Preview: Regular Season 2014 (Week 6) – Cowboys @ Seahawks

Nachdem es am Montag den erwarteten Sieg gegen Washington gab, kommt am Sonntag das bisherige Überraschungsteam der Saison zu Besuch nach Seattle. Vor dem Start der Spielzeit haben nur wenige Experten den Dallas Cowboys einen 4-1-Start zugetraut. Zu groß waren die Fragezeichen rund um das Team. Ist QB Tony Romo nach seiner Rückenoperation fit und wie steht es um die Defense, die während der Offseason viele Rückschläge hinnehmen musste, das waren nur einige Fragen, die sich die Experten stellten.

Nach fünf Spielen kann man einige Fragen ansatzweise bereits beantworten. Romo, der im ersten Spiel gegen unseren Divisionsrivalen aus San Francisco noch etwas steif wirkte, kam in den letzten Wochen immer besser in Fahrt und spielt bisher eine sehr solide Saison. Als Hauptgrund für die gute Leistung der Cowboys-Offense können wir zwei Dinge festmachen. Zum einen RB DeMarco Murray, der zurzeit wohl beste Running Back der NFL wenn wir nach den Stats gehen, und zum anderen die herausragende Offensive Line, die sowohl viele Löcher für Murray freiblockt, aber auch eine starke Leistung im Pass Blocking an den Tag legt und Romo somit die nötige Zeit gibt.

Schauen wir uns die Leistung der Cowboys-Offense und insbesondere die Leistung von deren Laufspiel einmal genauer an. DeMarco Murray hat in den ersten fünf Spielen dieser Saison jeweils die 100 Yard-Marke geknackt und führt die Liga in Rushing Attemts (130), Yards (670), Yards per Game (134) und erreichten First Downs (37) an. Allerdings führt Murray die Liga auch in einer negativen Kategorie an. Kein Running Back hat in dieser Saison den Ball öfter verloren als er.

Wie eben schon aufgeführt, spielt die O-Line der Cowboys eine sehr starke Season. Das ist auch gar nicht so verwunderlich. In letzten vier Jahren hat Dallas drei Mal mit dem First Round Pick einen Spieler für die Offensive Line gedraftet: LT Tyron Smith, Center Travis Frederick und RG Zach Martin, der im letzten Draft ausgewählt wurde, bilden die Stützen der Offensive.

Die Cowboys-Defense überrascht

Die Defensive der Cowboys war vor der Saison das größte Fragezeichen in Dallas. Viele Experten schlugen die Hände über dem Kopf zusammen und meinten, dass dies wohl eine der schlechtestes Verteidigungen der NFL-Geschichte werden könnte. Nun, die Cowboys-Defense gehört nicht zu den besten Einheiten der Liga, belegt aber in den meisten Kategorien nur einen leicht unterdurchschnittlichen Platz:  369,8 Yards per Game (Platz 20), 247,8 Passing Yards p. Game (Platz 18 und somit drei Plätze besser als unsere LOB),  122 Rushing Yards per Game (Platz 20), 20,6 Points per Game (Platz 20).

Dies gelingt den Cowboys hauptsächlich durch gutes Teamplay. Auf Seiten der Defense gibt eigentlich keinen Spieler, der sonderlich aus der Masse herausragt. Wenn man einen Spieler herausnehmen möchte, könnte es eventuell Linebacker Rolando McClain sein, der den verletzten Sean Lee zu ersetzen versucht. McClain, der 2010 von den Raiders an achter Stelle gedraftet wurde, letztes Jahr bereits sein Karriereende erklärte bevor er dann doch von Ravens nochmal verpflichtet wurde, hat in dieser Season 19 Tackles, einen Sack sowie eine Interception auf dem Konto. Während der Woche verpasste er zwei Trainingseinheiten und ist zurzeit als Questionable für das Spiel gegen uns eingestuft. Allerdings gehen die Cowboys davon aus, dass er spielen wird.

In den vergangenen Wochen habe ich an dieser Stelle immer mehrere wichtige Matchups bzw. Faktoren kurz vorgestellt. Diese Woche beschränke ich mich auf nur einen – enorm wichtigen – Punkt:

  • Murray vs. Seahawks-Defense: 

Wenn es am Sonntag ein einigermaßen normales Spiel wird, dann sehe ich für die Cowboys nur einen Weg, wie sie in Seattle gewinnen können und dieser geht über DeMarco Murray. Für unsere Defense wird es entscheidend sein, ihn und das Running Game der Cowboys zu stoppen. Schaffen wir das, wird es schwer für die Cowboys im CenturyLink Field zu bestehen. Ansonsten erwarte ich einen ähnlichen Game Plan, wie ihn die Chargers gegen uns gespielt haben. Laufspiel etablieren, Play Action-Spielzüge sowie den ein oder anderen tiefen Ball auf die Wide Receiver Dez Bryant und Terrance Williams.

Glücklicherweise spielte unsere Run-Defense bisher auf einem sehr hohen Niveau – sie ist statistisch gesehen die beste der Liga. So stehen die Vorzeichen nicht schlecht, dass wir Murray wenigsten etwas Wind aus den Segeln nehmen.

Allerdings muss unsere Defense eventuell auf einen wichtigen Baustein verzichten. Strong Safety Kam Chancellor verletzte sich im Spiel gegen Washington an der Hüfte und wird auf dem Injury Report als Questionable geführt. Ob er spielen kann, wird sich voraussichtlich erst kurz vor Spielbeginn herausstellen.

Auf Seiten der Offense müssen wir wohl auch auf einen All-Pro Spieler verzichten. Center Max Unger wird aufgrund seiner Fußverletzung, die er sich ebenfalls am vergangenen Montag zuzog, wohl nicht spielen können. Jedenfalls wird er als Doubtful geführt und Head Coach Pete Carroll meinte, dass sein Einsatz einem Wunder gleichkommen würde. Stephen Schilling, der gebürtig aus Seattle kommt, wird somit wahrscheinlich seinen ersten NFL-Start als Center bestreiten. Für die sowieso schon wackelige O-Line ist dies natürlich ein weiterer Rückschlag.

Wer also von einem einfachen Spiel ausgeht, wird morgen höchstwahrscheinlich enttäuscht werden. Wir sollten uns eher auf die nächste knappe Partie mit einer ordentlichen Portion Spannung und Nervenkitzel einstellen.

Go Hawks!

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