Recap: Regular Season 2018 (Week 16) – Chiefs @ Seahawks

Schöne Bescherung! Am frühen Morgen von Heiligabend sichern sich die Seattle Seahawks mit einem 38:31-Sieg gegen die Kansas City Chiefs die Postseason-Teilnahme. Zum siebten Mal in neun Saisons unter Head Coach Pete Carroll und General Manager John Schneider heißt es für das Team aus dem Pacific Northwest Playoffs. Wie es dazu kam, beschreibt die folgende Zusammenfassung der Partie.

Positiv:

WR Doug Baldwin: Der Wide Receiver zementierte an Heiligabend seinen Legendenstatus in Seattle. Nicht nur schnappte er sich Platz drei bei den Receivern mit den meisten Yards aller Zeiten im Seahawks-Dress. Er pflückte bei seinen 126 Yards aus sieben Receptions auch einen unmöglichen Ball nach dem anderen aus der Luft und war so mit spielentscheidend beteiligt.
Eine lobende Erwähnung gibt’s auch für Dauerbrenner Tyler Lockett, der mit vier Fängen auf 99 Yards kam.

Secondary: Was war alles befürchtet worden vor dem Duell mit der passstarken Offensive der Chiefs. McDougald meldet sich direkt im ersten Snap mit einem starken Tackle gegen Tyreek Hill zum Dienst. Shaquill Griffin wehrte im dritten Snap einen Pass ab und machte das Three & Out perfekt. Und auch ansonsten war das größtenteils sehenswert. Weil Teile der Secondary bekanntlich angeschlagen ins Spiel gingen. Weil Kansas City im Schnitt 35,6 Punkte pro Spiel macht in dieser Saison und gegen Seattle nur auf 31 kam. Weil Tyreek Hill (74 Yards) und Travis Kelce (54 Yards) sich nicht so stark entfalten konnten wie in anderen Spielen in dieser Runde.

QB Russell Wilson: Bis auf einen wenig smarten Slide mit dem Kopf voraus im zweiten Quarter, der die Seahawks ein First Down kostete, gab’s da nicht viel zu meckern. Wilson sammelte mit 18/29 Pässen 271 Yards und drei Touchdowns durch die Luft. Er mimte außerdem wieder einmal mehrfach den Entfesselungskünstler Houdini, erlief dabei mit acht Versuchen 57 Yards und stellte nebenher noch zwei Rekorde ein: 34 Touchdown-Pässe in einer Saison sind Karriere-Bestwert. 195 Touchdown-Pässe sind der Franchise-Rekord (gemeinsam mit Dave Krieg).
Und dann waren da noch diese tiefen Zuckerpässe auf Tyler Lockett und Doug Baldwin innerhalb der letzten drei Spielminuten. MVP-Debatte (Soll): Drew Brees, Patrick Mahomes, Russell Wilson. Ja, einer der ersten Beiden wird’s machen. Trotzdem.

LB K.J. Wright: Sonderlob für den Rückkehrer, der bereits im zweiten Snap bewies, wie wichtig er für die Seahawks-Defense ist. Mit einer Hand wehrte er einen Pass von Chiefs-Quarterback Patrick Mahomes auf Tyreek Hill ab, der sonst womöglich früh zu Punkten für Kansas City geführt hätte. Willkommen zurück, K.J.!

RB Chris Carson: Die 1.000 Yards in der Saison geknackt, zwei Touchdowns erlaufen (insgesamt 27 Carries für 116 Yards) und dabei noch Gegenspieler mit in die Endzone geschoben. Das erinnert stark an Marshawn Lynch, den letzten Seahawks-Läufer mit über 1.000 Yards – und das war immerhin 2014.
Das Laufspiel war ein Schlüssel zum Sieg, weil es die Chiefs-Offensive vom Spielfeld weg hielt und den Seahawks konstant zu Raumgewinn verhalf. Alleine im ersten Drive, der den Ton angeben sollte, kamen 55 der 78 Yards vor dem Touchdown am Boden zustande. Am Ende wurden von den insgesamt 464 Yards ganze 210 vom Laufspiel geliefert.

Team: <3

Neutral:

K Sebastian Janikowski: Im zweiten Drive ein Field Goal verschossen und kurz vor Spielende bei einem Return der Chiefs wieder ein Tackle verweigert. Bonuspunkte gibt’s aber für die Schauspieleinlage, die den Seahawks statt eines (weiteren) verschossenen Field Goals ein First Down einbrachte. Ja, die Golden Globes und die Oscars stehen an…

Strafen: Was war gravierend anders als noch vor einer Woche? Die Verteilung der Strafen. Drei Strafen für 20 Yards bei den Seahawks standen acht Strafen für 78 Yards gegenüber. Fußball-Bundestrainer Jogi Löw (“Högschde Disziplin, Männer) sitzt zu Hause im Schwarzwald in seinem Bett vor dem Laptop und verdrückt eine Träne der Rührung.

LB Shaquem Griffin: Der Rookie war endlich mal wieder in der Defense zu sehen. Erfreulich ist das. Er bekam im ersten und zweiten Quarter Snaps, um den gerade erst genesenen K.J. Wright zu entlasten – und baute keinen Bock.

Negativ:

Twitter: Die Wortspielereien des Fanklub-Accounts. Come on, bro…!

Fazit:

Die Seattle Seahawks haben wieder einmal im Dezember und zur Prime Time ihr bestes Gesicht gezeigt. Mit großem Willen und hervorragender Disziplin zeigten sie der Offensiv-Power der Kansas City Chiefs die Grenzen auf – und belohnten sich mit der Playoff-Teilnahme. Beeindruckend, wie Pete Carroll dieses Team in der Offseason umgekrempelt hat. Mit der Rückkehr zum Laufspiel wider aller Evolution des NFL-Passspiels. Mit mutigen Personalentscheidungen im Trainerstab. Und mit hungrigen, jungen, teamfähigen Spielern.

Nun gilt es, am kommenden Sonntag den fünften Seed zu sichern und möglichst gesund in den Januar zu kommen.

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