12 Antworten, die sich nach Week 3 der Preseason 2019 geben lassen

23:15-Auswärtserfolg in Kalifornien. Aber viel wichtiger: Beim Gastspiel der Seattle Seahawks bei den Los Angeles Chargers sich Stand Sonntagmittag kein weiterer Akteur nennenswert verletzt. Die Seahawks zeigten gegen den Konkurrenten von der Westküste in der Offensive gute Ansätze, begrüßten einen lange verletzten Runningback zurück im Team und heizten das Duell um die Backup-Quarterback-Position wieder an. Ein Blick zurück mit Antworten auf die Fragen, die wir uns vor der Partie stellten.

Welche Antworten haben wir nach Week 3 der Preseason 2019?

  • Welche Stammspieler überzeugen, welche nicht?
    Im Gegensatz zur vergangenen Woche schaffte es die Starting-Offensive zu scoren – und zwar mit zwei Lauf-Touchdowns, fair aufgeteilt auf Rashaad Penny und C.J. Prosise. Insgesamt war das Laufspiel solide. Chris Carson kam auf 7,7 Yards pro Lauf, aber es waren auch nur drei Läufe. Prosise kam auf 6,4 Yards pro Lauf. Nur Penny schaffte es da wieder nicht mitzuhalten, seine durchwachsene Preseason ging trotz des Touchdowns weiter. Es scheint als sind die Verteidiger immer dort, wo Penny sich aufhält, als ziehe er sie magisch an.
    In der Defense spielten in dieser Woche der Preseason das erste Mal K.J. Wright und Bobby Wagner zusammen und standen auch für 22 bzw. 23 Snaps auf dem Feld. Erneut überzeugen konnte Rookie Ugo Amadi, trotz eines nicht gefangenen Punts. Eine Enttäuschung war dagegen wieder der Pass Rush, der auch gegen die Backups der Chargers nur auf einen Sack kam.
  • Welche Akteure spielen in Week 3 keine Rolle?
    Erneut waren die Tight Ends im Passspiel nicht wirklich eingebunden. Als Starter stand diesmal Will Dissly auf dem Feld, auch weil Nick Vannett aus unerfindlichen Gründen überhaupt nicht spielte. Dissly bekam keine einzige Möglichkeit (bei 26 Snaps), sich per Fang auszuzeichnen. Dagegen schaffte es später Neuzugang Jacob Hollister mit drei Catches (bei fünf Targets und 45 Snaps), auf sich aufmerksam zu machen und so seine Chancen zu erhöhen, dass er einen Kaderplatz bekommt. Möglicherweise sind damit die drei Tight Ends für den 53-Mann-Kader genannt.
  • Kann Quarterback Geno Smith im Kampf um die Backup-Rolle Boden gut machen?
    Ja, Geno Smith zeigte eine gute Performance, kam auf elf angebrachte Pässe bei 18 Versuchen für 118 Yards, wurde aber auch einmal gesacked. Ähnlich wie Russell Wilson ist Smith ein mobiler Spielmacher der zum einen möglichen Sacks aus dem Weg gehen kann, zum anderen eine Gefahr im Laufspiel sein kann. So schaffte er es bei einem Passversuch zu improvisieren und sich zum Touchdown durch zu tanken. Der Kampf um die Backup-Rolle hinter Wilson ist angeheizt. Paxton Lynch oder Geno Smith – die Entscheidung wird wohl vertagt bis nach Week 4 der Preseason.
  • Werden wir Brandon Mebanes “Belly Roll” in Los Angeles sehen?
    Nein, der wurde leider nicht gesichtet. Das lag aber auch daran, dass Brandon Mebane nicht spielte.
  • Wie setzt sich die Verteidigungslinie der Seahawks zusammen?
    Das gleiche Bild wie vergangene Woche, als Starter standen Quinton Jefferson, Jarran Reed, Poona Ford und Cassius Marsh auf dem Platz. L.J. Collier und Ziggy Ansah standen wie erwartet nicht im Kader, bei Ansah jedoch ist die Hoffnung groß, dass er in der kommenden Woche ins Training einsteigen kann und dann eventuell noch ein paar Preseason-Snaps bekommt.
  • Welche Rookies können auflaufen, welche müssen pausieren?
    Neben DK Metcalf spielte erwartungsgemäß auch Marquise Blair nicht, genau wie Phil Haynes und Demarcus Christmas. Die beiden letzteren Spieler stehen auf der PUP-Liste. Ugo Amadi setzte seinen guten Lauf fort und spielte 33 Snaps, die meisten in der Defense. Er sammelte sechs Combined Tackles und einen Quarterback Hit. Auch in den Special Teams hat er seine Rolle gefunden und war hier für elf Plays auf dem Feld. Amadi dürfte, sollte er nicht vom Pope- oder Williams-Fluch befallen sein, einen Kaderplatz bekommen.
  • Dreht Offensive Tackle Russell Okung seinen ehemaligen Seahawks-Mitspielern auf dem Feld Bitcoins an?
    Falls er das getan hat (auf Twitter tut er aktuell nichts anderes mehr), hat er es gut versteckt an der Seitenlinie gemacht. Wie in der Vorschau erwähnt, ist Okung aktuell wegen einer in der Offseason erlittenen Lungenembolie nicht einsatzfähig, aber auf dem Weg zurück in Spielform.
  • Kann der Pass Rush der Seahawks auch ohne Blitze Druck auf den gegnerischen Quarterback erzeugen?
    Nein, das klappte leider wieder nicht. Zwar erzielten die Seahawks durch Branden Jackson einen Sack (Jackson spielte insgesamt gut und kam auch noch auf zwei Quarterback Hits), doch bei den anderen D-Linern sieht es umso düsterer aus. Ohne die noch angeschlagenen Ansah und Collier wird es verdammt eng. Man könnte behaupten, hier bestehe noch Handlungsbedarf. Der Name Jadeveon Clowney spukte in den vergangenen Tagen durch die Trade-Gerüchteküche.
  • Kann Defensive Back DeShawn Shead auch im dritten Preseason-Spiel für die Defense punkten?
    Shead erlebte ein eher ruhiges drittes Testspiel. Bis auf ein Tackle war er unauffällig. Dennoch dürfte er in den vergangenen Wochen einer der Spieler aus der Defensive sein, die ihre Chancen am besten genutzt haben. Ob es für einen Kaderplatz reicht?
  • Welcher Slot-Cornerback hat aktuell die besten Chancen, Stammspieler zu werden?
    Der Konkurrenzkampf wird hier noch sehr interessant, doch es läuft auf ein Duell zwischen Ugo Amadi, DeShawn Shead und Jamar Taylor herauslaufen. Amadi machte am frühen Sonntagmorgen im Slot den deutlich stärkeren Eindruck als Taylor. Für Shead spricht die Erfahrung. Ein Testspiel steht noch aus.
  • Wer kristallisiert sich als Receiver Nummer zwei heraus?
    Durch die Schulterverletzung von David Moor, die ihn wohl einige Wochen außer Gefecht setzt, hat Jaron Brown die besten Karten. Er fing von Russell Wilson einen Pass für 18 Yards. Ansonsten war im Spiel wieder einmal die gute Chemie zwischen Wilson und Tyler Lockett zu sehen, an der wir uns wohl auch in der Regular Season regelmäßig erfreuen dürfen.
  • Wie geht’s eigentlich Troymaine Pope?
    Dem scheint es gut zu gehen. Er kam als Ersatz-Runningback für die Chargers ins Spiel und kam bei fünf Läufen auf einen Schnitt von 5,4 Yards pro Lauf. Vielleicht hat er durch die Abwesenheit von Melvin Gordon auch Chancen, den 53er Kader zu erreichen. Etwas, das ihm in der Vergangenheit mehrfach verwehrt blieb, obwohl er – gerade bei den Seahawks – in der Preseason glänzte.

Zusätzlich muss man auch mal die Offensive Line loben, denn auch wenn Pass Rusher Joey Bosa bei den Chargers nicht spielte, ließen die Beschützer von Russell Wilson keinen Sack zu.

Wer hat gespielt? Wer nicht?

Gespielt haben sehr viele Starter und Wackelkandidaten. Die wichtigsten Inaktiven wurden mit Ansah, Collier, Blair und Metcalf bereits erwähnt. Dazu kamen noch die O-Liner Mike Iupati, George Fant, Tight End Nick Vannett, Wide Receiver David Moore und D-Liner Nazair Jones als erwähnenswerte Ausfälle.

Wie geht’s weiter?

Für die Stars war es das weitestgehend mit den Preseason-Einsätzen, jetzt geht es im Training an die feinste Feinabstimmung. Am kommenden Donnerstag kommen in Week 4 die Oakland Raiders ins CenturyLink Field nach Seattle – dann geht es für die Spieler, die noch um Kaderplätze kämpfen, um die Wurst. Einen Tag später stehen die Roster Cuts auf dem Programm.

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