Recap: Regular Season 2018 (Week 11) – Packers @ Seahawks

Nach zwei Niederlagen in Folge konnten die Seattle Seahawks endlich den Befreiungsschlag schaffen. Mit dem 27:24-Sieg gegen die Green Bay Packers kann sich Seattle vorerst im Playoff-Rennen halten und sich Hoffnungen auf eine Wild Card machen. Obwohl die Seahawks lange im Spiel zurücklagen, konnte das Team von Head Coach Pete Carroll mit einem beeindruckenden vorletzten Drive zurückschlagen und am Ende den Sieg wortwörtlich nach Hause “laufen”. Die Zusammenfassung eines packendes Duells.

Positiv:

Seahawks-Pass Rush: Eine unerwartet starke Performance lieferte der Pass-Rush der Seahawks ab. Vor Allem in der zweiten Halbzeit setzten sie Aaron Rodgers gehörig unter Druck und hatten großen Anteil daran, die Packers bei nur drei Punkten in dieser Hälfte zu halten, zumal die Secondary gegen starke Receiver der Packers nicht ihren besten Tag erwischt hatte. Spaß machte außerdem das Playcalling von DC Ken Norton, der Blitze vereinzelt und bis auf ein Play effektiv einsetzte. Die (wieder einmal) beste Performance zeigte DE Frank Clark, welcher zwei Sacks verbuchte und damit schon bei zehn an der Zahl in dieser Saison steht. Während Clark seinen Saisonrekord schon einstellen konnte, erzielte Drittrundenpick Rasheem Green den ersten Sack seiner Karriere. Dieser zwang die Packers zu einem Field Goal, was sich als enorm wichtig erwies. Auch Rookie Jackob Martin gefällt immer besser als Speed-Rusher und brachte Aaron Rodgers zu Boden. Die Leistung des Pass-Rush ist derart hoch zu bewerten, weil sie gegen eine sehr gute Pass-Blocking-Line der Packers kam. Austin Calitro teilte sich dann noch einen Sack mit DT Jarran Reed, der bisher eine hervorragende Saison auf Pro Bowl-Niveau spielt. Er ist gegen den Lauf der wichtigste Spieler der Defensive Line und auch im Pass-Rush kann er starke 5,5 Sacks verbuchen, was für einen Defensive Tackle wie Reed extrem stark ist. Darüber hinaus hatte das junge Defensiv-Ass das wohl wichtigste Play seitens der Defensive. Als noch weniger als fünf Minuten auf der Uhr waren bei einem dritten Versuch der Packers mit noch zwei Yards zu gehen, reckte er beim Passversuch von Rodgers seine Hände nach oben und sorgte für ein Pass-Break-Up. Die Packers kamen nach dem darauffolgenden Punt nicht mehr aufs Feld zurück.

Seahawks-Runningbacks: Chris Carson hatte zwar im ersten Play des Spiels einen Fumble, welchen die Packers tief in der Hälfte der Seahawks eroberten, doch unbeeindruckt davon erlief er einen Touchdown und 83 Yards (4,9 Yards pro Lauf). Des Weiteren kam Rashaad Penny bei acht Läufen auf 46 Yards. Die Packers schienen mit keinem der drei starken Runningbacks zurechtzukommen und so war es dann Mike Davis, welcher den Packers im letzten Drive die Niederlage beibrachte. Er lief zwar nur viermal, dafür aber für 26 Yards und rundete einen starken Tag der Läufer ab.

Neutral:

QB Russell Wilson: Dank des letzten Viertels wurde es doch noch eine gute Performance von Russell Wilson. Im letzten Drive überbrückte er das Feld in beeindruckender Manier und erwischte die Packers-Defensive auf dem falschen Fuß, als er seinen zweiten Touchdown-Pass des Abends auf TE Ed Dickson anbrachte. Zugute halten muss man auch dass Wilson fehlerlos blieb. Von 31 Passversuchen brachte er 21 Pässe an den Mann und passte für zwei Touchdowns sowie 225 Yards. Darüber hinaus machte er mit einem Read-Option-Keeper, welchen sich er und OC Brian bis kurz vor Ende des Matches aufhoben den Deckel auf das Spiel. Im ersten Viertel hatte Wilson jedoch einen sehr schwachen Pass, als er mit genügend Zeit einen weit offenen Doug Baldwin in der Endzone schlicht nicht traf, was Seattle-Fans von Wilson wohl noch fast nie sahen. Danach gab es auch noch ein Missverständnis mit David Moore im darauffolgenden Play, was nicht besonders glücklich aussah. Mit einem Quarterback-Rating von 110,3 ist dies zugegebenermaßen Meckern auf allerhöchstem Niveau.

Negativ:

False Starts: Die unnötigen False-Start-Strafen hätten den Seahawks mehr Punkte kosten können als ihnen lieb war. Fast die gesamte Offensive-Line holte sich eine solche Strafe ab, was einfach inakzeptabel ist.

Secondary: Ohne die gute Front Seven wäre die Defensive in diesem Spiel baden gegangen. CB Tre Flowers, CB Shaquill Griffin und auch Safety Bradley McDougald wurden von Quarterback Aaron Rodgers erfolgreich tief getestet. So brachte dieser 21 von 30 Pässen an den Mann und erwarf 332 Yards bei zwei Touchdowns. Die Defensive von Pete Carroll ist eigentlich genau darauf ausgelegt, eher kurze Pässe zuzulassen, damit die Defensive Backs um keinen Preis den tiefen Pass zu kassieren. Doch der gelang den Packers zu häufig in diesem Spiel.

Ausblick:

Nachdem Seattle zweimal in Folge auch etwas unglücklich verlor und das Quäntchen Glück zu fehlen scheinen, hatten die Seahawks in diesem Spiel endlich mal wieder das bessere Ende für sich. Auch wenn es noch viel Raum für Verbesserungen gibt, war die Leistung des Teams dank des Sieges und eines starken letzten Viertels positiv. Dieser Sieg hält Seattle im Rennen um die Playoffs und schiebt sie vorerst auf den siebten Platz in der NFC. Darüber hinaus trifft die Mannschaft aus dem Pacific Northwest mit den Vikings und den Panthers noch auf zwei direkte Konkurrenten im Playoff-Rennen. Es ist zu hoffen, dass dieses Team ähnlich wie 2015 von Russell Wilson angeführt eine starke zweite Saisonhälfte spielt und die Playoffs damit noch erreicht. Bei den starken Panthers wird das Team von Pete Carroll in etwa eineinhalb Wochen gastieren. Sollte dies auch gewonnen werden, würden Playoffs auf einmal wieder durchaus möglich sein.

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