Recap: Regular Season 2018 (Week 9) – Chargers @ Seahawks

Im dritten Heimspiel der Saison setzte es die zweite Niederlage und gleichzeitig auch die zweite Heim-Niederlage gegen ein Team aus Los Angeles. Beim 17:25 gegen die Chargers sahen die Seattle Seahawks nicht gut aus – und trotzdem hatten sie wie auch gegen die Rams spät im Spiel noch eine Chance auf den Sieg. Um es direkt vorweg zu nehmen: Die Schiedsrichter waren nicht gut, aber das hatte für beide Teams Vor- und Nachteile. Grund für die Niederlage der Seahawks war die schlechteste Leistung der Defensive in dieser Saison und eine über weite Strecken ideenlose Offensive. Der Rückblick.

Positiv:

P Michael Dickson: Der frisch gewählte NFC Special Teams Player of the Week zeigte auch gegen die Chargers eine gute Leistung. Von seinen sechs Punts landeten vier innerhalb der gegnerischen 20 Yards. Dabei profitierte Dickson natürlich auch von einer guten Punt Coverage Team und kam so auf 52,8 Yards pro Punt. Sein weitester Punt ging 61 Yards. Aber so sehr der Australier auch das Spielfeld umwälzte, seine Mitspieler konnten daraus keinen Profit schlagen.

Neutral:

Laufspiel: Ein angeschlagener Chris Carson schaffte es mit acht Laufversuchen auf 40 Yards. Auch sein Backup Mike Davis erlief gute 4,1 Yards pro Carry und insgesamt 62 Yards. Trotz des dauerhaften Rückstandes in Hälfte zwei blieb Seattle beim Lauf. Am Ende waren in der Statistik 32 Läufe und 35 Minuten Ballbesitz für die Seattles Offensive vermerkt, was ein paar Fragen zum Play Calling aufwirft.

Negativ:

QB Russell Wilson: Nach einer so dominanten Vorstellung in Detroit konnte Wilson in diesem Heimspiel nicht mal annähernd daran anknüpfen. Viele ungenaue Würfe, ein untypischer Pick Six und einige Sacks, die aufs Konto des Spielmachers gingen, weil er sich nicht rechtzeitig vom Ball trennte. Diese Vorstellung war neben dem Saisonauftakt in Denver ein Lowlight. Vielleicht folgt auf die Ausnahme am Sonntag aber kommendes Wochenende wieder die Regel mit einem guten Spiel gegen die Rams.

Laufverteidigung: Angefangen hat das Übel mit einem Jet Sweep von Wide Receiver Keenan Allen für 28 Yards, obwohl die Chargers an der eigenen 6-Yard-Linie und mit dem Rücken zur Endzone standen. Das Tackling gegen Läufer Melvin Gordon zeigte anschließend, dass Seattle nicht nur im ersten Play Probleme haben würde. Gordon kam auf 113 Yards und durchschnittlich auf 7,1 Yards pro Lauf. So kann man defensiv kein Spiel gewinnen.

Passverteidigung: Trotz einer guten Third-Down-Defense, bei der die Chargers nur zwei der neun Third Downs zu einem neuen First Down verwandeln konnten, waren die Passverteidigung und das Tackling mangelhaft. Immer wieder hatte Rivers trotz teils großer Distanz zum First Down Big Play in Aussicht, weil sich seine Receiver gegen Einzeldeckung tief durchsetzten. Gerade wenn Keenan Allen im Slot zu finden war, hatte die Defense keine Lösung. Insgesamt machte Allen am Ende 124 Yards bei sechs gefangenen Pässen.

Play Calling & Zeitmanagement: Sowohl am Ende der ersten Halbzeit zeigte Seattles Trainerstab ein mangelhaftes Play Calling mit zwei aufeinanderfolgenden Timeouts bei einem Run mit noch 40 Sekunden auf der Uhr und im Anschluss bei einer kurzen Completion. Dieses Timeout fehlte dann zum Beispiel bei dem False Start, wodurch zehn Sekunden der Spieluhr abgezogen wurden. Auch in Halbzeit zwei dauerte der letzte Touchdown-Drive mit 14 Plays und fast fünf Minuten Spieldauer viel zu lange. Weshalb er bei einem 15-Punkte-Rückstand im vierten Viertel bei Second & 24 einen Lauf durch die Mitte ansagt, wird ein großes Geheimnis von Offensive Coordinator Brian Schottenheimer bleiben.

Strafen: Auch wenn einige Flaggen sehr rätselhaft bleiben, so muss man nach diesem Spiel anerkennen, dass die Seahawks sich mit zwölf Flaggen für 105 Yards zu undiszipliniert zeigten. Das muss in Zukunft wieder abgestellt werden, wenn Seattle eine Chance auf den Sieg haben will.

RB Rashaad Penny: Aufgrund des Ausfalls von Carson bekam Rookie Rashaad Penny seine Chance und wieder einmal konnte er sie nicht nutzen. Ein Lauf über neun Yards war das Highlight, am Ende kam Penny auf vier Läufe für elf Yards und lag wieder einmal deutlich hinter seinen Runningback-Kollegen Carson und Davis.

Fazit:

Eine verdiente Niederlage hat das Team (und uns Fans) wieder auf den Boden der Tatsachen geholt. Und die Sache mit dem anstehenden Auswärtsspiel bei den nicht mehr perfekten Los Angeles Rams macht die Lage nicht einfacher. Ist das Ziel weiterhin eine Wild Card in der NFC, braucht Seattle eine konstantere Leistung der Spieler und ein modernes Play Calling. Dass das gegen die Überflieger-Mannschaft der Liga gelingt, ist kaum zu erwarten. Aber zwischen Rams und Seahawks gab es in den vergangenen Jahren ja so einige merkwürdige Spiele.

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