Preseason-Vorschau 2017: Tight End

In weniger als zwei Wochen beginnt für die Seattle Seahawks mit dem Auswärtsspiel in Green Bay die Regular Season. Höchste Zeit für unsere nächstes Position-Preview. Weiter geht es mit den Tight Ends.

Abgänge:

Brandon Williams (Indianapolis Colts)

Zugänge:

keine

Vertragsverlängerung:

Luke Willson – 1 Jahr

Jimmy Graham:

Mit Jimmy Graham verfügen die Seahawks über einen der besten Tight Ends der NFL. Vergangene Season erzielte Graham 66 Catches für 923 Yards und 6 Touchdowns. Trotz dieser Zahlen gibt es immer wieder stimmen, die mit der Leistung von Graham bzw. wie er von Offensive Coordinator Darrell Bevell eingesetzt wird, nicht zufrieden sind. Die Kritik ist zum Teil sogar berechtigt.

Jimmy Graham wurde vor allem nach Seattle geholt um Russell Wilson eine effektive Waffe in der Redzone an die Hand zu geben. Aber gerade in der Redzone ist Jimmy Graham noch nicht die erhoffte Verstärkung für die Offense der Seahawks. In den vergangenen zwei Jahren fing Graham in der Redzone nur 36 Prozent der Pässe, die in seine Richtung geworfen wurden. Die niedrigste Quote unter den Tight Ends der NFL. In Zahlen bedeutet dies, dass Graham in 27 Spielen nur 9 Catches in der Redzone sowie fünf Touchdowns vorweisen kann. Zu wenig für den höchstbezahltesten Tight End der Liga.

Trotz der Probleme in der Redzone ist Graham ein wichtiger Teil der Seahawks Offense. Mit seinen 923 Receiving Yards war Graham vergangene Season der 2. beste Receiver der Seahawks. Nachdem er sich im November 2015 eine schwere Knieverletzung (Torn PCL) und die komplette Offseason 2016 im Reha-Training verbracht hat, ist seine Leistung im Grunde nochmals höher zu bewerten. Zudem muss erwähnt werden, dass Graham sich im Run-Blocking als auch in der Pass-Protection weiterentwickelt hat.

Für die kommende Season hoffen die Seahawks, dass Jimmy Graham an die vergangene Season anknüpfen und endlich die erhoffte Verstärkung in der Redzone wird. Vor allem der Aspekt, dass Graham und Wilson sich zum 1. Mal eine komplette Offseason zusammen vorbereiten und an ihrem Timing arbeiten konnte, wird als sehr relevant beurteilt. Für Jimmy Graham geht es in diesem Jahr nicht nur um den sportlichen Erfolg, sondern auch um einen neuen Vertrag. Sein derzeitiger Vertrag, der mit 10 Mio. gegen den Salary Cap zählt, läuft nach der kommenden Season aus.

Im Schatten des Jimmy Grahams

Neben Jimmy Graham stehen mit Luke Willson sowie Nick Vannett werden zwei weitere Tight Ends den Sprung auf das 53-Roster schaffen. Mit Steve Donatella und dem ehemaligen Quarterback der Texans Longhorns Tyrone Swoopes stehen derzeit noch zwei weitere Tight Ends auf dem Roster. Ihre Chance den Cut am nächsten Wochenende zu überstehen sind allerdings sehr gering.

Mit Luke Willson, der etwas überraschend in der Offseason einen neuen Einjahresvertrag in Seattle unterschrieb und während der Free Agency bei keinem anderen Team unter kam, verfügen die Seahawks über einen Tight End, der sowohl im Run- als auch im Pass-Blocking solide Leistungen vorweisen kann. Seine vergangene Season war vor allem von Verletzungen geprägt, die dazu führten, dass nur in 11 Spielen zum Einsatz kam.

Nick Vannett geht in seine 2. NFL-Season und soll in diesem Jahr die Rolle von Brandon Williams einnehmen, der das Team in der Offseason verlassen hat. Vannett wurde 2016 in der 3. Runde der Draft als klassischer Y-Tight End gepickt. Auch er hatte in seinem 1. Jahr vor allem mit der Verletzungen zu kämpfen, die ihm vor allem zum Anfang der Season zurückgeworfen und seinen Start in die NFL-Karriere erschwert haben.

Fazit:

Aufgrund der Tiefe bei den Wide Receivern und Running Backs, ist davon auszugehen, dass zum Start der Regular Season nur drei anstatt vier Tight Ends auf dem Roster der Seahawks stehen werden. Mit Graham verfügen die Seahawks über einen der besten Tight Ends der Liga, der vor allem im Passing Game die gegnerische Defense vor Probleme stellen kann. In der kommenden Season könnte vor allem Graham von einem fitten Russell Wilson, einer leicht verbesserten Offensive Line sowie einer kompletten Offseason, in der kein Reha-Programm absolvieren musste profitieren. Vielleicht klappt es dann bereits gegen Green Bay auch besser in der Redzone.

Dahinter folgen mit Willson und Vannett, die von ihren Anlagen ihre Stärken eher im Blocking haben und somit eher die klassische Rolle des Tight Ends einnehmen.

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