Tellerrand: NFC West Week 16

Die Regular Season steht kurz vor ihrem Ende und St. Louis Rams und San Francisco 49ers dürften vermutlich dankbar dafür sein, denn momentan stehen beide Teams mit einem Loosing Record da.

  • San Diego Chargers @ San Francisco 49ers 38:35

Die 49ers eilen in dieser Saison von einem Tiefschlag zum nächsten. Vor zwei Wochen erst die heftige Niederlage gegen die Raiders, vergangene Woche die zweite blamable Niederlage gegen die Seattle Seahawks und nun schaffen sie es nicht, eine Führung von 21 Punkten zu verteidigen und geben in der zweiten Halbzeit das Spiel völlig aus der Hand um dann in der Overtime per Field Goal zu verlieren und unter .500 zu fallen.

Doch Ehre, wem Ehre gebührt: Philip Rivers und seine Chargers schafften es einen 7:28-Rückstand aufzuholen und sich zumindest vorübergehend einen Playoffplatz zu sichern. Und das ohne die verletzten Ryan Matthews und Keenan Allen. Es bleibt abzuwarten, was dieser Sieg am Ende wert ist und ob die Chargers bei einem möglichen Wild Card Game die zahlreichen Verletzten adäquat ersetzten können.

Die Niners brauchen schon länger nicht mehr an die Playoffs zu denken. Gingen die meisten bei den Problemen zu Beginn der Saison noch davon aus, dass das Team von Jim Harbaugh im Laufe der Saison besser in Form kommen würde – so wie es bei den Seahawks der Fall war – so stellt sich jetzt heraus, dass die Fehler zu Saisonbeginn keine Ausnahme, sondern die Regel waren.

Während die Defense trotz zahlreicher Verletzungssorgen noch respektabel erscheint, ist die Offense der Niners in dieser Saison kaum noch als Offense zu bezeichnen. Das Passing Game ist kaum mehr existent, Quarterback Colin Kaepernick, im Stich gelassen von seiner O-Line, ist nur noch ein Schatten seiner selbst und das Running Game mit dem Veteranen Frank Gore und dem Rookie Carlos Hyde kommt viel zu selten dazu, wichtige Beiträge zum Spielausgang zu liefern.

Den Fehler alleine bei einer Person zu suchen – in diesem Fall Coach Jim Harbaugh – wie es einige Fans und die Medien machen, ist allerdings viel zu einfach. Auch wenn ich mich an dieser Stelle schon häufiger über die momentane Form der Niners und die Probleme von Harbaugh lustig gemacht habe, so finde ich doch, mit etwas mehr Ernst bei der Sache, dass Harbaugh in San Francisco in kurzer Zeit Großes geleistet hat.

Harbaugh kam 2011 von Stanford zu den 49ers, einem Team, dass nur noch ein Schatten seiner großen Zeiten mit Montana, Young und Rice war und acht Jahre in Folge nicht die Playoffs erreicht hatte. Harbaugh übernahm, wurde Coach of the Year und brachte die Niners nach einem Division-Sieg bis ins NFC Championship Game. Das Jahr darauf ging es sogar einen Schritt weiter – man verlor erst im Super Bowl gegen die Ravens.

Im vergangenen Jahr, uns allen vermutlich noch in bester Erinnerung, gewann San Francisco zwar nicht mehr die Division aber schaffte es erneut ins NFC Title Game, wo das Team am Ende an den Fingerspitzen von Richard Sherman scheiterte. Jetzt scheint es so, als wäre Harbaugh schon so gut wie in Chicago, Oakland oder Michigan. Man will ihn scheinbar nicht mehr in San Francisco haben.

Doch sollte ein anderer Coach nächstes Jahr in San Francisco Erfolg haben (falls sich die Gerüchte bewahrheiten), dann geht ein Großteil dieses Erfolgs auf die Arbeit von Jim Harbaugh zurück und wenn man ihn doch weiter in Ruhe arbeiten lässt, dann wird sich auch unter Harbaugh wieder der Erfolg einstellen, denn das Potential ist weiterhin vorhanden.

Sein Pech ist nur, dass weiter oben im Nordwesten ein noch besserer Coach arbeitet.

  • New York Giants @ St. Louis Rams 37:27

Zum ersten Mal seit über einem Monat wurde die Defense der Rams überrannt. Hoffen wir, dass sie bis zum nächsten Wochenende in diesem labilen Zustand bleibt. Die New York Giants konnten die Rams in allen Bereichen bezwingen. Durch die Luft spielten Eli Manning, Odell Beckham Jr. und Rueben Randle Katz und Maus mit der Rams-Secondary und auf dem Rasen lief Andre Williams durch die Abwehrreihen von St. Louis, als stünden dort nur Pappfiguren.

Die Offense der Rams versuchte mitzuhalten, doch einige Fehler (zwei Fumbles und eine Interception) sorgten dafür, dass vor allem die Bemühungen von Quarterback Shaun Hill (24/32, 290 Yards, 2TD), Receiver Kenny Britt (9 Receptions, 103 Yards) und Running Back Tre Mason (13 Carries, 76 Yards), der sich noch immer Carries mit Benny Cunningham teilen musste, am Ende nicht belohnt wurden.

Doch auch wenn die Rams Schwächen gezeigt haben, so sollten die Seahawks noch vom Hinspiel gewarnt sein und dieses Team, das sein Potential Favoriten zu stürzen mehr als ein mal in dieser Saison gezeigt hat, nicht unterschätzen.

Und die Giants? Nächste Saison dürften sie, meiner Meinung nach, nach einer kleinen Auszeit wieder ein Wörtchen im Kampf um die Playoffplätze mitreden. Es sind in dieser Saison gute Ansätze zu sehen. Vor allem in der Offensive ist das Team von Jeff Fisher mittlerweile sehr gut eingespielt. Da bleibt nur die Frage, wer kommende Saison der Spielmacher sein wird.

Die Tabelle der NFC West nach dem 16. Spieltaggsh-tellerrand rund links2

  1. x – Seattle Seahawks (11-4-0 / .733)
  2. x – Arizona Cardinals (11-4-0 / .733)
  3. * – San Francisco 49ers (7-8-0 / .467)
  4. * – St. Louis Rams (6-9-0 / .400)

x – Platz in den Playoffs gesichert
* – rechnerisch keine Teilnahme an den Playoffs mehr möglich

Playoffs: Seahawks und Cardinals haben mindestens eine Wild Card sicher, selbst wenn sie das letzte Spiel verlieren sollten. Rams und 49ers können die Playoffs bereits seit letzter Woche nicht mehr erreichen. Die Seahawks gewinnen den Tiebreaker gegen die Arizona Cardinals durch die Siege in den direkten Duellen.

Momentan hätten die Seahawks in der ersten Runde der Playoffs spielfrei und in den folgenden ein oder zwei Partien Heimrecht.

Der letzte Spieltag der NFC West-Teams

  •  Arizona Cardinals @ San Francisco 49ers (Sonntag, 28. Dezember 2014 – 22:25 Uhr MEZ)
  • St. Louis Rams @ Seattle Seahawks (Sonntag, 28. Dezember 2014 – 22:25 Uhr MEZ)

Auf in die letzte entscheidende Woche. Holen wir uns den 1st Seed! 

GO HAWKS!

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