„Rams House“ oder „Go Hawks“? Diese Frage galt es mit dem NFC Championship Game 2025 beantworten. An dessen Ende wartete ein Ticket für Super Bowl 60 auf den Gewinner. Bis es aber so weit war, stand für die Seattle Seahawks im heimischen Lumen Field noch eine Mammutaufgabe an. Und die hieß eben LA Rams.
Gegen den direkten Rivalen aus der NFC-West gab es in der Regular Season jeweils einen Sieg für das Heimteam. Dabei erzielten die Rams 58 Punkte und die Seahawks 57 Punkte, was zeigt, wie eng die beiden Westcoast-Teams leistungstechnisch beieinanderliegen. Dementsprechend wenig Fehler durften sich die Mannschaften der beiden Head Coaches Mike Macdonald und Sean McVay erlauben, wenn sie das Recht haben wollten, gegen die AFC-Champions New England Patriots in Santa Clara um die Vince Lombardi-Trophy spielen zu dürfen.
Die Ausgangslage:
Wenn die 12s bis zum Championship Sunday nicht bekommen hatten, wie ihre Seattle Seahawks in der Divisional Round die San Francisco 49ers dominierten, dann dürften die wohl unter einem Stein leben. Hier führten die Seahawks den Erzrivalen aus der Bay Area mit einem 41:6-Sieg mehr oder weniger vor und verteidigten damit ihren Heimvorteil, den sie jetzt auch im Championship Game genießen durften. Dabei war für Seattle sicher wieder QB Sam Darnold nach seiner Bauchmuskelverletzung dabei. Gleiches galt für OT Charles Cross (Fußverletzung), aber leider nicht für RB Zach Charbonnet, der sich gegen die 49ers leider das Kreuzband gerissen hatte.
Die Rams ihrerseits quälten sich bei zweistelligen Minusgraden bei den Chicago Bears durch die Verlängerung, um sich am Ende mit 20:17 durchzusetzen und damit ihr Ticket nach Seattle zu buchen. Im Hinblick auf Verletzungen hatte die Truppe von Sean McVay fast schon eine weiße Weste. So konnten im Abschlusstraining lediglich OLB und Pass Rusher Byron Young (Knie) sowie OT Rob Havenstein (Knöchel) nicht voll mittrainieren.
Wie das NFC Championship Game 2025 zwischen den LA Rams und den Seattle Seahawks ausging, verraten wir Euch in der folgenden Recap:
Das Spiel:
Die Seahawks gewannen den Coin Toss und kickten den Ball zu den Rams. Hier zwang die Seahawks-Defense LA’s QB Matt Stafford in ein 3&out. Den ersten eigenen Drive nutzte Seattle unter anderem für einen 51 Yards-Pass auf WR Rashid Shaheed, bevor RB Ken Walker den Ball aus 2 Yards in die Endzone lief! Der Konter der Rams lag in einem langen Schuss auf WR Puka Nacua in Field Goal Range, wo K Harrison Mevis sein Team mit einem Kick aufs Scoreboard brachte. Gleiches gelang dann auch K Jason Myers für die Seahawks, nachdem die Offense um QB Sam Darnold und Walker zuvor den Ball richtig gut bewegte.
Das zweite Viertel startete gut für die Rams, die sich schnell in Field Goal-Range warfen, dort allerdings an einem Sack von DE DeMarcus Lawrence bei 3rd Down scheiterten und den Kick für 3 Punkte nehmen mussten. Nach einer Nullnummer von Seattles Offense und einem Punt ging der Ball wieder an Stafford, der mit McVay einen ausgezeichneten Drive von der 13-Yard-Linie bis in die Redzone zusammenstellte, wo RB Kyren Williams den Ball in der Endzone fing. Bis knapp eine Minute vor der Halbzeit ging auf beiden Seiten offensiv nichts. Eine Tatsache, die WR Jaxon Smith-Nijgba und Sam Darnold so anstachelte, dass sie einfach mit 54 Sekunden auf der Uhr das Feld herunterflogen und JSN in der Endzone den Touchdown fing.
Nach dem Pausentee bekamen die Seahawks den Ball, doch schnell musste P Michael Dickson für den Punt aufs Feld. Doch statt den Ball in der eigenen Redzone zu fangen, ließ Rams-WR Xavier Smith ihn fallen und Seahawks-WR Dareke Young sammelte den Ball auf. Und im nächsten Play der Offense, stand Sam Darnold eiskalt in der Pocket und traf WR Jake Bobo für den Score. Stören konnte die Rams das aber nicht, denn nach nur drei Plays stand WR Devante Adams plötzlich mit dem Ball in der Endzone. Wenn die 2025er Seahawks eins sind, dann ein echtes Team. Daher war es auch die Offense, die jetzt erst einmal für die Defense das Heft des Handelns in die Hand nahm, Darnold seine Receiver in den Rucksack packte und in der Endzone WR Cooper Kupp für den Touchdown ablud. Was dann passierte, kann man einfach nicht erklären: Bei 3&12 an der Mittellinie wehrte CB Riq Woolen einen Pass für die Seahawks ab, ließ sich dann aber zum Trash-Talk gegen die Rams-Bank hinreißen. Die daraus resultierende Strafe gab LA den Ball, statt eines Punts und Stafford ließ sich nicht lange bitten, um WR Puka Nacua direkt für den Touchdown zu finden.
Das letzte Viertel war an Spannung nicht zu überbieten, denn Punkte waren komplett Fehlanzeige. Auch, weil es den Seahawks gelang, die Rams kurz vor der eigenen Endzone bei 4th Down zu stoppen und dann mit mehreren First Downs die Uhr so weit herunterzulaufen, dass den Rams am Ende nur 40 Sekunden und keine Auszeit mehr blieb, um 90 Yards für einen Touchdown zu überwinden. Und so steht fest: Mit einem 31:27-Sieg im NFC Championship Game ziehen die Seattle Seahawks in Super Bowl 60 ein!
Die Highlights:
Ken Walker machte da gegen die Rams weiter, wo er gegen die Niners aufgehört hatte: Er lief einfach für einen Touchdown!
All eyes on K9 👀 2 yards to the house. @Kenneth_Walker9
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— xz* – Seattle Seahawks (@Seahawks) January 25, 2026
Sam Darnold auf JSN, diese Touchdown-Connection funktioniert nicht nur in der Regular Season, sondern auch in den Playoffs!
Guess who?! JSN.
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Einmal einen Schuss Jake Bobo für den Touchdown? Ja, bitte!
MORE BOBO: NFC CHAMPIONSHIP EDITION
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— xz* – Seattle Seahawks (@Seahawks) January 26, 2026
Es dauerte bis zum NFC Championship Game, bis Cooper Kupp seinen ersten Touchdown für die Seahawks im Lumen Field fing.
COOPER KUPP COMES THROUGH.
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Das Wichtigste:
- Seahawks-QB Sam Darnold: Es war die Frage, die alle Experten vor dem Spiel hatten: Kann Sam Darnold die großen Partien gewinnen? Und die Antwort nach diesem NFC Championship Game ist klar: JA! Denn in einem Duell, in dem die viel gelobte Seahawks-Defense nicht ihren besten Tag hatte, war es der QB, der sein Team auf den Rücken nahm und von 36 Pässen 25 anbrachte, für 346 Yards (Franchise-Rekord in einem Championship Game), drei Touchdowns und keinen Turnover. Mehr brauchen wir an dieser Stelle nicht zu sagen.
- Seahawks-WR Jaxon Smith-Njigba: Auf den Skill-Positionen war es das WR-Duell zwischen JSN und Puka Nacua, das das Spiel bestimmte. Die beiden besten Receiver der NFL versuchten sich an diesem Abend in Seattle in Sachen Yards gegenseitig zu übertreffen. Am Ende hatte Nacua zwar mehr Yards als Jaxon, doch der stand schließlich mit 10 Catches für 153 Yards und einem Touchdown auf dem Score-Sheet. Und das in einem Championship Game hinzubekommen, ist nur mit einem Wort zu beschreiben: Elite.
- Seahawks-CB Tariq Woolen: Emotionen gehören im Sport dazu, aber was sich der Passverteidiger der Seahawks leistete, als er den Rams im dritten Quarter neues Leben schenkte, wird für immer sein Geheimnis bleiben. Nach einem Passbreakup bei 3rd Down fauchte Woolen LA’s-Ersatzbank an, und statt eines Punts gab er den Rams ein neues 1st Down und wurde im nächsten Play direkt für einen Touchdown zu schlagen. Hier lag es ausschließlich an dem Cornerback, dass das Spiel bis zum Ende unnötig spannend blieb.
- Seahawks-LB Drake Thomas lief im vierten Viertel verletzt vom Platz und wurde durch LB Tyrice Knight ersetzt. Thomas kehrte auch nicht mehr ins Spiel zurück.
- „We don’t care!“ Seahawks-Head Coach auf die Frage, ob es für die Seahawks eine große Sache war, auf dem Weg in den Super Bowl die 49ers und die Rams geschlagen zu haben.
Das Fazit:
Was ist hier anderes zu sagen, als dass die Seattle Seahawks in zwei Wochen in Santa Clara, im Stadion eines der größten Erzrivalen, um die Vince Lombardi-Trophy spielen! In einem absolut hochklassigen Schlagabtausch mit den LA Rams setzten sich Sam Darnold und Co. im heimischen Lumen Field durch und krönten sich zum 2025er NFC Champion. Dabei war es gerade der oft gescholtene Quarterback, der keinen einzigen Fehler machte und sein Team mit Hilfe von wahnsinnig guten Einzelspielern, einem außergewöhnlichen Coaching-Staff und den besten Fans der Welt in den vierten Super Bowl der 50-jährigen Franchise-GGeschichte führte!
Ausblick: Im Super Bowl 60 spielen die Seattle Seahawks am 9. Februar 2026 um 0.30 Uhr gegen die New England Patriots.












