Preview: Regular Season 2019 (Week 3) – Saints @ Seahawks

Nach zwei engen Auftaktspielen steht für die Seattle Seahawks in Week 3 das zweite Heimspiel an. Zu Gast im CenturyLink Field sind am Sonntag die New Orleans Saints. Das letzte Aufeinandertreffen der beiden Mannschaften entschieden im Jahr 2016 die Saints für sich. Viel wichtiger aber als die Niederlage aus dem letzten Spiel wieder gut zu machen ist es für Seattle, den positiven Trend der noch jungen Saison aufrecht zu erhalten. 2013 starteten die Seahawks ebenfalls mit zwei Siegen in die Runde und gewannen am Ende den Super Bowl.

Doch bevor sie in Seattle jetzt vom großen Wurf träumen, gilt es, Woche für Woche die Pflicht zu erledigen und auch das dritte Saisonspiel zu gewinnen. Die Chancen, den erfolgreichen Saisonstart auszubauen, stehen gut. Hier kommt die Preview zur Partie gegen die New Orleans Saints.

Das Spiel:

  • Kickoff ist am Sonntagabend um 22.25 Uhr deutscher Zeit.
  • Austragungsort ist das CenturyLink Field in Seattle, Washington (67.000 Plätze).
  • Übertragen wird die Partie über den NFL GamePass (hier 7 Tage kostenlos testen) sowie im Free-TV auf ProSieben MAXX und im Livestream bei ran.
  • Schnellcheck: New Orleans Saints

Injury Report:

Stand Freitagabend sind die Seahawks in der Secondary etwas angeschlagen. Sowohl Safety Tedric Thompson (Oberschenkel) als auch Cornerback Tre Flowers (Sprunggelenk) sind für das Spiel am Sonntag fraglich. Jamar Taylor könnte für Flowers nachrücken, Ugo Amadi oder Akeem King wiederum für Taylor in den Slot. Neu auf dem Injury Report erschien nach dem Abschlusstraining außerdem Runningback Rashaad Penny (Oberschenkel). Sollte er nicht spielen können, wird C.J. Prosise mehr Snaps sehen. Cornerback Neiko Thorpe (Oberschenkel) wird aller Voraussicht nach noch nicht zurückkehren, Guard/Center Ethan Pocic (Nacken) könnte ebenfalls ausfallen.

Endlich sein Seahawks-Debüt geben wird dagegen laut Head Coach Pete Carroll Defensive End Ziggy Ansah. Wide Receiver David Moore wird nach ausgeheilter Oberarmfraktur auch seine Saison-Premiere haben. Defensive Tackle Poona Ford kehrt nach ausgeheilter Wadenverletzung wohl in die Startformation zurück.

Die Matchups:

Seahawks-O-Line vs. Saints-Pass-Rush: Mit den Saints kommt laut Pro Football Focus (PFF) die im Pass Rush beste Defense nach Seattle. Mit einer PFF-Note von 82,2/100 liegen die Saints in dieser Kategorien vor dem letzten Gegner der Seahawks, den Pittsburgh Steelers. Mit neun Sacks an zwei Spieltagen führt New Orleans die Defensiv-Statistik an, die Seahawks-Fans vielleicht am meisten fürchten. Bei den Saints sind besonders die Edge Rusher Cameron Jordan und Trey Hendrickson gefährlich, die zusammen schon fünf Sacks verbuchen, das ist die Hälfte aller Sacks der Saints in dieser Saison. Zudem ist die gesamte D-Line der Saints in der Lage, Druck auf Seahawks-Quarterback Russell Wilson auszuüben. Wilsons Passer Rating fällt unter Druck auf einen Wert von 69,9 (zum Vergleich: Rating ohne Druck 145,9). Verhindern soll dies die O-Line der Seahawks, die leider in der Pass Protection die schlechteste der Liga ist (PFF-Note: 43,0/100). Der Fokus wird dabei auf den Tackles Duane Brown und Germain Ifedi liegen, die Jordan und Hendrickson aus dem Spiel nehmen müssen. Mögliche Lösungsansätze, um Wilson mehr Zeit zum Passen zu generieren, wären zusätzliche Blocker oder die Etablierung des Laufspiels, um so Möglichkeiten für den Pass zu eröffnen. Gegen die Steelers eignete sich die Option der schnellen und kurzen Pässe. So erhielte die D-Line der Saints erst gar nicht die Zeit, Wilson ernsthaft unter Druck zu setzen.

Seahawks-Base-Defense vs. Saints-Runningbacks: Mit Superstar Alvin Kamara, der 2017 den Rookie of the Year Award gewann, sowie die Saison 2018 mit 1.592 Scrimmage Yards für 18 Touchdowns abschloss und Veteran Latavius Murray sind die Saints stark besetzt. Im Schnitt erläuft Kamara 5,5 Yards pro Lauf und Murray 4,5 Yards. Die Seahawks sollten bemüht sein, das Laufspiel der Saints schon im Keim zu ersticken, bevor es in Gang kommt. Aktuell lassen die Seahawks lediglich 57 Rushing Yards pro Spiel zu – mit diesem Wert zählt die Defense zu den Top fünf der NFL. Um Saints-Quarterback Teddy Bridgewater in seinem ersten bedeutsamen Spiel von Beginn an seit dem Playoff-Aus mit den Minnesota Vikings gegen die Seahawks im Januar 2016 zu unterstützen, werden die Saints vermutlich ebenfalls den Lauf etablieren wollen. Als Gegenmittel muss die Base-Defense der Hawks standhalten. Defensive Coordinator Ken Norton Jr. muss zusammen mit seinen Spielern das konstant gute Laufspiel weitere der Saints-Offense ausschalten bzw. in Zaum halten.
Dass das Passspiel von New Orleans auch unter Bridgewater weiter Verteidigungen in Atem hält wie zuvor unter Brees, ist nicht unbedingt zu erwarten. Der Ersatz hatte Schwierigkeiten, den Stammspieler in Week 2 gegen die Los Angeles Rams adäquat zu ersetzen (165 Yards bei 56,6 Prozent Completions). Es macht also einen Unterschied, ob Star-Receiver Michael Thomas (2018: 125 Catches, 1.405 Yards, 9 Touchdowns) von Brees oder einem der Backup-Quarterbacks gefüttert wird. Dennoch: Ein Spieler, der nach einer derartigen Horror-Knieverletzung das Comeback schafft, sollte es mit den Seahawks aufnehmen können.

Seahawks-Runningbacks vs. Saints-Laufverteidigung: Was bei den Saints in der Offense eine Konstante ist, ist bei den Seahawks ebenfalls eine. HeadCoach Pete Carroll und Offensive Coordinator Brian Schottenheimer lieben es, den Ball zu laufen. Bei den Saints ist aktuell Middle Linebacker Alex Anzalone verletzt, der eine wichtige Rolle in der Verteidigung einnahm. Der Run-First-Ansatz wird durch diese Tatsache eher noch verstärkt. Zurück bei den Saints ist Defensive Tackle David Onyemata. Er spielte schon gegen die Los Angeles Rams und war mit dafür verantwortlich, die Rams bei 115 Rushing Yards bei 30 Versuchen zuhalten, was einem Schnitt von 3.8 Yards pro Lauf entspricht. Mit 3,5 und 5 Yards pro Lauf über zwei Spiele hinweg weisen Chris Carson und Rashaad Penny ordentliche Werte auf, wobei Pennys Schnitt von einem langen Lauf in Week 2 profitierte und Carson noch nicht auf dem Level der abgelaufenen Saison ist (2018: 4,7 Yards pro Lauf). Beide Runningbacks werden eine wichtige Rolle einnehmen, die im Idealfall den Sieg über die Saints bedeutet.

Seahawks-Passspiel vs. Saints-Cornerbacks: Kurz ein paar Worte zu den Cornerbacks der New Orleans Saints: Marshon Lattimore und Eli Apple sind bei den Saints gerade nicht so wirklich in Form. Lattimore lässt aktuell ein perfektes Passer Rating zu, wenn der von ihm zu verteidigende Receiver angespielt wird. Für Apple sieht die Statistik etwas besser aus. Wenn am Sonntag DK Metcalf und Tyler Lockett auf Lattimore und Apple treffen – zwei Receiver, die eine hervorragende Verbindung zu ihrem Quarterback Russell Wilson haben – wird es für die Cornerbacks schwer, aus ihrem Formtief herauszukommen. Es könnte ein langer Abend für die Secondary der Saints werden. Außerdem sieht es so aus, als steige nun auch Seahawks-Receiver David Moore nach ausgeheilter Oberarmfraktur in den Spielbetrieb ein.

X-Faktor Quarterback Drew Brees: Brees ist indiskutabel einer der besten Spielmacher der NFL-Historie. Nun ist er aber verletzt und einspringen wird für ihn wahrscheinlich Teddy Bridgewater. Einst Starter bei den Minnesota Vikings, kam er nach schwerer Knieverletzung nie zu alter Form zurück und soll nun einen der besten Quarterbacks aller Zeiten ersetzen, falls das überhaupt möglich ist. Die Frage ist: Was machen die Saints aus dieser Situation? Versuchen sie, Bridgewater genauso einzusetzen wie Brees oder werden sie mehr Verantwortung an ihre Runningbacks abgeben? Für beide Fälle müssen sich die Seahawks etwas ausdenken. Und auch der vielseitig im Offensivspiel einsetzbare Quarterback Taysom Hill könnte eine Rolle spielen, die möglicherweise nicht einmal das Werfen des Balls vorsieht. Bereits in Week 1 und Week 2 wurden die Seahawks per Trickspielzug geschlagen, in Week 3 droht diese Gefahr erneut.

Fazit:

Drew Brees fällt aus, Alex Anzalone auch. Zwei wichtige Stützen New Orleans’ fallen somit weg. Das bedeutet nicht, dass die Saints keinen Football mehr spielen können. Es könnte die Aufgabe für die Seattle Seahawks jedoch vereinfachen. Wichtig wird sein, das Laufspiel der Saints zu unterbinden, aber auch Druck auf Bridgewater auszuüben, um das Passspiel ebenso einzuschränken. In der Offensive werden die Seahawks auf ihre Läufer setzen und den Ausfall von Anzalone ausnutzen. Will Seattle zusätzlich noch auf das Passspiel setzen, muss die O-Line der Seahawks einen guten Job machen und durch raffiniertes Play Calling unterstützt werden, denn in Person von Cameron Jordan und Trey Hendrickson stehen der Angriffslinie zwei der besten Pass Rusher der Liga gegenüber.

Prognose: Der Ausfall von Brees trifft die Saints zu hart und die Seahawks werden das Laufspiel der Saints unterbinden. Seattle gewinnt sein zweites Heimspiel mit 24:10.

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