NFL Draft 2017 – 1. Runde: Same procedure as every year

„Sorry, guys!“ – das waren die ersten Worte, die GM John Schneider nach der 1. Runde des NFL Draft 2017 an die Vertreter der lokalen Medien richtete. Die Seattle Seahawks hatten zuvor einen Downtrade mit den Atlanta Falcons und anschließend einen weiteren Downtrade mit den San Francisco 49ers durchgeführt und sich wieder einmal ohne einen Pick aus der ersten Nacht verabschiedet.

Spätestens nach der Hälfte der 1. Runde deutete sich ein möglicher Downtrade der Seahawks an. Zu viele Prospects, die im Vorlauf der Draft mit Seattle in Verbindung gebracht wurden, gingen nicht vom Draftboard, da zum Beispiel Teams wie die Chiefs und Texans Uptrades durchführten, um sich ihre potenziellen Franchise-Quarterbacks zu sichern. Eine weitere Überraschung war der frühe Run auf die Wide Receiver. Mit Corey Davis, John Ross und Mike Williams wurden drei WR in den Top 10 gedraftet.

Dies führte letztendlich dazu, dass es einen Rutsch auf den Draftboard gab. Eine Spieler, die im Vorfeld als Top 10-Picks gehandelt worden waren, fielen nach unten, sodass es im hinteren Teil ebenfalls zu Verschiebungen kam. Davon profitierten die Seattle Seahawks.

Der 26. Pick wurde für den First Rounder der Atlanta Falcons (31th overall), einen 3rd-Round Pick (95th overall), sowie einen 7th-Round Pick (249th overall) getradet. Wie John Schneider nach der 1. Runde bestätigte, war es geplant, dass man den 26. Pick tradet, sofern sich der Draft ungefähr so entwickelt, wie es sich das Front Office der Seahawks ausgemalt hat.

Der zweite Seahawks-Trade des Tages war im Vorfeld nicht geplant. Der 31. Pick wurde zu den 49ers geschickt und im Gegenzug erhielten die Seahawks den zweiten Pick in der 2. Runden (34th overall) sowie einen 4th-Round Pick (111th overall).

Vor allem der Trade mit den Falcons kann als gelungen betrachtet werden. Mit einem weiteren 3rd-Round Pick konnte das Front Office einen weiteren Pick einsammeln, der bei einem möglichen Uptrade am zweiten Tag des Draft sinnvoll sein kann. Wie sinnvoll der Trade mit den 49ers war, wird sich erst noch zeigen. Mit den 31. Pick holten die 49ers LB Reuben Foster, der auch bei den New Orleans Saints, die den 32. Pick inne hielten, hoch im Kurs stand. Anstatt Foster holten die Saints dann OT Ram Ramczyk aus Wisconsin. Mit diesen Pick haben viele Experten nicht gerechnet und es wäre keine große Überraschung, wenn unser FO ebenfalls von diesen Pick überrascht wurde. Ramczyk war ein wahrscheinlicher Kandidat für den 34. Pick.

Wie geht es an Tag 2 der NFL Draft weiter?

Eins ist schon mal sicher: Die Seahawks werden am zweiten Tag des Draft neue Spieler in ihren Reihen begrüßen dürfen, das steht fest. Insgesamt haben die Seahawks in der 2. und 3. Runde sechs Draft Picks zur Verfügung:

  • 2nd Round: 34th overall & 58th overall
  • 3rd Round: 90th overall, 95th overall, 102th overall & 106th overall

Kein Team in dieser Draft verfügt dieses Jahr über mehr Picks in Runde 2 und 3. Dass sechs Picks in diesen beiden Runden viel sind, zeigt auch ein Blick in die Historie. Das letzte Teams, dass so viele Draftpicks in Runde 2 und 3 hatte, waren die New England Patriots im Jahre 2009.

Sechs Picks bedeuten nicht zwingend sechs Spieler. Es ist viel eher davon auszugehen, dass es von den Seahawks einen Uptrade geben wird, um sich den Wunschspieler zu holen. Vor allem ist davon auszugehen, dass es spätestens Mitte der 2. Runde einen Run auf die verbleibenden Cornerbacks geben wird. Mit den erworbenen Picks verfügt das FO über genug Munition, um hier aktiv mitzuspielen.

Welche Prospects sind noch verfügbar und mögliche Kandidaten für die Seahawks?

An erster Stelle sind hier die verbleibenden Offensive Line-Talente zu nennen. OG Forrest Lamp und OT Cam Robinson. Da mit den Green Bay Packers nur ein Team vor den Seahawks auswählt, wird mindestens ein OL-Prospects verfügbar sein.

Sofern die Seahawks den 34. Pick in die Verstärkung der Secondary investieren wollen, sind hier vor allem Kevin King (Washington), Quincy Wilson (Florida), Ahkello Witherspoon (Colorado) oder auch Sidney Jones (Washington) zu nennen.

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