Preview: Regular Season 2016 (Week 7) – Seahawks @ Cardinals

Battle of the Birds 2.0 – Nachdem am vergangenen Sonntag die Falcons im heimischen Nest bezwungen wurden, bittet an diesem Wochenende gleich der nächste „Vogel“ zum Duell. In Glendale, Arizona steigt das erste Spiel gegen die Arizona Cardinals, den wohl stärksten Konkurrenten um die Divisionskrone in der NFC West.

Das Spiel:

  • Kickoff ist in der Nacht von Sonntag auf Montag um 2.30 Uhr deutscher Zeit.
  • Zu sehen ist die Partie in Deutschland per NFL GamePass, sowie auf DAZN.
  • Austragungsort ist das University of Phoenix Stadium – Kapazität: 63.400 Zuschauer
    • Das Stadion war auch Austragungsort des Super Bowl XLIX zwischen den Patriots und den Seahawks
  • Für die Seahawks ist es das sechste Spiel in dieser Season.
  • Die Arizona Cardinals bestreiten bereits ihr siebtes Spiel in dieser Saison
  • Historie:
    • Record: Seahawks – 17 Siege, Cardinals – 17 Siege, keine Unentschieden
    • Erstes Duell: 12.09.1976 – St. Louis Cardinals @ Seahawks 30:24
    • Letztes Duell: 03.01.2016 – Seahawks @ Arizona Cardinals 36:6
  • Hashtags: #SEAvsAZ, #GermanSeaHawkers, #WeAre12

Der Gegner:

Es ist das erste Spiel in dieser Season, in das das Team von Pete Carroll als Underdog ins Spiel geht. Die Buchmacher in Las Vegas sehen die Cardinals momentan mit einem Punkt vorne. Dass die Cardinals als leichter Favorit ins Spiel gehen, ist nicht sonderlich überraschend. Nach einem schlechten Start in die Season hat sich das Team von Bruce Arians gefangen und konnte die letzten beiden Spiel für sich entscheiden. Damit stehen die Wüstenvögel bei einem Record von 3-3.

Für die Seahawks ist es ein sehr wichtiges Spiel. Zum einen hätten sie bei einem Sieg drei Spiele Vorsprung auf die Cardinals und würden somit die NFC West mit einem ordentlichen Polster anführen. Zum anderen wäre der Sieg vor allem aus psychologischer Sicht wertvoll, da sich die Cardinals in den verbleibenden Spielen keinen weiteren Patzer erlauben können.

Ohne Zweifel stellt die Defense der Arizona Cardinals unsere Offense vor ihre bislang größte Herausforderung in dieser Season. Sowohl in erlaubten Punkten pro Spiel (17,3), erlaubten Yards pro Spiel (295) und Passing Yards je Spielzug (5,5) gehört die Cardinals Defense zu den Top 5 Units der NFL. Dazu generierte ihr Pass-Rush 19 Sacks in sechs Spielen und gehört damit ebenfalls zu den Top 3 in der NFL.

Wie in jeder Woche haben wir für euch einige der wichtigsten Matchups aufbereitet. Um einen Sieg mit nach Seattle zu nehmen, muss das Team vor allem die folgenden Matchups für sich entscheiden.

Die Matchups

  • RB David Johnson vs. Seahawks Defense
    David Johnson stellt sich immer mehr als ein Glücksfall für die Cardinals heraus. Wie die Dokumentation „All or Nothing“ aufgezeigt hat, wollte Cardinals GM Steve Keim in der 2015er Draft eigentlich Nebraska Running Back Ameer Abdullah in der 2. Runde nach Glendale holen. Doch die Detroit Lions machten ihm einen Strich durch die Rechnung und schlugen einen Pick vor den Cardinals zu.
    Somit fiel in der 3. Runde des Drafts die Wahl der Cardinals auf Running Back David Johnson, der in Northern Iowa seine Zeit am College verbrachte und den viele Fans und Experten nicht auf dem Schirm hatten, da die Northern Iowa Panthers lediglich ein Division I FCS Team sind (ungefähr die zweite bis dritte Liga des College Football).
    Mittlerweile gehört Johnson zu den besten und vor allem vielseitigsten Running Backs in der NFL. Kein Spieler in der NFL hat bisher soviel Rushing- & Receiving Yards (833) und Touchdowns (8) erzielt, wie David Johnson. Johnson gilt nicht als der schnellste Running Back. Dafür ist er extrem schwer zu tacklen. Das zeigt auch die Statistik: Von 568 Rushing Yards erzielte Johnson 242 Yards, nachdem der 1. Mal von einem Defender berührt wurde. Zusätzlich verfügt Johnson über gute Receiving-Fähigkeiten. Daher ist es nicht verwunderlich, dass er häufig als Receiver, der aus dem Backfield in Motion geschickt oder sich direkt im Slot aufstellt , eingesetzt wird.
    Wenn die drittbeste Run-Defense der NFL David Johnson unter Kontrolle halten kann, wäre das der erste wichtige Schritt in Richtung Auswärtssieg.
  • QB Carson Palmer vs. Seahawks Pass-Defense
    Die Leistungen von Palmer sind in diesem Jahr als schwankend zu beurteilen. In manchen Spielen zeigt er sein Können und führt die Offense über das Feld in Richtung der gegnerischen Endzone. Vor allem mit mittleren und langen Bällen kann er an guten Tagen jeder Defense großen Schaden zufügen. Allerdings gibt es auch immer wieder schlechte Auftritte von ihm, in denen er freie Receiver über- oder unterwirft und vor allem Turnovers produziert. So zum Beispiel im Spiel gegen die Buffalo Bills als er vier Interceptions warf.
    Für die Seahawks wird es vor allem auf zwei Faktoren ankommen. Gute Kommunikation in der Secondary und ausreichend Druck auf Palmer, damit er nur wenig bzw. nicht genüg Zeit in der Pocket hat. Sofern Palmer genug Zeit in der Pocket hat, kann er zusammen mit seinen gefährlichen Receivern (Fitzgerald, Brown, Nelson, Johnson) jede Defense bezwingen. Da trifft es sich gut, dass Pass-Rusher Frank Clark wieder mit von der Partie ist und auch Michael Bennett gehen die Cardinals auflaufen kann.Im Ende des Spiels gegen die New York Jets zog sich Palmer einer Harmstring-Verletzung zu und verpasste während der Woche einige Traningssnaps. Es ist davon auszugehen, dass er Sonntagnacht spielen wird. Die Frage wird nur sein, ob die Verletzung ihn in irgendeiner Art und Weise beeinträchtigen wird.
  • RB Christine Michael vs. Arizona Run-Defense
    Wenn die Defense der Cardinals eine Schwachstelle hat, dann ist es deren Run-Defense. Mit 104 abgebenden Rushing-Yards per Game und 4.0 Yards per Run gehört die Run-Defense der Arizona Cardinals nur zum Mittelfeld der NFL.
    Auf der anderen Seite gehört das Laufspiel der Seahawks leider auch nicht zu den Top 10 der NFL. Im Durchschnitt erzielten Christine Michael und Co. nur 88,8 Rushing Yards je Spiel. Dieser Wert bedeutet Rang 24 in der NFL. Vor allem nach den letzten vier Jahren, in dem das Laufspiel die tragende Stütze der Offense war, ist das ein ungewohntes Bild. In der vergangenen Season erzielte das Running Game 141,8 Yards pro Spiel und belegte Rang 3 in der NFL. Neben dem Ausfall von Thomas Rawls, sind vor allem die neuformierte Offensive Line sowie die Verletzung von Russell Wilson als Gründe für die verschlechterten Werte aufzuführen. Nichtsdestotrotz muss sich das Running Game steigern, um in Arizona sowie in den verbleibenden Spielen erfolgreich zu sein bzw. erfolgreich zu bleiben.
  • LT Bradley Sowell & RT Garry Gilliam vs. Chandler Jones & Markus Golden
    Für Left Tackle Bradley Sowell ist es eine Rückkehr zur alten Arbeitsstätte. Von 2013 bis 2015 spielte er für die Cardinals. Hoffentlich ist die Rückkehr eine zusätzliche Motivation, die nochmals zu einer Leistungssteigerung führt. Diese wird er auch benötigen. Right Tackle Garry Gilliam und er stehen nämlich vor einer schweren Aufgabe – dem Ausschalten von Chandler Jones und Markus Golden.
    Jones, der vor der Season aus New England kam, und Golden erzielten zusammen zehn von 19 Sacks der Cardinals und gehören zu den besten Pass-Rushern in der NFL. Auch wenn Russell Wilson betont, dass er immer mobiler und schneller wird, ist er noch nicht auf seinem gewohnten Level. Aus diesem Grund wird es enorm wichtig sein, dass Sowell, Gilliam und die restliche Offensive Line die guten Ansätze aus den vergangenen Spielen bestätigen können.
    Dass die Offensive Line auf einem besseren Niveau spielt, als in der vergangen Spielzeit zeigt mal wieder die Statistik: In dieser Season hat die Offensive Line zehn Sacks abgegeben. Im letzten Jahr nach fünf absolvierten Spielen waren es bereits 22 Sacks. Um in Arizona zu bestehen, muss die Offensive Linie diesen Aufwärtstrend bestätigen.
  • Kicking Game & Turnover-Battle
    Giveaways zu vermeiden und Takeaways zu kreieren ist in jedem Spiel wichtig. In den Spielen gegen die Arizona Cardinals ist es umso wichtiger. Die Cardinals verloren sowohl gegen die Rams als auch die Bills. In beiden Spielen verloren sie fünf Mal den Ball durch eine Interception oder einen Fumble. In den Spielen, die sie gewonnen haben, spielten sie nahezu fehlerfrei.
    Das Kicking Game entwickelt sich in der gesamten NFL immer mehr zu einem Glücksspiel. Die Seahawks haben das am vergangenen Wochenende selbst erfahren müssen, als Stephen Hauschka ein Field Goal sowie einen Extra-Point verschoss und vier Punkte auf der Strecke blieben. Vor allem in Spielen, in denen sich beide Teams auf Augenhöhe bewegen, können bzw. sind solche Fehler spielentscheidend.
    Am vergangenen Wochenende hatten die Seahawks Glück. Das gleiche Glück blieb den Cardinals in Week 1 gegen die Patriots verwehrt als Chandler Catanzaro das Game-Winning-Field Goal verschoss.

Die Seahawks:

  • Fokus:
    • SS Kelcie McCray – In der vergangenen Woche haben wir in unserem Preview Kelcie McCray erwähnt, und dass sein Einsatz zu Kommunikationsproblemen in der Secondary führen könnte. Wir hassen es, wenn wir mit solchen Aussagen recht behalten. In dieser Woche wird McCray höchstwahrscheinlich erneut für Kam Chancellor als Strong Safety auflaufen.
      Auch wenn Chancellor noch nicht für Out erklärt wurde, besteht nur wenig Hoffnung auf einen Einsatz am Sonntag. Es bleibt zu hoffen, dass eine komplette Vorbereitungswoche zu einer besseren Kommunikation in der Secondary führt. Sofern dies nicht der Fall ist, hat Carson Palmer die notwendigen Fähigkeiten, um die Seahawks Defense zu schlagen.
    • Seahawks Linebacker
      Nachdem nun auch Kevin Pierre-Louis verletzungsbedingt ausfällt, wird es dünn auf der Linebacker-Position. Pierre-Louis, der am vergangenen Wochenende für den verletzten Mike Morgan spielte, zog sich eine Knieverletzung zu und wird nicht spielen können. Gegen die Cardinals ist damit zu rechnen, dass die Defense die meiste Zeit in ihrer Nickel-Formation spielen wird und somit Wagner und Wright die beiden einzigen Linebacker auf dem Feld sind.
      Es wird interessant sein zu sehen, wie die Defense agiert, wenn Cardinals ihren Gameplan anpassen und vermehrt mit zwei Tight Ends spielen. Die Tiefe auf der Linebacker-Unit gilt es auf jeden Fall im Auge zu behalten.
    • Seahawks Tight End
      Gegen die Atlanta Falcons zog sich Luke Willson eine Knieverletzung zu, die im ersten Moment wesentlich schlimmer aussah als es im Nachhinein scheinbar der Fall ist. Auch wenn Willson einige Wochen ausfallen wird, hatte er Glück im Umglück, da laut Pete Carroll bei der Operation des Knies nicht sehr viel repariert werden musste, was auf eine schnellere Reha hoffen lässt.
      Willsons Verletzung macht nun den Weg für Brandon Williams und Rookie Nick Vannett frei. Beide werden Luke Willson aber voraussichtlich nicht eins zu eins ersetzen können. Williams gilt als solider Blocker, der aber mit dem Catching seine Probleme hat. Nick Vannett wurde als Y-Tight End geholt, der im College vor allem als Blocker eingesetzt wurde. In der Offseason fiel er dann aber vor allem durch seine guten Hände positiv auf.
      In wie weit sein Blocking bereit für die NFL sind, wird sich zeigen. Verletzungsbedingt verpasste er die ersten Spiele, war vergangenes Wochenende zum ersten Mal im Kader, aber spielte nur drei Snaps. Es wird spannend zu beobachten sein, wie die Seahawks versuchen werden Willson zu ersetzen.

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Wie bereits im Verlaufes des Textes erwähnt, steht hinter dem Einsatz von Kam Chancellor ein großes Fragezeichen bzw. es ist damit zu rechnen, dass er nicht rechtzeitig Fit wird. Dafür gibt es gute Nachrichtigen von Rookie Running Back C.J. Prosise. Im Laufe der Woche trainierte er ohne Handgelenksschiene und scheint wieder Einsatzbereit zu sein. Einsatzbereit ist auch Michael Bennett, in der 2. Hälfte gegen die Falcons verletzungsbedingt pausieren musste.

Podcast #033 – ZWISCHEN WEEK 6 (FLACONS) UND WEEK 7 (CARDINALS)

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