Recap: Regular Season 2019 (Week 12) – Seahawks @ Eagles

Die Seattle Seahawks haben die Philadelphia Eagles auswärts mit 17:9 besiegt in einem Spiel, in dem beide Mannschaften sich das Leben selbst schwer machten. Auf Seiten der Gäste war es die Offense um Russell Wilson, die den Seahawks ein klareres Ergebnis verwehrte. Der MVP-Kandidat hatte ein für seine Verhältnisse unterdurchschnittliches Spiel und muss aufpassen, das Rennen um die begehrteste Spieler-Auszeichnung der NFL nicht gegen Lamar Jackson von den Baltimore Ravens zu verlieren. Die Offensive fiel meist durch Strafen und fallen gelassene Pässe auf und zeigte kollektiv keine gute Leistung.

Auf der anderen Seite zeigte die Defensive eine hervorragende Leistung gegen eine Eagles-Offense, der mehrere Starter und der Rhythmus fehlten. Allen voran der Pass Rush um die Defensive Ends Ziggy Ansah, Rasheem Green und Shaquem Griffin, der auch ohne den verletzten Leistungsträger Jadeveon Clowney zu überzeugen wusste.

Positiv:

Defensive: Zwar verbuchten die Pass Rusher der Seahawks nur drei Sacks, waren in diesem Spiel aber Seattles stärkste Positionseinheit. Das lag vor allem an Ziggy Ansah, Rasheem Green und Shaquem Griffin, die immer und immer wieder Druck auf Carson Wentz ausüben konnten. Ansah hatte sein Breakout-Spiel und konnte endlich zeigen, weshalb er im Mai von den Seahawks soviel Geld bezahlt bekam – 1,5 Sacks konnte er verzeichnen. Green brachte Wentz ebenfalls mit einem Strip-Sack zu Boden. Griffin verfehlte mehrfach um ein Haar seinen ersten Karriere-Sack. Vor allem deshalb hatte der Eagles-Quarterback einen sehr schweren Stand gegen die Defensive. Bis zum Touchdown in der Garbage Time ließ die Seattle-Defensive nur drei Punkte zu und war hauptverantwortlich für den Sieg. Fünf Turnover konnten die Verteidiger der Seahawks verbuchen, darunter drei Fumbles, jeweils eine Interception von Safety Bradley McDougald und Cornerback Tre Flowers, der mit seinem zweiten Pick der Saison seine ansteigende Form bestätigte. Das war Seattle zuletzt im Oktober 2017 bei den Los Angeles Rams gelungen.

RB Rashaad Penny: Einer der wenigen Lichtblicke in der Offensive war überraschenderweise Rashaad Penny. Der First-Round Pick aus dem vergangenen Jahr machte aus 14 Läufen ganze 129 Yards. Highlight war der 58-Yard-Touchdown, als Penny allen Eagles-Verteidigern durch die Mitte davonlief und für den längsten Rushing-Touchdown der Seahawks seit drei Jahren sorgte. Vor drei Jahren war es übrigens C.J. Prosise, der auf heimischen Boden auch gegen die Eagles mit einem Touchdown-Lauf über 72 Yards für sechs Punkte sorgte. Angesichts der schwachen Leistung von Carson, der nur acht Carries erhielt und zwei Fumbles verursachte (einer wurde Russell Wilson in der Statistik zugeschrieben), lieferte er gute Gründe, in Zukunft mehr Spielzeit zu erhalten.

HC Pete Carroll: Bonuspunkte für Style gehen an den Cheftrainer.

Neutral:

QB Russell Wilson: Man könnte argumentieren, Wilson war einen verfehlten Wurf sowie ein oder zwei fallen gelassene Bällen von einem gutem Spiel entfernt gewesen. Unter dem Strich bleibt jedoch trotzdem ein eher schwaches Spiel des Spielmachers. 13 von 25 Pässen für 200 Yards, einem Touchdown sowie einer Interception brachte der Quarterback an den Mann. Zwar wurde Wilson immer wieder von seinen Receivern (besonders Wide Receiver DK Metcalf mit drei fangbaren Bällen) im Stich gelassen, hatte aber auch mehrere uncharakteristische Würfe, bei denen er seine Passempfänger schlicht verfehlte. Allen voran ist hierbei der Wurf auf Jacob Hollister zu nennen, den er weit offen in der Endzone aus kurzer Distanz überwarf. Will Wilson MVP werden, muss er dem Wind im Stadion in Philadelphia trotzen und besser als in den vergangenen beiden Spielen sein, wenngleich die Eagles wie auch die San Francisco 49ers in Week 10 eine ziemlich gute Defensive haben.

Negativ:

Offensive: Immer wieder hatte die Offensive die Chance, das Spiel zu entscheiden, versagte aber in den entscheidenden Momenten trotz Hilfestellung der eigenen Defensive. Alleine in der ersten Halbzeit ließ die Offensive durch einen verfehlten Pass von Wilson sowie einem Drop von Metcalf mindestens elf Punkte liegen. Negativ zu nennen ist auch die Leistung von Chris Carson. In zwei aufeinanderfolgenden Plays verlor der Runningback den Ball, was sogar dazu führte, dass Wilson beim zweiten Ballverlust von Carson aus der Haut fuhr (was er sonst nie tut). Wide Receiver Tyler Lockett wurde von der Secondary der Eagles weitgehend aus dem Spiel genommen, wenngleich man Wilsons liebsten Anspielstation anmerkte, dass er nach seiner Verletzung in Week 10 noch nicht wieder bei 100 Prozent war.

Strafen: Holdings und False Starts brachten die Offense der Seahawks immer wieder aus dem Rhythmus. Zwölf Strafen waren es am Ende auf Seiten der Seahawks, die das Spiel viel enger machten, als es hätte sein müssen.

Verletzungen:

Defensive End Jadeveon Clowney fehlte die gesamte Woche über im Training. Am Freitag besuchte er in Philadelphia einen Spezialisten, um seine Hüftverletzung behandeln zu lassen. Rechtzeitig fit wurde er dennoch nicht. Aus dem Spiel sind bislang nur zwei Verletzungen bekannt. Defensive Tackle Jarran Reed zog sich eine Verletzung am Sprunggelenk zu und kehrte nicht zurück aufs Feld. Fullback Nick Bellore verließ den Rasen mit einer Oberschenkelverletzung, bei ihm ist zum Ausmaß jedoch bislang nichts bekannt. Details werden wohl spätestens am Montag bekannt.

Fazit:

Die Seattle Seahawks sind 9-2 insgesamt und 6-0 bei Auswärtsspielen. Wenngleich dieses Spiel für 12s zum Teil frustrierend war, steht am Ende ein klarer und auch verdienter Sieg, der einen weiteren Schritt in Richtung Playoffs bedeutet. Mut macht vor allem, dass der Pass Rush auch ohne Clowney stark spielte und den Aufwärtstrend aus dem San-Francisco-Spiel bestätigte. Auch die Secondary ist mit Safety Quandre Diggs im Backfield wie ausgewechselt. Musste in den ersten Wochen der Saison noch Wilson die Defensive mittragen, fängt diese nun endlich an, konstant starke Leistungen zu zeigen. Das ist unabdingbar für einen tiefen Playoff-Run.

Das Team aus dem Pacific Northwest ist nach dem frühen Spiel am Sonntag auf einem sehr guten Weg und könnte bei einer Niederlage der San Francisco 49ers in Sunday Night Football gegen die Green Bay Packers sogar die Führung in der NFC West übernehmen.

Menü