint hier nicht abgeneigt. Und so steht hinter dem Punkt, mit welchen Spielern er sein Roster verstärken will, noch ein dickes Fragezeichen. Wie der Draft 2026 für die Seahawks dennoch ausgehen könnte, darüber haben sich auch die GSH-Redakteure Gedanken gemacht und deshalb in den vergangenen Tagen den Mock Draft-Simulator von Pro Football Network gespielt.
Welche Rookies würde die Redaktion gerne ab der Saison 2026 in Seattle sehen? Wir zeigen es euch. Aus Gründen der Übersichtlichkeit und mit Blick auf die mal mehr oder mal weniger qualifizierten Meinungen der einzelnen „Mitspieler“ aus unseren Reihen sowie deren College-Kenntnisse wurden hier allerdings nur die ersten drei Draftrunden aus Sicht der Seahawks durchgespielt. Auch deshalb an dieser Stelle der Hinweis: Alle Angaben ohne Gewähr!
Der Mock Draft 2026 von Jonas Meister

#32: Trade mit den Baltimore Ravens – Seattle gibt Pick #32 ab und dafür erhalten die Seahawks die Picks #45 und #80.
#45: Gabe Jacas, Edge, Illinois – Mit dem Abgang von Boye Mafe, einer drohenden Rente von DeMarcus Lawrence und einem möglichen fetten Vertrag für Derick Hall, müssen die Seahawks im Pass Rush vorbauen. Und frei nach dem Motto: „Ein NFL-Team kann nie zu viele D-Linemen haben“, ist hier Gabe Jacas von Illinois der Pick. In Sachen „Production“ explodierte der 21-Jährige an der Alma Mater von Seahawks-CB Devon Witherspoon in den letzten beiden Jahren förmlich. 26,5 Sacks für einen Pass Rusher sind einfach Wahnsinn! So viel Gefahr von der Edge-Position für gegnerische O-Lines könnte genau das sein, was Mike Macdonald für sein Team haben will. Leider offenbarte Jacas am College immer wieder größere Schwächen in der Laufverteidigung. Doch das kann der Coaching Staff der Seahawks dem Modellathleten hoffentlich noch beibringen.
#64: Keylan Rutledge, Guard, Geogria Tech – Ja, mit dem Pick von Grey Zabel im NFL-Draft 2025 scheinen die Seahawks ihre Schwäche in der O-Line ausgemerzt zu haben. Trotzdem gab es während des Super Bowl-Runs immer wieder eine Wackelposition unter den Quarterback-Bodyguards: Right Guard Anthony Bradford. Also draftet Seattle in meinem Mock Ende der 2. Runde jetzt einen Konkurrenten für AB. In diesem Fall Keylan Rutledge von Georgia Tech. Und obwohl „Big Red“ gelegentlich Schwierigkeiten hat, die Edges zu verteidigen, bringt er mit einer aggressiven Spielweise und seiner Hartnäckigkeit große Upside mit. Rutledge ist ein echtes Monster, wenn es darum geht, als Puller für Running Backs zu blocken, was ihn prädestiniert für das Outside Zone-Scheme der Seahawks machen dürfte.
#80: D’Angelo Ponds, Cornerback, Indiana – Einmal Mini-Spoon, bitte! Denn wer sich näher mit D’Angelo Ponds beschäftigt, der merkt schnell, dass der Seahawks-Star Devon Witherspoon sehr ähnlich ist. Er ist ein hervorragender Trash-Talker, hat Spielintelligenz ohne Ende und spielt so aggressiv, dass die 12s vermuten könnte, er wäre ungefähr 20 Zentimeter größer. Denn sein Körperbau könnte für Ponds ein Problem in der NFL werden. So ist der 21-Jährige gerade einmal 1,80 Meter klein und wiegt 82 Kilogramm. Gegen physische Receiver und Tight Ends könnte er als Outside-Corner oft das Nachsehen haben. Doch am College stellte er hier auch seine Ballskills unter Beweis, als er in drei Spielzeiten sieben Interceptions fing und sagenhafte 36 Pässe abwehrte!
#96: Jonah Coleman, Running Back, Washington – Ken Walker jetzt bei den Chiefs, Zach Charbonnet mit Kreuzbandriss und sonst noch Spieler, die bislang nicht mit Starterpotenzial überzeugten. Der Running Back-Room der Seahawks lag vor dem Draft relativ brach. Kein Wunder, dass GM John Schneider hier Verstärkung holen muss, und die kommt in diesem Fall direkt aus Seattle selbst. Jonah Coleman von Washington dominierte in den letzten beiden Jahren das Laufspiel der Huskies. 2024 erlief er am College 1.053 Yards und 10 Touchdowns! Doch im Jahr 2025 wurde Coleman von einer Verletzung gestoppt und trotzdem gelangen ihm 15 Rushing-TDs sowie 354 Yards und 2 TDs als Receiver. Damit zeigt der 22-Jährige auch seine Vielseitigkeit, die ihn im neuen Scheme von OC Brian Fleury direkt zum Starter auf RB machen könnte.
Der Mock Draft 2026 von Thomas Wagner

#32: Colton Hood, Cornerback, Tennessee – Warum? Weil der Absolvent der University of Tennessee ein vielseitiger Defensive Back ist, der auch Box-Safety spielen kann. Somit könnte Hood variabel die Abgänge von Riq Woolen und Coby Bryant auf ihren Positionen in der Secondary ersetzen. Denn Colton Hood ist schnell, hat eine gute Coverage und spielt intelligent. Nur am Tackling muss er noch feilen.
#64: Jadarian Price, Running Back, Notre Dame – Price war mit Jeremiah Love Teil des Top-Running Back-Duos der Fighting Irish, wie wir es schon in unserer Offense-Prospect-Preview gezeigt haben. In Seattles Backfield wäre er dann gewissermaßen als Workhorse ein sinnvoller Ersatz für Ken Walker und eine gleichzeitige Ergänzung zu Zach Charbonnet.
#96: Joshua Josephs, Edge, Tennessee – Gleich noch ein Spieler aus Tennessee, der in diesem Mock Draft auftaucht, und die Rookie-Integration in das Roster der Seahawks für Colton Hood erleichtern könnte. Und gleichzeitig würde dieser Pick Mafe ersetzen. Denn Josephs hat ein athletisches Profil, schnelle Füße und physische Präsenz. Damit scheint er wie gemalt für die Macdonald-Defense zu sein und ist an dieser Position in der 3. Draft-Runde ein Kandidat, sich zu einem echten Steal zu entwickeln.
Der Mock Draft 2026 von Vincent von Geldern

#32: Colton Hood, Cornerback, Tennessee – Anders als die meisten Experten vermuten, könnten die Seahawks, statt den Bedarf auf der Position des Running Backs zu decken, in diesem Draft früh in die Secondary investieren. Als Ersatz für den nach Philadelphia abgewanderten Riq Woolen. Colton Hood von Tennessee bringt dabei ein Profil mit, das durch seine Physis und Spielintelligenz gut in die Defense von Mike Macdonald passt. Seine Stärken in Zone-Coverages, kombiniert mit seiner Zuverlässigkeit als Tackler, ergeben ein Gesamtpaket, das trotz seines nur durchschnittlichen Top-Speeds eine sinnvolle Ergänzung für die aktuelle Cornerback-Gruppe der Seahawks darstellt. Hinter Spielern wie Witherspoon und Jobe fehlt es aktuell nämlich weiterhin an klarer Tiefe und langfristiger Sicherheit. Hood könnte hier also früh Snaps sehen und sich mittelfristig zu einer soliden Option für die Position des Outside-Cornerbacks entwickeln.
#64: Derrick Moore, EDGE, Michigan – Die Seahawks benötigen weiterhin mehr Konstanz im Pass Rush über die Edges, und genau hier kommt Derrick Moore ins Spiel. Der Edge-Rusher von der University of Michigan überzeugt hauptsächlich durch seinen explosiven ersten Schritt und seinen konstant hohen Motor. Zudem gelingt es ihm immer wieder, durch seine Athletik und seinen Einsatz Druck auf den Quarterback auszuüben, auch wenn sein Pass-Rush-Repertoire noch ausbaufähig ist. Für Seattle wäre Moore dennoch ein typischer Pick: Er ist genau der Spielertyp, der zunächst in der Rotation eingesetzt wird, aber das Potenzial mitbringt, sich hinter DeMarcus Lawrence, Uchenna Nwosu und Derrick Hall zu einem festen Bestandteil der Defense zu entwickeln. Und damit perspektivisch den Abgang von Boye Mafe zu kompensieren.
#96: Jonah Coleman, Running Back, Washington – Mit Jonah Coleman könnten die Seattle Seahawks ihrem Backfield zusätzliche Tiefe verleihen. Der Running Back überzeugt an der University of Washington primär durch seine Physis, seine Balance und seine Fähigkeit, nach dem ersten Kontakt weitere Yards zu generieren. Gerade zwischen den Tackles ist er schwer zu stoppen und sorgt mit seinem kraftvollen Laufstil, der dem des aktuell verletzten Zach Charbonnet ähnelt, für konstante Raumgewinne. Im Vergleich zu Kenneth Walker fehlt ihm allerdings bislang die Explosivität für die ganz großen Big Plays. Positiv hervorzuheben ist dagegen sein Blocking-Game. Das sollte es ihm ermöglichen, sich neben Emanuel Wilson schnell eine Rolle in der Rotation zu sichern und Seattles Backfield sinnvoll zu ergänzen.
Der Mock Draft 2026 von Max Horn

#32: Trade mit den Houston Texans – Seattle gibt Pick #32 ab und dafür erhalten die Seahawks die Picks #38 und #69.
#38: Zion Young, Edge, Missouri – Young „schreit“ geradezu Macdonald-Guy. Er ist 1,96 m groß, wiegt 119 kg und hat lange Arme. Eben ein Edge, wie ihn der Head Coach der Seahawks haben will. Er ist ein Experte in der Laufverteidigung, kann aber auch rushen oder Tight Ends in Space decken. An der Line of Scrimmage kann Zion Young fast alles spielen und erkennt Spielzüge schnell. Dazu hört sein „Motor” erst auf, wenn der Pfiff des Schiedsrichters ertönt, und vorher gibt es kein Entkommen. Auch wenn er alle Positionen spielen kann, fühlt Young sich als Edge am wohlsten. Er schützt hier in der Laufverteidigung die Edges der O-Line ab, sodass gegnerische Running Backs nicht nach außen laufen können. Dazu passt auch, dass Zion Young keine Probleme mit Doppelteams hat.
#64: Daylen Everette, Cornerback, Georgia – Everette spielt für die Bulldogs Outside Corner und hat mehr Erfahrung mit dem Zone-Scheme als in Manndeckung. Zudem ist er schnell, da er die 40 Yards beim Combine in 4,38 Sekunden lief. Everette fängt als Passverteidiger aber nicht nur Bälle ab, sondern stoppt als guter Run-Defender auch den Lauf. Gerade in der Zone-Defense zeigt er sein Können. Er liest die Augen des Quarterbacks verlässlich und kann so den einen oder anderen Pass abfangen oder verhindern. Zwar hat er keinen Woolen-Speed, aber mit 4,38 covert Dylan Everette die tiefen Bälle mit.
#69: Keylan Rutledge, Guard, Georgia Tech – Hier ist ein Right Guard, oder? Rutledge kann sowohl Center als auch Right Guard spielen und ist zudem sehr agil auf den Beinen. Gerade im Zone-Blocking und Blocking des Seahawks im zweiten Level als Puller kann er hervorragend sein. „Big Red“ bringt auch eine gewisse Aggressivität mit und beendet seine Blocks, ohne zu zögern. Diese Mentalität zieht sich durch sein gesamtes Spiel. Beim Senior Bowl mussten ihn die Coaches sogar aktiv bremsen. In Pass Protection ist er ebenfalls solide. In fast 400 Snaps hat er nur zwei Blown-Blocks. Dazu glänzte Rutledge als All-State-Basketballer und Kugelstoß-Staatsmeister, was Scouts an seiner Beweglichkeit und Explosivität aus dem Stand erkennen.
#96: Jonah Coleman, Running Back, Washington – Coleman spielte in der Nachbarschaft bei den Seahawks am College und sollte die Truppe vom Puget Sound somit bestens kennen. Zudem wurde mit Jimmie Dougherty, dem Ex-OC der Huskies, in der Offseason ein Coach von JC’s College in den Coaching Staff der Seahawks aufgenommen. Coleman dürfte sich in Seattle also weiterhin wohlfühlen. Was ihn zudem auf dem Feld ausmacht, sind unter anderem seine weichen Hände als Receiver aus dem Backfield. Dazu ist er die Sicherheit in Person. Denn am College hat Coleman nur einen Fumble bei 396 Touches produziert. Außerdem machen ihn seine Kontaktbalance und sein tiefer Schwerpunkt schwer zu tacklen. Dazu kommt seine ausgeprägte Geduld im Backfield. So wartet er, bis sich die Lücke öffnet, und fällt dabei fast immer vorwärts, um Extra-Yards zu erzielen. Washington hat zuletzt viel Zone-Blocking gespielt, was ihm den Übergang zu den Seahawks schematisch erleichtern dürfte. Und auch in der Pass Protection zeigte Jonah Coleman überdurchschnittliche Ansätze.
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