12 Antworten, die wir nach Week 1 der Preseason 2019 haben

Endlich wieder American Football. Zwar war es nur ein Testspiel, doch die Tatsache, dass die Seattle Seahawks endlich wieder auf dem Spielfeld im CenturyLink Field standen, ist Meldung genug. Beim Auftakt der Preseason gegen die Denver Broncos flogen nicht nur die Flaggen, sondern auch Marquise Blairs Gegenspieler und die Pässe von Quarterback Paxton Lynch durch die Abendluft im Pacific Northwest.

Welche Antworten haben wir nach Week 1 der Preseason 2019?

  • Ist schon absehbar, wer Defensive Tackle Jarran Reed in den ersten sechs Wochen der Regular Season in der Verteidigungslinie ersetzen wird?
    Diese Frage lässt sich nach diesem Spiel nicht beantworten. Obwohl Reed hätte spielen können, fehlte er und mit ihm auch Poona Ford, Al Woods und Nazair Jones. So hatten Quinton Jefferson und Earl Mitchell die Chance auf sich aufmerksam zu machen. Zusammen mit Jamie Eder und Cassius Marsh bildeten sie die erste Verteidigungslinie. Hier kann man nur hoffen, dass es dazu in der Regular Season nicht kommen wird. Aber man sah auch gute Ansätze durch zusätzlichen Druck, wie zum Beispiel beim Safety durch Defensive Back DeShawn Shead.
  • Welche Defensive Backs bekommen im Slot (Nickelback) Spielzeit?
    Auch das lässt sich noch nicht sagen, da Stamm-Safety Bradley McDougald auch nicht spielte und damit so mögliche Nickelback-Kandidaten wie Shalom Luani, Marquise Blair oder Ugochukwu Amadi auf ihren tatsächlichen Positionen eingesetzt wurden. Hier werden die wirklichen Erkenntnisse sich erst in Woche 2 oder 3 ergeben.
  • Wie stellen sich die Rookie-Wide-Receiver DK Metcalf, Gary Jennings, John Ursua, Jazz Ferguson und Terry Wright bei ihrem ersten Auftritt im CenturyLink Field an?
    Metcalf wurde vier mal von Geno Smith anvisiert, eigentlich hatte er sogar fünf Targets, aber ein Catch für sieben Yards wurde durch eine fragwürdige Flagge zurückgenommen. Von den vier Targets fing Metcalf einen Ball für acht Yards. Er wurde aber auch zwei Mal tief ange- und überworfen, was wir in dieser Saison öfter sehen werden. Abgesehen davon machte Undrafted Free Agent Jazz Ferguson den besten Eindruck. Er fing von vier Passversuchen alle vier und kam auf insgesamt 54 Yards und einen Touchdown. Insgesamt hatten die Receiver nicht viele Möglichkeiten, sich zu zeigen, da Seattle nur 24 Pässe spielte bei 34 Läufen, die dagegen standen. In den Special Teams durfte John Ursua noch einen Kick für 17 Yards zurücktragen.
  • Kann Kicker Jason Myers den guten Eindruck aus dem Training bestätigen und Field Goals aus 60 Yards auch unter Druck verwandeln?
    Es war kein dankbarer Abend für Myers, denn die Trainer ließen ihn nur zwei lange Field Goals (aus 56 und 55 Yards) schießen. Davon verschoss er den ersten Versuch, der Kick aus 55 Yards ging ganz knapp am rechten Pfosten vorbei rein. Auch das Field Goal aus 44 Yards landete stark rechts zwischen den Stangen. Hier bleibt abzuwarten, ob das auch in Zukunft der Fall ist. Gut für den Blutdruck waren diese Kicks jedenfalls nicht.
  • Sehen wir O-Liner George Fant als Receiver?
    Er wurde vier Mal als “Eligible Receiver” (also O-Liner, der einen Pass fangen darf) aufgestellt, hatte jedoch kein Target. Bei diesen vier Einsätzen passte Seattle drei Mal und lief einmal. Leider verletzte sich Fant bei dem Laufspielzug und fällt erstmal aus. Nähere Angaben zur Ausfallzeit gibt es bislang nicht.
  • Wie wachsen Barkevious Mingo und Shaquem Griffin in die Rolle als Pass Rusher hinein?
    Mingo spielte über 50 Prozent der Snaps, eigentlich ein schlechtes Signal für einen Veteranen und Kandidaten für eine Pass-Rush-Rolle. Doch hier ist es ein gutes Signal, denn man wollte hier Eindrücke von ihm als Pass Rusher haben. Mingo kam dabei sogar auf einen Sack. Bei Shaquem Griffin sieht es anders aus, bisher eignet er sich hauptsächlich als Special Teamer, was er aber wieder mal sehr gut machte und direkt beim Kickoff einen Fumble des Broncos-Returners verursachte. Aber fraglich ist, ob es Pete Carroll einen Kaderplatz wert ist. Wie sah der Pass Rush ansonsten aus? Jacob Martin, auch ein Kandidat für einen Startplatz auf Edge in der Regular Season, erzielte einen Sack. Dazu kam noch der bereits erwähnte Safety von Shead.
  • Welche Safety-Duos stehen zusammen auf dem Spielfeld?
    Durch die Pause von McDougald begannen Tedric Thompson und Shalom Luani auf den Safety-Positionen. Gerade Luani ist eher eine Überraschung, da hier Blair oder Amadi zu erwarten waren. Auch Delano Hill, der nach langer Verletzung noch nicht spielte, ist ein Kandidat.
  • Wer übernimmt auf Middle Linebacker, falls neben Bobby Wagner auch noch Rookie Cody Barton ausfällt?
    In der Abwesenheit von Bobby Wagner rückte Cody Barton als Starter nach und spielte mit Mychal Kendricks und Austin Calitro, da auch K.J. Wright erwartungsgemäß nicht auflief. Als nächste Alternative dürfte wohl Ben Burr-Kirven in Frage kommen. Barton kam auf zwei Solo Tackles und drei Combined Tackles
  • Wie sieht die Situation auf der Tight-End-Position aus, nachdem im Training Camp so viel Fluktuation herrschte?
    Von den Kandidaten, die man auf dem Zettel haben muss, spielte nur Nick Vannett. Jedoch ohne Input im Passspiel. Will Dissly wurde noch geschont, Ed Dickson musste sich einer Operation am Knie unterziehen und wird zumindest diese Offseason nicht mehr zu sehen sein. Auch hier bleiben viele Fragezeichen.
  • Kann sich die größtenteils unveränderte O-Line gegen den starken Pass Rush der Denver Broncos empfehlen?
    Die gute Info – es gab nur zwei Sacks gegen Seattle und beide gegen Geno Smith. Diese kamen jedoch auch erst gegen die Backups der Denver-Defense zustande, also kann man sagen: Test bestanden, auch bedingt durch nur neun Passspielzüge in der ersten Halbzeit.
  • Sehen wir Formationen ohne regulär positionierte Runningbacks (Empty Sets) oder auch Runningbacks in Motion, die (wie von Offensive Coordinator Brian Schottenheimer angekündigt) stärker ins Passspiel eingebunden sind?
    Ja, Runningbacks waren ein Thema im Passspiel. Rashaad Penny konnte aus einen Pass ein 27-Yards-Raumgewinn machen. Von den neun Pässen Smiths gingen zwei auf Penny. Paxton Lynch spielte zwei Pässe auf Fullback Nick Bellore und auch der frisch verpflichtete Läufer Xavier Turner hatte ein Target. Mit Russell Wilson und seinen schnellen Würfen dürfte das Pensum noch ansteigen.
  • Wer spielt sich im Kampf um die Position als Backup-Quarterback in die Favoritenrolle – Paxton Lynch oder Geno Smith?
    Es war zwar nur das erste Spiel und Geno Smith durfte gegen die besseren Spieler der Broncos spielen, doch dabei sah er nicht wirklich gut aus. Er brachte nur ein Drittel seiner Pässe an und kassierte beide Sacks der Partie. Paxton Lynch dagegen spielte gegen seine alten Teamkollegen deutlich besser als sein Konkurrent und sorgte für beide Touchdowns von Seattle, den einen per Pass, den anderen per Lauf in die Endzone.

Die Antwort auf die folgende (Bonus-)Frage soll nicht vergessen werden:

  • Ist der erste Spielzug der Offensive ein Lauf durch die Mitte?
    Natüüürlich ging der erste Spielzug per Lauf durch die Mitte, zumindest für drei Yards. Das war so erfolgreich, dass Seattle direkt noch einen Laufspielzug versuchte, der jedoch leider vier Yards in die falsche Richtung ging. Es folgte der Klassiker: Third & Long.

Wer hat gespielt? Wer nicht?

Wichtige Spieler, die nicht spielten: Wilson, Lockett, McDougald, Wright, Wagner, Brown, Iupati, Reed, Ford, Ansah.

Interessant: In der Offense bekam Offensive Tackle Jamarco Jones 100 Prozent der Snaps. Das ist deshalb interessant, weil er vor seiner Verletzung vergangenes Jahr als Ersatz zu Germain Ifedi galt. Ansonsten bekam Rookie-Safety Marquise Blair die meisten Snaps der Defensive Backs. Auch die Pass Rusher Mingo, Green und Martin bekamen sehr viel Spielzeit.

Wie geht’s weiter?

Noch ist fraglich, ob Quarterback Geno Smith, der sich am Tag nach dem Spiel einem Eingriff am Knie unterziehen muss (um eine Zyste entfernen zu lassen), bis zu Week 2 der Preseason zurück ist. Sollte er nicht spielen können, brauchen die Seattle Seahawks einen weiteren Backup-Spielmacher für die Partie bei den Minnesota Vikings – ganz egal, ob Starter Russell Wilson aufläuft oder nicht. Im Training darf man sich auf weitere DK-Metcalf-Highlights freuen. Auch der Wettbewerb unter den Defensive Backs bleibt spannend.

Menü