Preview: Regular Season 2019 (Week 12) – Seahawks @ Eagles

Back to Football: Unter diesem Motto geht es für die Seattle Seahawks am Sonntag wieder zurück aufs Feld. Gegner in Woche 12 sind die Philadelphia Eagles – ein Duell, das das Team aus dem Pacific Nothwest nach der späten Bye Week gut erholt angehen kann. Zum Auftakt ins letzte Saisondrittel könnte dieser Kraftvorteil extrem wichtig sein. Schließlich geht es für die Mannschaft von Head Coach Pete Carroll im Rennen um die Playoffs in der NFC nach wie vor richtig eng zu. Der Grund: In Woche 11 fuhren mit Dallas, Minnesota, San Francisco und den Los Angeles Rams fast alle direkten Kontrahenten um einen Platz in der Postseason Siege ein.

Einzig die Eagles kassierten bei der Wiederauflage von Super Bowl 52 gegen die New England Patriots zu Hause eine 10:17-Niederlage. Ein bitteres Ergebnis, das die Mannschaft von Doug Peterson jetzt kräftig unter Druck setzt. Entsprechend motiviert dürften Quarterback Carson Wentz und seine Mitspieler sein, gegen Seattle eine starke Leistung abzurufen. Erstens, um die eigenen  Fans, die die Heimniederlage gegen die Patriots mit einem gellenden Pfeifkonzert quittierten, zu besänftigen und zweitens, um die eigenen Playoff-Chancen weiter am Leben zu halten.

Das Spiel:

  • Kickoff ist am Sonntagabend um 19 Uhr deutscher Zeit.
  • Austragungsort ist das Lincoln Financial Field in Philadelphia, Pennsylvania (69.176 Plätze).
  • Übertragen wird die Partie über den NFL GamePass (hier 7 Tage kostenlos testen), bei ProSieben MAXX und bei ran.
  • Schnellcheck: Philadelphia Eagles

Injury Report:

Im Laufe der Woche deutete sich an, dass Tight End Luke Willson (Oberschenkel) es wohl nicht aufs Feld schaffen wird. An seinem Einsatz ist zu zweifeln. Sein Kollege Ed Dickson (Knie), der am Mittwoch für den 53 Mann-Kader aktiviert wurde, war schon am nächsten Tag nicht mehr im Team, sondern wieder auf der Injured-Reserve-Liste. Seine Saison ist vorbei, weil er aktuell einfach nicht auf 100 Prozent Fitness kommt. Wide Receiver Tyler Lockett (Schienbein) ist auf dem Injury Report überhaupt nicht mehr zu finden. Er wird spielen und sogar wieder Punts und Kickoffs returnen. Defensive End Jadeveon Clowney (Hüfte) wurde unter der Woche auswärts behandelt und wird in Philadelphia zum Team stoßen. Ob er spielen kann, entscheidet sich jedoch erst kurzfristig.

Bei den Eagles sind Runningback Jordan Howard (Schulter) sowie die Wide Receiver Alshon Jeffery (Sprunggelenk) und Nelson Agholor (Knie) fraglich. Right Tackle Lane Johnsons (Gehirnerschütterung) Ausfall steht derweil bereits fest.

Die Matchups:

Seahawks-QB Russell Wilson vs. Eagles-Secondary: MVP. Dieses Prädikat hat sich der Spielmacher der Seahawks in diesem Jahr auch im Auge der meisten NFL-Experten erarbeitet. Warum? Das lässt sich leicht in Zahlen ablesen: 23 Touchdowns hat Russell Wilson in diesem Jahr bisher geworfen – Ligaspitze. Dem stehen lediglich zwei Interceptions gegenüber. Die einzigen Starting-Quarterbacks die genauso entscheidungssicher sind, heißen Patrick Mahomes und Aaron Rodgers. Die Chancen, dass der bestbezahlte Spieler der NFL beim nächsten Gastspiel an der US-Ostküste zeigt, dass er auch aktuell der wortwörtlich “wertvollste” ist, stehen nicht schlecht. Denn die Secondary der Eagles wird schon die ganze Saison über von Verletzungen geplagt. So konnte sich die Gruppe um Starting-Cornerback Ronald Darby und Strong Safety Malcom Jenkins nur langsam einspielen.
Symptomatisch: Gegen New England ließ sich die Passverteidigung der Trickspiel-Experten aus Philadelphia (Stichwort: “Philly Special”) von Julian Edelman übertölpeln. In der Red Zone fand nicht Tom Brady, sondern der Wide Receiver seinen Kollegen Phillip Dorsett zum entscheidenden Touchdown. In seiner Form und mit großgewachsenen Anspielstationen wie DK Metcalf und Josh Gordon dürfte Wilson solche Löcher in der Endzone normalerweise gnadenlos ausnutzen.

Seahawks-DE Jadeveon Clowney vs. Eagles-QB Carson Wentz: Als Seahawks-General-Manager John Schneider kurz vor Saisonstart einen Trade mit den Houston Texans einfädelte und Edge Rusher Jadeveon Clowney nach Seattle holte, wussten viele Experten dank vergangenen Spielzeiten: Der Defensive End kommt erst in der zweiten Saisonhälfte so richtig ins Rollen. Wie das dann aussieht, konnten die 12s gegen die Niners bewundern. Am Ende standen für Clowney fünf Tackles, fünf Quarterback-Hits, ein Sack, ein erzwungener Fumble und ein aufgenommener Fumble, den er zu Seattles erstem Touchdown des Spiels in die Endzone trug. Im Windschatten des Pass Rushers lieferte die Defense der Hawks ihr bestes Saisonspiel ab. Durch den Druck des athletischen D-Liners machte 49ers-Quarterback Jimmy Garoppolo ungewöhnlich viele Fehler.
Und genau die hat Carson Wentz in dieser Saison noch nicht gemacht. Nur vier Interceptions hat der Spielmacher der Eagles bisher geworfen. Für einen Starting Quarterback ein sehr guter Wert, wenn man bedenkt, dass Wentz in den meisten Spielen bisher ordentlich unter Druck stand. 25 Mal konnte es die O-Line der Eagles 2019 nicht verhindern, dass der ehemalige Nummer-zwei-Pick gesacked wurde. Dabei alleine fünfmal gegen die Patriots. Mit einem Jadeveon Clowney in dieser Form werden sich so auch für Seattles D-Line Möglichkeiten ergeben, das lahmende Passspiel von Philadelphia, dass mit 7,1 Yards pro Pass im unteren Drittel der NFL rangiert, zu stören.

Seahawks-RBs vs. Eagles-D-Line: 3,8 Yards. So viel Raumgewinn lässt die Defense der Eagles in der Saison 2019 pro Lauf zu. Ein Wert, der vor Woche 12 den sechstbesten in der ganzen NFL bedeutet. Dank der D-Line um Veteran Fletcher Cox hat die von Defensive Coordinator Jim Schwartz gecoachte Gruppe überhaupt nur 860 Rushing-Yards zugelassen. Nur drei Teams sind in dieser Kategorie bisher besser.
Dem steht am Sonntag auf den Naturrasen des Lincoln Financial Field mit Chris Carson einer der besten Runningbacks der Liga gegenüber. 853 Yards hat Seattles Nr. 32 in zehn Spielen bisher erlaufen. Damit ist der 249. Pick des Draft-Jahrgangs 2017 klar auf Kurs in dieser Saison wieder die 1000-Yard-Marke zu durchbrechen. Seit Marshawn Lynch hat das kein Runningback der Hawks in aufeinanderfolgenden Jahren geschafft. Das Carson sich auch dank des guten Lauf-Blockings der O-Line in den vergangenen zwei Spielen gegen zwei der besten Laufverteidigungen der NFL durchsetzen und 105 bzw. 89 Yards erlaufen hat, spricht für ihn. Wenn da nicht die Fumble-Probleme wären. Der Defense der Eagles wird genau das auch nicht entgangen. Entsprechend hart dürften gerade die D-Line auf den Ball gehen. Kriegt der Hawks-Runningback Nummer eins seine Butterfinger aber in den Griff, stehen die Chancen gut, dass das Laufspiel von Seattle wieder ins Rollen kommt. Mit Rashaad Penny, der gerade mit seiner Schnelligkeit punktet, wenn er mal eine Lücke gefunden hat, steht dazu ein solider Backup bereit. Eine Kombination, die für Russell Wilson und die Offense von Brian Schottenheimer die geliebten Play-Action-Spielzüge möglich machen sollte.

X-Faktor Tyler Lockett: Als Doug Baldwin seine Stollenschuhe vor der Saison an den Nagel hängte, waren sich viele Experten einig: Die Offense der Seahawks wird es schwer haben, den Verlust der Anspielstation Nummer eins für Russell Wilson zu kompensieren. Doch dann hieß es Vorhang auf für Tyler Lockett. Nachdem der Wide Receiver und sein Quarterback schon in der vergangenen Saison ein perfektes Passer Rating von 153,8 hatten, baute das Duo sein traumwandlerisches Zusammenspiel jetzt noch weiter aus. In den ersten zehn Spielen der Saison 2019 kommt Lockett bisher auf 62 Catches, 793 Yards und sechs Touchdowns. Es sind Zahlen, mit denen er das Feld für den Rest der Wide-Receiver-Positionsgruppe öffnet und die ihn deutlich auf Kurs für seine erste 1.000-Yard-Saison brachten, trotz verstärkter Deckung durch gegnerische Cornerbacks. Entsprechend bitter war die Nachricht, dass der neue Nummer-eins-Receiver der Seahawks nach dem Sieg gegen die 49ers mit einer schweren Beinprellung ins Krankenhaus musste. Wie Seattles Offense ohne Tyler Lockett aussehen wird, will sich Head Coach Pete Carroll wohl am besten gar nicht ausmalen. Auch deshalb ist die Hoffnung groß, dass der 27-Jährige mit dem Team nach Philadelphia reisen kann und dort als eines der besten Werkzeuge im Angriffs-Werkzeugkasten für sein Team mit den entscheidenden Unterschied machen kann.

Fazit:

Im Angesicht des schweren Restprogramms der Seattle Seahawks ist das Duell mit den Philadelphia Eagles fast als Pflichtsieg eingeplant. Auf heimischen Rasen wird Philadelphia dem Team von Pete Carroll das Leben aber sehr schwer machen. Die Defense der Hawks bekommt mit dem elftbesten Laufspiel der NFL ein echtes Brett serviert und wird daran zu knabbern haben. Knackpunkt wird Carson Wentz sein, der zwar nicht so mobil ist wie Lamar Jackson von den Baltimore Ravens, aber noch genug Saft in den Beinen hat, um die D-Line und die Linebacker der Seahawks vor knifflige Entscheidungen zu stellen: Konzentrieren wir uns am Boden auf die Runningbacks oder lassen wir den Spielmacher nicht aus den Augen.

Auf der anderen Seite wird Russell Wilson wieder seine MVP-Kunst zur Schau stellen und den Beweis antreten, warum er aktuell das beste Passer Rating der NFL (114,9) hat. Mit DK Metcalf und Neuzugang Josh Gordon, der wie durch Pete Carroll angekündigt diese Woche deutlich häufiger auf dem Feld stehen wird, gibt es zwei Wide-Receiver-Kanten, die der Offense von Brian Schottenheimer neben Tyler Lockett ganz neue Optionen eröffnen. Gepaart mit dem gewohnt zuverlässigen Laufspiel (4,3 Yards pro Lauf) um Chris Carson, werden wieder ordentlich Punkte aufs Scoreboard gebracht und damit auch der Status der Seahawks als ungeschlagenen Auswärtsmacht unterstrichen.

Prognose: Am Ende verbessern die Seahawks mit einem 34:23-Sieg gegen die Eagles ihre Saisonbilanz auf 9-2.

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