Preseason-Vorschau 2017: Safety

In etwa einer Woche beginnt für die Seattle Seahawks die Regular Season 2017. Damit Seattle gegen die Green Bay Packers um Aaron Rodgers bestehen kann, müssen vor Allem die Safeties um Earl Thomas, Kam Chancellor und Co. Topleistungen abliefern. Voraussetzung dafür ist, dass beide verletzungsfrei bleiben, was in der abgelaufenen Saison zu einem Leistungseinbruch der gesamten Defense gegen Ende der Saison führte. Wie es um die qualitativ wohl bestbesetzte Positionsgruppe bei den Seahawks aktuell steht, soll daher nun geklärt werden. Dabei werfen wir einen Blick auf die aussichtsreichsten Kandidaten auf einen Roster-Spot. Sollte es hinsichtlich dessen noch einen Überraschungskandidat geben, werden wir diesen noch nachträglich vorstellen.

Bereits in einem vorangeganenem Beitrag wurde auf die Bedeutung von Earl Thomas für die Seattle Seahawks eingegangen. Man könnte den Free-Safety als den wichtigsten Spieler der gesamten Defense bezeichen, da er sowohl gegen den Pass als auch gegen den Lauf kaum Big Plays zulässt. In seiner verletzungsbedingten Abstinenz sank die Leistung der Defensive jedoch stark: Es wurden keine Interceptions mehr in den restlichen sechs Spielen (inklusive Playoffs) verbucht und es wurden mehr Punkte pro Spiel zugelassen. Bis zu seiner Verletzung in der vergangenen Saison hatte Seattle ligaweit im Schnitt die wenigsten Punkte (17) zugelassen. Danach ließ man 24,5 Punkte pro Spiel in den restlichen vier Spielen zu. Der All-Pro Safety ist nun nach langer Regeneration in der Offseason auf dem Weg der Besserung und wird aller Wahrscheinlichkeit nach in Woche 1 starten können, was sehr positiv stimmen lässt. Schon in der Preseason hinterließ er bei seinen Einsätzen einen sehr guten Eindruck und seine Performance macht Mut.

Kam Chancellor, sein Pendant auf der Position des Strong Safety, ist ebenfalls ein sehr wichtiger Spieler für die Defense der Seahawks. In der Offseason unterzog sich Chancellor einer „Clean-Up-OP“ an beiden Knöcheln und ist jetzt ebenfalls bereit in Woche 1 gegen Green Bay zu starten. Darüber hinaus unterschrieb er kürzlich einen neuen Vertrag bis 2020, jedoch könnte Seattle ihn nach der Saison 2018 relativ günstig entlassen, da noch nicht klar ist, ob Chancellor noch so lange auf einem Top-Niveau spielen kann. Chancellor ist auch deshalb so wichtig, weil er ein Führungsspieler ist und im Locker-Room als Veteran mit den Ton angibt. Außerdem ist er mit Earl Thomas seit Jahren ein sehr gut eingespieltes Duo. Abzuwarten bleibt jedoch, ob der alternde und immer verletzungsanfälliger werdende Chancellor über die gesamte Saison gesund bleiben kann. Ist dies der Fall, steht einer guten Saison von ihm Nichts im Wege.

Sein Backup wird aller Voraussicht nach Delano Hill, der im diesjährigen Draft von Seattle ausgewählt wurde. Er könnte die Zukunft Seattles auf dieser Position sein. Es ist fast schon sicher, dass der Drittrundenpick einen Platz im 53-er Kader haben wird zumal er in der Preseason gute Leistungen zeigen konnte. Von seinem Spielstil ähnelt er Chancellor und er hat das Potenzial, sich zu einem ähnlich gutem Spieler zu entwickeln, wenngleich Chancellor natürlich noch auf einem höheren Niveau spielt.

Bradley McDougald wurde in der Offseason unter Vertrag genommen und ist eine gute sowie sinnvolle Verstärkung, um Tiefe auf dieser Position zu schaffen. McDougald, der im letzten Jahr noch Starter war, sammelte 2016 91 Tackles, konnte zehn Pässe verteidigen sowie zwei Interceptions verbuchen. Beeindruckende Zahlen für einen scheinbaren Backup. Doch es könnte sein, das McDougald noch eine weitere Rolle in der Defense einnehmen könnte. Pete Carroll kündigte bereits an mehr in der sogenannten „Big-Nickel“ Formation spielen zu wollen. In dieser Verteidigungsvariante würden dann drei Safeties auf dem Feld stehen. Hierbei könnte McDougald dann die Rolle des Nickelbacks einnehmen und den gegnerischen Tight-End im Slot covern, was Miss-Matches verhindern soll, da ein großer, kräftiger Safety keine körperlichen Nachteile gegenüber einem Tight-End wie ein eher schmächtiger Cornerback hätte. Aber auch als Backup könnte man eine Verletzung von Thomas oder Chancellor durch ihn besser verkraften, da McDougald sehr vielseitig einsetzbar ist und sowohl Strong Safety als auch Free-Safety solide spielen kann.

Ein weiterer Rookie, der auch in der dritten Runde ausgewählt wurde ist Free-Safety Tedric Thompson. Im College war er als Ballhawk bekannt, der eine gute Reichweite hat und viele Interceptions vebuchen konnte. In der Preseason zeigte er Licht und Schatten. Gleich im ersten Spiel ließ er einen Touchdown zu und konnte trotz einer Interception, die ihm mehr oder weniger vor die Füße fiel nicht wirklich überzeugen und muss trotz des hohen Picks, der für ihn eingesetzt wurde noch um einen Platz im 53er Kader zittern.

Mit den wiedergenesenen Thomas und Chancellor haben die Seahawks das beste Safety-Tandem in der gesamten NFL. Es ist nur wichtig, das beide gesund bleiben beziehungsweise in den entscheidenden Phasen der Saison 100 % fit sind. Die Verpflichtung McDougalds ist momentan als sehr gut einzuschätzen, da er dieser Position die nötige Tiefe verleiht, die im letzten Jahr durch die Backups nicht gegeben war. Es gibt wohl auch kein Team, das in der Tiefe auf dieser Position so stark besetzt ist. Dazu tragen auch Delano Hill und Tedric Thompson bei, die sich hinter Chancellor und Thomas in Ruhe entwickeln können. Die Quarterbacks der NFL sollten sich gegen Earl Thomas, Kam Chancellor und Co. also warm anziehen.

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