Preview: Regular Season 2018 (Week 8) – Seahawks @ Lions

Nach dem überzeugenden Sieg der Seattle Seahawks in London geht es nach der Bye Week gut erholt ins nächste Auswärtsspiel. In Michigan warten im Ford Field die Detroit Lions – und ein paar alte Bekannte. Drei ehemalige Seahawks-Spieler, Receiver Golden Tate, Tight End Luke Willson und Cornerback DeShawn Shead, laufen für die Löwen auf. Auf dem Spielfeld werden die Herren aus Seattle und Detroit jedoch über die gesamte Spieldauer keine Freunde kennen, denn für beide Mannschaften steht viel auf dem Spiel.

Sowohl Seahawks als auch Lions haben aktuell eine Bilanz von 3-3 und können sich noch berechtigte Hoffnungen auf die Playoff-Teilnahme machen. Hinzu kommt, dass die beiden Teams direkte Konkurrenten in der NFC sind, die zuletzt in der Wild-Card-Runde in den Playoffs vor zwei Jahren beim Heimsieg der Seahawks aufeinander trafen.

Was sind die Schlüssel zum Sieg? Und kann die Offensive Line der Seahawks weiter an ihre hervorragenden Leistungen der vergangenen vier Spiele anknüpfen?

Das Spiel:

  • Kickoff ist am Sonntag um 18 Uhr deutscher Zeit. (Achtung Umstellung auf Winterzeit!)
  • Austragungsort ist das Ford Field in Detroit, Michigan (65.000 Plätze).
  • Übertragen wird die Partie ausschließlich über den NFL GamePass.
  • Schnellcheck: Detroit Lions

Der Injury Report:

Die Matchups:

Seahawks-Laufspiel vs. Lions-Laufverteidigung: Das Laufspiel der Seahawks funktionierte in den letzten Wochen immer besser. Mit D.J. Fluker und J.R. Sweezy als Starter auf den Guard-Positionen und der offensiven Philosophie seit Woche Drei konnte Seattle endlich einen erfolgreichen Laufangriff kreieren. In Verbindung mit Runningback Chris Carson weckt diese Offensive Erinnerungen an die Jahre 2012-2014 mit Marshawn Lynch im Backfield. Entscheidend ist, dass Pete Carroll wieder zu einer offensiven Identität gefunden hat, die allem Anschein nach viel besser funktioniert und die Offensive explosiver als noch in den ersten beiden Wochen macht, was auch in diesem englischsprachigen Artikel statistisch belegt wird: Seahawks run to relevance.
Da scheinen die Lions als Gegner gerade Recht zu kommen, zumal sie in der Laufverteidigung bisher große Probleme hatten. Im Schnitt ließ Detroit 139,3 Rushing-Yards pro Spiel zu – Drittschlechtester Wert in der NFL. Um darauf zu reagieren wurde in dieser Woche ein Trade mit den New York Giants vereinbart. Defensive Tackle Damon Harrison wurde für einen Fünftrundenpick verpflichtet und könnte schon gegen Seattle spielen. Sollte er auflaufen, wäre die größte Aufgabe der inneren O-Line, ihn vor allem beim Lauf-Blocking zu stoppen, denn Harrison gilt als einer der besten Laufverteidiger der Liga. Laut Pro Football Focus ist er in der laufenden Saison der viertbeste Verteidiger in dieser Kategorie.

Seahawks-Front Seven vs. Lions-Runningbacks: Auch das Laufspiel der Lions ist nicht zu unterschätzen. Zwar fand LeGarette Blount noch nicht zu seiner Bestform (nur 2,9 Yards pro Lauf), doch in Goal-Line-Situationen ist er immer noch schwer aufzuhalten (3 TDs). Hinzu kommt Zweitrundenpick Kerryon Johnson, der in den vergangenen Wochen zurecht den Job als erster Runningback in der Depth Chart erobert hat. In dieser Saison erlief er bereits 444 Yards bei herausragenden 6,4 Yards pro Lauf und auch als Passempfänger verbuchte er bereits 15 Catches. Auf die Front Seven kommt viel Arbeit zu, die Läufer der Lions in Zaum zu halten.

Seahawks-QB Russell Wilson vs. Lions-Secondary: In Free Safety Glover Quinn und Cornerback Darius Slay haben die Lions auf dem Papier zwei gute Passverteidiger, die Russell Wilson das Leben schwer machen wollen. In dieser Saison war davon jedoch noch nicht viel sehen. Auch Rookie Teez Tabor wurde – oftmals erfolgreich – durch die Luft getestet. Mit einem guten Laufspiel sollte Wilson die Passverteidiger der Lions in Verbindung mit den bewährten Play-Action-Pässen bestrafen.

Lions-Passempfänger vs. Seahawks-Secondary: Man könnte argumentieren, dass Detroit das vielseitigste und beste Passempfänger-Truppe in der NFL hat. Die besten drei Receiver der Lions haben jeweils bereits drei Touchdowns gefangen. Der kleine und wendige Ex-Seahawk Golden Tate ist einer der besten Slot-Receiver der NFL, Marvin Jones besticht als Redzone-Target und der junge Kenny Golladay hat das Potenzial, eines Tages zu den Top 3 Receivern in der NFL zu gehören. Die Cornerbacks Griffin, Flowers und besonders der zuletzt im Tackling etwas wacklige Coleman (im Slot gegen den wieselflinken Tate) haben eine harte Aufgabe vor sich.

X-Faktor Rückkehrer: An diesem Wochenende könnte Outside Linebacker K.J. Wright wieder seine so wichtige Rolle als Starter einnehmen. Sollte er spielen, wird seine Präsenz der Defense gut tun, die dann wohl öfter als in den ersten sechs Wochen in der Base 4-3-Formation mit drei Linebackern zu sehen sein wird.
Auch auf der Tight End-Position war nach dem Ausfall von Will Dissly eine Lücke entstanden. Nun wird Ed Dickson, der sowohl ein passabler Blocker als auch ein solider Receiver ist und als Nummer eins geholt wurde, endlich für Seattle debütieren. Dickson wurde in der vergangenen Free Agency verpflichtet und sorgt für mehr Tiefe in der Postionsgruppe, die in der Offensive von Offensive Coordinator Brian Schottenheimer nicht unwichtig ist. Beide Spieler könnten bei einem Einsatz den Unterschied ausmachen und enorm zum Sieg beitragen.

Fazit:

Schaut man sich an, auf welche Teams Seattle in den kommenden Spielen trifft (Chargers, Rams, Packers), ist ein Sieg fast schon Pflicht und wäre immens wichtig in Sachen Playoff-Chancen. Die Lions, die in dieser Saison zu Hause bereits gegen die Patriots und Packers gewonnen (und gegen die Jets verloren) haben, sollte man mit Heimvorteil jedoch nicht unterschätzen. Insgesamt machten sie in dieser Saison bis auf in Week 1 einen sehr guten Eindruck. Auf Russell Wilson und Co. wartet ein sehr schwieriges Auswärtsspiel.

Prognose: Die Seahawks gewinnen in Detroit knapp mit 24:20.

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