Recap: Regular Season 2021 (Week 14) – Seahawks @ Texans

Seahawks Recap Week 14, 2021 Houston Texans

Die Seahawks dürfen das erste Mal dieses Jahr zwei Siege in Folge feiern. Das Team von Head Coach Pete Carroll fährt auswärts einen am Ende deutlichen 33:13-Sieg gegen die Houston Texans ein. Bereits letzte Woche überzeugte Quarterback Russell Wilson wieder in alt gewohnter Manier. Diesen Trend konnte der Spielmacher diese Woche bestätigen. Nach zuvor einigen holprigen Auftritten der Seahawks-Offensivabteilung gab es auch in Houston wieder einige typische Wilson-Highlight-Plays zu bestaunen.

Der Gegner hielt in der ersten Halbzeit noch gut dagegen und ging nur mit einem Drei-Punkte-Rückstand in die Kabine. Doch nach der Halbzeit gelang Rookie-QB Davis Mills nicht mehr viel. Die Seahawks-Defensive bestätigte den Eindruck aus den letzten Wochen und erlaubte erneut nur wenig. Und das trotz des Ausfalles von Teamleader und Energiebündel SS Jamal Adams. Ein Spiel ganz nach dem Geschmack von Carroll, da nicht nur die Defensive ihren Job machte, sondern das komplette Team eine rundum solide Leistung zeigte.

Der Spielverlauf:

  • 1. Quarter: Die Partie begann mit Ballbesitz für die Texans. Und die fackelten nicht lange und erzielten mit dem ersten Drive auch direkt den ersten Touchdown. LB Jordyn Brooks verlor TE Brevin Jordan von den Texans aus den Augen und der hatte keine Mühe den Pass von Davis Mills in der Endzone zu fangen. Nach erfolgreichem Extra-Punkt stand es 0:7, Texans. Mehrere erfolgreiche Läufe von RB Rashaad Penny später, gaben sich die Seahawks mit einem Field Goal zufrieden. Der anschließende Texans-Drive war früh vorbei. Im Gegenzug rannte ein gut aufgelegter Penny den Ball zur Führung in die Endzone. Mithilfe eines schönen Stiff-Arms und nach einem wunderbaren Block von Rookie-WR Dee Eskridge stellte der Running Back auf 10:7.
  • 2. Quarter: Darauf folgte der Ausgleich der Texans im anschließenden Drive per Field Goal. Jedes Team puntete daraufhin einmal, bis die Seahawks mit einem One-Play-Drive die Führung zurückeroberten. Wilson zu Lockett, 55 Yards. 16:10 Seahawks, weil Jason Myers es nicht gelang den Extra-Punkt zu verwandeln. Wenige Sekunden vor dem Halbzeitpfiff schossen die Texans noch ein Field Goal. Der Hail-Mary-esque Versuch aus 61 Yards verringerte die Seahawks-Führung auf nur drei Punkte. Halbzeitstand: 16:13, Seahawks.
  • 3. Quarter: Die zweite Hälfte begann mit zwei Punts. Diesmal gelangen den Seahawks die ersten Punkte der Halbzeit. Mit einem Field Goal von Jason Myers stellten die Hawks auf 19:13. Drei Punts folgten – einer von den Seahawks, zwei von den Texans.
  • 4. Quarter: Anfang des vierten Viertels kam es zur Vorentscheidung. Tight End Gerald Everett gelang es nach einem Wilson-Pass gerade so die Goal Line zu überqueren und schraubte damit nach einer erfolgreichen 2-Point-Conversion nach einem Tyler Lockett-Catch auf 27:13. Dem folgte ein Turnover-on-Downs von den Texans. Mit dem erneuten Ballbesitz machten die Seahawks dann endgültig den Deckel drauf. Ein 47-Yards-Touchdown-Run von Penny sorgte für den Endstand. Die Seahawks gewinnen in Houston 33:13.

Die Hauptdarsteller:

Seahawks-RB Rashaad Penny: Houston wir haben ein Problem! Und das hieß am Sonntag Rashaad Penny. Das war ein wirklich tolles Spiel von Running Back der Seahawks. Das beste seiner Karriere! Penny hatte letztendlich 16 Läufe für 137 Yards und zwei Touchdowns. Besonders stark war sein Durchschnitt pro Lauf von 8,6 Yards. Auch wenn es gegen die schlechteste Lauf-Verteidigung der NFL war, überzeugte der ehemalige First-Round-Pick voll und ganz. Nach den vielen Verletzungen sei ihm so ein Spiel gegönnt.

Seahawks-QB Russell Wilson: Auch für Wilson läuft es wieder. Der Quarterback warf gegen die Texans zwei Touchdowns und für insgesamt 260 Yards. Auch wenn die Texans-Defensive keinesfalls ein Maßstab für Wilson sein kann, bestätigt er den guten Eindruck aus der Partie gegen die 49ers am letzten Wochenende. Nicht unerwähnt bleiben sollte, dass der Seahawks-QB das erste Mal in diesem Jahr nicht gesacked wurde. Da Sacks auch eine Quarterback-Statistik sind, hat Wilson selbstredend auch hier dran einen großen Anteil.

Seahawks-WR Tyler Lockett: Wow! Einfach unglaublich, wie gut Wilsons „Nummer zwei“ ist. Tyler Lockett hat gegen die Texans einmal mehr gezeigt, wie gut er ist. Fünf Fänge für 142 Yards, ein Touchdown sowie eine 2-Point-Conversion sprechen für sich. Es war nicht nur Locketts fünftes Spiel dieses Jahr, in dem er mehr als 100 Yards im Passpiel erzielt hat, sondern auch das Spiel, in dem er sein Receiving-Yards-Konto auf über 1000 geschraubt hat. Lockett ist erst der zweite Spieler nach Seahawks-Legende Steve Largent, dem es gelingt 1000 Yards in drei aufeinander folgenden Saisons zu fangen.

Die Nebendarsteller:

Ehrenvolle Erwähnung: Es war mal wieder an der Zeit, dass Rookie DE Derrell Taylor den Fans zeigt, was er kann. In der zweiten Hälfte konnte er immer wieder Druck auf Davis Mills ausüben und sogar den gegnerischen QB ein Mal für einen Sack zu Boden bringen. Auch für TE Gerald Everett war es ein erfolgreicher Nachmittag in Houston, nachdem Everett letzte Woche einen gebrauchten Tag erwischt hatte. Der Touchdown in der zweiten Hälfte gibt dem Tight End Selbstvertrauen für den Endspurt der Regular Season.

Stets bemüht: DT Al Woods sorgte immer wieder für tolle Plays bei 1st und 2nd Down. Dank ihm war die Mitte der Defensive dicht. Doch eine unglückliche Strafe bei einem Field Goal-Versuch der Texans führte zur Verlängerung des Drives. Statt Field Goal hieß es dann Touchdown. Die gleiche Sache ist Woods bereits gegen die Saints vor ein paar Wochen passiert.

Meh: Für K Jason Myers läuft es dieses Jahr gar nicht. Auch gegen die Texans blieb der Kicker der Seahawks nicht fehlerfrei. Gleich zwei Extra-Punkte ließ er liegen. Ganz anders als im Vorjahr zählt der Veteran nicht zu den Besten seiner Zunft.

Die Highlights:

Rashaad Penny zeigt, was er drauf hat. Nach einem Stiff-Arm gegen den Texans-Safety ist der Running Back nicht mehr aufzuhalten.

Einmal zum Mond und zurück. Wilson setzt Lockett mit einem wunderschönen Wurf kurz vor der Halbzeit in Szene. Die Verbindung der Beiden ist und bleibt einzigartig.

Pete Carroll sprach in der Pressekonferenz nach dem Spiel von einem „Masterpiece“ von Lockett. Angesichts solcher Szenen sicherlich keine Übertreibung.

Die schwächste Laufverteidigung der Liga hatte gegen Rashaad Penny an diesem Sonntag keine Chance.

Die Randnotizen:

  • Letzte Woche gegen den Rivalen aus der NFC West coachte Head Coach Pete Carroll aggressiv und spielte unter anderem einen Fake-Punt aus. Gegen die Texans ließ er diese Aggressivität vermissen. In der ersten Hälfte gab es einige Chancen bei 4th und short dafür zu gehen, doch Carroll puntete lieber. Mit etwas mehr Biss hätte Seattle die Partie schon deutlich früher entscheiden können.
  • Kritik muss an dieser Stelle auch an Offensive Coordinator Shane Waldron geübt werden. Erster Kritikpunkt: DK Metcalf hat viel zu selten und vor allem viel zu spät den Ball bekommen. Ein Spieler, der diese Gefahr ausstrahlt, muss den Ball deutlich öfter in die Hände bekommen. Auch die Art und Weise wie Metcalf eingesetzt wird, wirkt ziemlich einfallslos. Zweiter Kritikpunkt sind die Jet Sweeps. Seattle hat hier Spieler wie Freddie Swain und Gerald Everett eingesetzt. Da ist die Frage berechtigt: Warum draftet man einen Wide Receiver wie Dee Eskridge, wenn du ihn hier nicht einsetzt?
  • Zugegebener Maßen: Die Texans-Offensive sorgt bei vermutlich keiner Defensive in der NFL aktuell für Besorgnis und dennoch ist es der Seahawks-Verteidigung im zweiten Spiel in Folge gelungen keine Punkte im zweiten Durchgang zu erlauben. Auch gegen die 49ers schaffte man dies bereits.

Die Verletzten:

Run-Stopper DT Bryan Mone hat es bereits im ersten Durchgang erwischt. Er kam nach einer frühen Verletzung nicht mehr zurück, ob er länger ausfallen wird, zeigt sich im Laufe der Woche.

DJ Reed musste im vierten Viertel das Feld verlassen, scheint jedoch nicht ernsthaft verletzt zu sein. Nachdem er das Feld verlassen hatte, saß er, ohne dass Trainer sich um ihn kümmerten, auf der Bank.

Ganz anders sieht es für Gavin Heslop aus. Der DB kam für Ryan Neal in den letzten Minuten aufs Feld und verletzte sich sofort schwer am Unterschenkel. Pete Carroll hielt auf seiner PK eine Opperation am Bein noch in Houston nicht für ausgeschlossen.

Das Zitat:

Auch Footballspieler sind Menschen.

Der Tweet:

Zum Verwechseln ähnlich: Texans Punter Cameron Johnston und der amerikanische Stand-Up-Comedian Bill Burr. Nebenbei sei erwähnt, dass diese Puntzahlen (unten links) zeigen, wie gut bzw. schlecht die Offensivreihen der Texans und Seahawks dieses Jahr performen.

Das Fazit:

Gewinnen macht mehr Spaß als Verlieren. Das sehen wohl auch die Seahawks so, denn obwohl eine Playoffteilnahme sehr unwahrscheinlich ist, stemmen sich die Seahawks gegen die erste negative Bilanz in der Wilson-Ära.

Ein deutlicher Sieg gegen die Texans ändert an der aktuellen Lage der Franchise jedoch leider nicht viel. Die Seahawks haben viele Baustellen, die im Sommer angegangen werden müssen, sowohl im Trainerteam, aber auch im Roster. Umso löblicher ist es da, dass Carroll und Co. sich nicht bereits mit diesen Fragen beschäftigen, sondern im hier und jetzt sind. „Tanken“ ist ja sowieso keine Option für dieses Team. Ein paar Siege zum Ende der Saison hilft der gescholtenen Fan-Seele da vielleicht ein wenig.

Ausblick: In Week 15 gastieren die Seahawks am Sonntag um 22.25 Uhr in Los Angeles bei den Rams.

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