Recap: Regular Season 2014 (Week 13) – Seahawks @ 49ers

Zum ersten Mal seit 2008 konnten die Seahawks ein Spiel gegen ihren größten Rivalen in San Francisco (bzw. Santa Clara) gewinnen und beeindruckten mit ihrer Leistung auf ganzer Linie. Nachdem fünf Tage zuvor die Arizona Cardinals mit 19:3 besiegt wurden, endete auch das Spiel gegen die 49ers mit 19:3.  Somit kann unser Team einen Record von 8:4 aufweisen, belegt zurzeit Platz zwei in der NFC West und kann sich weiterhin Hoffnung auf eine erneute Playoffteilnahme machen.

In unserem Rückblick schauen wir uns die Leistungen der drei Mannschaftsteile genauer an.

Defense:

Die Leistung der Defense kann eigentlich nicht genug gewürdigt werden. Vom Anfang des Spiels bis zum Ende dominierte und ließ den 49ers nicht den Hauch einer Chance. Im gesamten Spiel überquerte die 49ers-Offense nur ein einziges Mal die Mittellinie und erzielte gerade mal 164 Total Yards.

Unsere Laufverteidigung, die vor zwei Wochen gegen die Chiefs sehr löchrig wirkte, kontrollierte Frank Gore und Carlos Hyde und erstickte das Running Game von San Francisco bereits im Keim. Auch Colin Kaepernick, der Quarterback nach Russel Wilson mit den meisten Rushing Yards, wurde sehr gut in der Pocket gehalten, was lange Läufe von ihm verhinderte.

Die Running Defense war gut, die Legion of Boom war grandios. Unterstützt von einem guten Pass Rush, welcher insgesamt vier Sacks verbuchen konnte, verteidigte die Secondary sehr gut, ließ keine Big Plays zu und generierte zwei Richard Sherman-Interceptions. Insbesondere Byron Maxwell und Sherman hatten einen guten Abend und verwandelten die Außenseiten in No-Fly-Zones:

Richard Sherman wurde nach dem Spiel zum Co-MVP des Spiels ausgezeichnet, was er sich mit seinen zwei Interceptions, zwei Pass Deflections sowie zwei Tackles redlich verdient hatte.

Wenn es etwas an der Leistung auszusetzen gibt, dann sind das die vielen Penalties, die wir in der Defense kassiert haben. Vor allem Pre-Snap-Strafen wie Neutral Zone Infraction und Offside sind unnötig, kommen zu häufig vor und erschweren uns das Leben. Michael Bennett ist aktuell pro Spieltag einmal für eine solche Strafe gut, darauf kann man ohne viel Risiko eine Wette abschließen.

Offense:

Die Offense tat sich zu Beginn des Spiels gegen eine gute SF-Defense schwer und brauchte einige Zeit, bis sie ins Spiel fand. So ist es nicht verwunderlich, dass das erste First Down der Seahawks durch eine Strafe der 49ers spät im 1. Viertel zustande kam.

In der O-Line gab es zwei Veränderungen gegenüber dem Cardinals-Spiel. James Carpenter kehrte nach überstandener Knöchelverletzung zurück und ersetze Alvin Bailey als Left Guard. Als Center kam diesmal Lemuel Jeanpierre zum Einsatz, den die Seahawks erst kurz vor dem Duell gegen Arizona verpflichtet hatten. Im Vergleich zum vergangenen Spiel machte die O-Line einen gefestigteren Eindruck und ließ „nur“ vier Sacks zu. Allerdings muss dazu auch gesagt werden, dass Wilson wieder einmal häufig unter Druck stand und das Play dank seiner flinken Beine am Leben erhalten konnte.

Nachdem das Laufspiel gegen Arizona für seine Verhältnisse etwas schwächelte, war es gestern wieder das Fundament der Offense. Trotz kurzer Pause und einigen Blessuren hatte Marshawn Lynch einen guten Abend und lief wieder für über 100 Yards.

Auch das Passing Game sah wesentlich besser aus als dies noch gegen Arizona der Fall war. Hauptgrund hierfür waren unsere beiden Tight Ends Luke Willson und Tony Moeaki, die zusammen fünf Pässe für 102 Yards fingen. Insbesondere Moeaki stellte sich bislang als echter Steal für die Seahawks heraus. Er ist zwar kein guter Blocker, dafür aber ein guter Receiver, der einen Linebacker durchaus vor Probleme stellt. Bisher verfügte Russell Wilson mit Zach Miller und Luke Willson über keinen derartigen TE, was manch ein Experte als Schwachstelle in unserer Offense ausmachten.

Auch wenn die Leistung der Offense als solide bezeichnet werden kann, hat sie eine große Schwachstelle. Die Redzone-Offense. Sie ist der Grund, warum das Spiel nicht schon früher entschieden war und nicht mehr Punkte auf Scoreboard kamen. Insgesamt hatte die Offense fünf Mal den Ball innerhalb der 20 Yard Line von San Francisco. Wenn daraus nur ein Touchdown und dazu vier Field Goals entstehen, ist das viel zu wenig. Es ist nicht das erste Spiel, in dem die Offense Probleme in der Redzone hat. Vor allem wenn wir an das nächste Spiel gegen die Eagles denken, die viel und schnell punkten, muss unter der Woche an dem Problem gearbeitet werden. Der Vorteil nach der kurzen Woche – eine etwas längere Woche für Regeneration und intensive Vorbereitung.

Special Teams:

Nach einigen Spielen mit vielen Problemen und haarsträubenden Fehlern in den Special Teams ist seit einigen Spielen eine deutliche Steigerung zu erkennen. Kicker Steven Hauschka hatte wie bereits gegen Arizona einen starken Tag und versenkte alle vier Field Goal-Versuche. Auch Punt- und Kickoff-Teams machten einen guten Job, ließen keinen langen Return zu und eroberten einen Fumble, nachdem Ricardo Lockette den Ball aus den Armen des ehemaligen Seahawks-DB Perish Cox boxen konnte.

Fazit:

Am Ende war es ein verdienter Sieg für die Seahawks, der im Grunde noch wesentlich höher hätte ausfallen können, wenn die Offense die ein oder andere Möglichkeit in der Redzone genutzt hätte. Nach dem Spiel wurden Richard Sherman und Russell Wilson zu den MVPs des Spiels gekürt und durften an einem Tisch auf dem 49ers-Logo an der Mittellinie ihren Truthahn verspeisen. Ein besseres Ende hätte dieses Spiel nicht haben können. Ein unbezahlbares Bild für die Ewigkeit:

Dem Team kann man jetzt noch ein frohes Thanksgiving-Fest und ein paar Tage Erholung wünschen, bis es am Montag mit der Vorbereitung auf das schwere Auswärtsspiel in Philadelphia losgeht. Head Coach Pete Carroll hatte nach dem Spiel auch noch eine gute Nachricht:

Go Hawks!

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