Preview: Regular Season 2018 (Week 17) – Cardinals @ Seahawks

Spiele in Week 17 der Regular Season sind manchmal undankbar. Weil es nicht mehr um viel geht. Weil aber trotzdem irgendwie der Rhythmus erhalten bleiben muss, weil wenige Tage später die Postseason beginnt. Weil Verletzungen eben jede Woche passieren, egal ob das Spiel wichtig ist oder nicht. Fest steht: Die Seattle Seahawks haben ihren Playoff-Platz sicher. Dass sie, wie Head Coach Pete Carroll angekündigt hat, aber trotzdem nur ein paar wenige Spieler schonen werden, liegt daran, dass es für das Team aus dem Pacific Northwest gegen die Arizona Cardinals noch um die Platzierung in den Playoffs geht – und darum, vor heimischer Kulisse mit einem guten Gefühl abzuschließen.

Heimspiele gegen die Cardinals waren für die Seahawks zuletzt selten mit guten Gefühlen verbunden. Nur eine von fünf Partien entschied Seattle im CenturyLink Field seit dem Jahr 2013 für sich. Dreimal in Serie (!) gewannen dort zuletzt die Gäste. Andersherum war es in der Wüste Arizonas, wo die Seahawks bei sechs Aufeinandertreffen fünfmal gewannen und ein wenig glanzvolles 6:6-Unentschieden produzierten, an das wir uns alle nur zu gut erinnern.

Das Spiel:

  • Kickoff ist am Sonntagabend um 22.25 Uhr deutscher Zeit.
  • Austragungsort ist das CenturyLink Field in Seattle, Washington (67.000 Plätze).
  • Übertragen wird die Partie ausschließlich über den NFL GamePass.
  • Schnellcheck: Arizona Cardinals

Injury Report:

Die Matchups:

Seahawks-Laufspiel vs. Cardinals-Laufverteidigung: Ein Matchup wie gemacht für die Seahawks: Der beste Laufangriff der NFL (158,5 Yards pro Spiel) gegen die schlechteste Laufverteidigung der Liga (151,1 Yards pro Spiel, 23 Lauf-Touchdowns gegen sich). Es wäre eine große Überraschung, wenn Seattle am Sonntag nicht zum zwölften Mal in 13 Spielen über 150 Yards am Boden kommen würde. Selbst in Week 4 und damals ohne den formstarken Chris Carson klappte das für die Seahawks. Mike Davis glänzte im Hinspiel mit 101 Yards und zwei Touchdowns.
Es ist recht einfach: Gewinnen die Seahawks dieses Matchup, kontrollieren sie die Uhr, das Spiel und in gewisser Weise auch ihre Verletztensituation, weil von der schwachen Offensive der Cardinals im Gegenzug keine Wunder zu erwarten sind.

Seahawks-Positionsgruppen vs. Cardinals-Veterans: Larry Fitzgerald, Chandler Jones und Patrick Peterson sind drei der wenigen Lichtblicke bei den Cardinals in dieser Saison. Der Wide Receiver ist auch mit 35 Jahren noch produktiv (sogar als Werfer), der Pass Rusher sammelt weiter eifrig Sacks (12 in dieser Saison, 29 in 2017 und 2018 kombiniert) und der Cornerback hat als einziger Verteidiger der Secondary annähernd die Form, die man erwartet. Das heißt im Umkehrschluss, dass die Secondary der Seahawks Fitzgerald im Auge behalten muss, die O-Line Jones von Russell Wilson fern halten muss sowie Tyler Lockett und Doug Baldwin Peterson narren müssen.

Seahawks gegen sich selbst: Es gibt eine Möglichkeit, wie Seattle dieses Spiel verliert: Das Team schlägt sich selbst. Wenn die Seahawks so auftreten wie vor zwei Wochen gegen San Francisco oder schon ein paar Mal in dieser Saison, könnten die Cardinals eine Chance haben. Präziser: Die Seahawks müssten ungefähr dreimal so schwach spielen wie gegen die 49ers in Week 15, um das CenturyLink Field unter Buh-Rufen als Verlierer zu verlassen. Russell Wilson müsste jeder Wurf misslingen, Shaquill Griffin und Tedric Thompson müssten sich vor dem Spiel aus Versehen die Schnürsenkel verknotet haben und nur noch so durch die Gegend stolpern, Brian Schottenheimer und Pete Carroll müssten  so wie in Week 1 oder 2 das Laufspiel nach drei erfolglosen Versuchen aufgeben und nur noch auf den Pass setzen, Sebastian Janikowski und Michael Dickson müssten ihre Kicks ins Seitenaus jagen, Doug Baldwin und Tyler Lockett müssten alles fallen lassen, was in ihre Richtung fliegt. Dazu käme ein neuer Strafen-Rekord: 15 Flaggen für 149 Yards.

X-Faktor Verletzungen: Für den Ausgang dieser Begegnung darf es keinen X-Faktor geben. Spielen die Seahawks ihr Pensum herunter – egal ob mit Startern oder Backups – gewinnen sie und holen sich Platz fünf in der NFC. Daher beschäftigt sich diese Kategorie mit der Befürchtung, die wir alle irgendwo im Hinterkopf herumspuken haben: Verletzungen. Sollte Seattle die Stammspieler aus dem Gefecht nehmen, falls der Vorsprung klar wird und sollte Seattle von größeren Dramen verschont bleiben, geht jeder Fan glücklich und zufrieden in den Jahreswechsel.

Fazit:

Die Seattle Seahawks sind in den Playoffs, das ist am wichtigsten. Mit einem Sieg über die Arizona Cardinals können sie dem vermeintlich schwierigeren Gegner, den Chicago Bears, in der Wild-Card Round zunächst aus dem Weg gehen. Grundsätzlich aber stehen am Ende die Teams im Super Bowl, die zwei oder drei Mannschaften – schwächere und stärkere – auf dem Weg dorthin geschlagen haben. Daher kann man getrost sagen, dass die Rechnerei an dieser Stelle schön, aber für den ganz großen Erfolg nicht der ausschlaggebende Faktor ist.

Vielmehr wäre ein Sieg gut für die ohnehin hervorragende Stimmung. Denn die soll so bleiben, wenn die Saison Anfang Januar mit wenigen Teams aufs Neue beginnt.

Zwei Dinge sollen die Fans im CenturyLink Field am Ende des Abends gesehen haben: Michael Dickson, wie er ein Field Goal verwandelt – per Dropkick. Und die Seahawks-Spieler, wie sie sich über die geringste Anzahl an Turnovers in einer Saison freuen: 10. Das schafften zuvor nur die New England Patriots (2010) und die San Francisco 49ers (2011).

Prognose: Die Seahawks machen es besser als in Week 15 gegen die 49ers, gewinnen klar mit 35:12 und nehmen viele ihrer Starter früh vom Feld.

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