Preview: Regular Season 2018 (Week 9) – Chargers @ Seahawks

Knapp einen Monat nach der Heimniederlage gegen die Los Angeles Rams begrüßen die Seattle Seahawks in Woche 9 der Regular Season mit deren Stadtrivalen aus der AFC wieder einen Gegner im CenturyLink Field. Philip Rivers und seine Chargers (5-2) kommen gut vorbereitet und erholt aus ihrer Bye Week nach Seattle. Mit dem Gegner aus LA geht es gegen eine der bisher stärksten Mannschaften der NFL. Durchschnittlich knapp 28 erzielte Punkte machen die Offensive der Chargers zu einer Top-10-Mannschaft in dieser Kategorie – eine harte Prüfung für Bobby Wagner und Co.

Auch die Defensive der Chargers um Coordinator Gus Bradley (DC der Seahawks bis 2012) ist solide (23,3 zugelassene Punkte; Platz 13) und mach die Blitze zu einem der ausgeglichensten Teams der NFL. Ein Sieg der Seahawks wäre nach dem beeindruckenden Auswärtserfolg in Detroit ein weiteres Ausrufezeichen und würde die Playoff-Chancen massiv erhöhen.

Was sind die Schlüssel zum Sieg? Und wird Seattles überraschend starke Defensive auch in der Lage sein, die Offensive um Quarterback Rivers und Runningback Melvin Gordon zu bändigen?

Das Spiel:

  • Kickoff ist am Sonntag um 22.05 Uhr deutscher Zeit.
  • Austragungsort ist das CenturyLink Field in Seattle, Washington (67.000 Plätze).
  • Übertragen wird die Partie ausschließlich über den NFL GamePass.
  • Schnellcheck: Los Angeles Chargers

Der Injury Report:

Die Matchups:

Chargers-QB Philip Rivers vs. Seahawks-Passverteidigung Philip Rivers ist bereits 36 Jahre alt und spielt in dieser Saison seinen statistisch besten Football. Knapp 70 Prozent seiner Pässe fanden bisher einen Passempfänger. 17 Touchdowns bei nur drei Interceptions gehören zu den Top-Werten aller Passgeber. Dank einer guten Offensive Line um Left Tackle und Ex-Seahawk Russell Okung nimmt Rivers Woche für Woche gegnerische Passverteidigungen auseinander. Nur zehn Mal in sieben Spielen wurde Rivers in dieser Saison zu Boden gebracht. Zum Vergleich: Die starke O-Line der Rams und die immer besser werdende Line der Seahawks ließen 17 beziehungsweise 22 Sacks zu. Auf den Pass Rush der Seahawks kommt daher eine enorm wichtige Aufgabe zu. Gelingt es nicht, den Quarterback der Chargers konstant unter Druck zu setzen, könnte Seattle ähnlich wie gegen die LA Rams durch die Luft auseinander genommen werden.
Rivers könnte einen kleinen Vorteil gegenüber anderen Quarterbacks haben, die bereits gegen die Defensive der Seahawks ran mussten. Aus Trainingseinheiten kennt er die Schwächen der Defensive von Pete Carroll wohl ziemlich gut, da die Chargers mit Gus Bradley, dem ehemaligen Defensive Coordinator der Seahawks, ein sehr ähnliches System spielen. Ein Augenmerk sollte auch auf Cornerback Shaquill Griffin liegen, der in seinem zweiten Jahr ist. In den letzten Wochen machte er Fehler, die man von ihm im zweiten Jahr eigentlich nicht mehr erwartete, und knüpfte nicht an die guten ersten Eindrücke vom Anfang der Saison an.

Seahawks-Front Seven vs. Chargers-Runningbacks: Melvin Gordon und Austin Ekeler, ein Undrafted Free Agent aus dem Vorjahr, sind in diesem Jahr nach Yards und Touchdowns das gefährlichste Runningback-Duo der NFL. Gordon ist zwar die Nummer eins im Backfield und bekommt mehr Carries, doch Ekeler erhält durchaus auch einige Chancen für Big Plays. Gordon kommt auf 5,1 Yards pro Lauf, was 466 Yards ergibt, während Ekeler auf überragende 5,8 Yards pro Lauf und 305 Yards kommt. Darüber hinaus ist Gordon der Spieler mit den zweitmeisten Catches im Team (30). Insgesamt kommen die beiden Spieler im Passspiel auf zusammen 512 Yards und sechs Touchdowns – besser als die Werte von Top-Receiver Keenan Allen (506 Yards, ein Touchdown).
Die Laufverteidigung um Jarran Reed wird eine schwierige Aufgabe gegen eine hervorragende Offensive Line der Chargers haben. Daher ist die Rückkehr von K.J. Wright, der in der vergangenen Woche bereits einen guten Eindruck hinterließ, so immens wichtig. Die Herausforderung für die Front Seven, das beste Läufer-Duo der Liga auszuschalten, ist einer der wichtigsten Schlüssel zum Sieg.

Seahawks-QB Russell Wilson vs. Chargers-Secondary: 158,3 – dies war das perfekte Passer Rating von Russell Wilson gegen Detroit. Obwohl er zum Aufschrei vieler Fans der Seahawks nicht den Titel als NFC Offensive Player of the Week gewann, kann er sich damit motivieren, daran gegen die Chargers anzuknüpfen und jetzt erst recht zu zeigen, warum er in dieser Saison mal wieder zu den Top-Quarterbacks gehört. Und das gegen eine gute Secondary der Chargers. Aus der sollten vor allem zwei Spieler genannt werden: Shutdown-Cornerback Casey Heyward und Rookie-Safety Derwin James. James konnte bereits 3,5 Sacks verbuchen und ist ein guter Blitzer. Darüber hinaus ist er sehr vielseitig einsetzbar und konnte schon eine Interception verzeichnen. Die Aufgabe wird nicht leicht für Wilson, doch gerade gegen ein Team wie die Chargers ist für Fehler seitens Wilson kein Platz.

X-Faktor Turnover: Wer den “Turnover-Kampf” gewinnt, geht meistens auch als Sieger vom Platz. In diesem Bereich gehören Seattle und Los Angeles  mit einer Differenz von +10 (Seattle) und +5 (LA) zu den besten Teams der Liga. Enge Spiele, wie dieses wohl eines werden wird, könnten aufgrund eines Turnover entschieden werden.

Fazit:

In den kommenden vier Spielen stehen viele schwierige Duelle mit sehr guten Mannschaften an, zu denen auch die Chargers gehören. Danach wird man sagen können, zu was die Seahawks in diesem Jahr in der Lage sind, da die Siege (außer Detroit) gegen eher schwache Teams kamen. Die Chargers verloren gegen die starken Rams und Chiefs, während die teilweise glücklichen Siege gegen vorwiegend schwache Mannschaften kamen. Der Heimvorteil könnte am Ende den Ausschlag zugunsten der Seahawks geben.

Prognose: Die Seahawks gewinnen gegen die Chargers knapp mit 28:24.

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