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Enttäuschung auf ganzer (Offensiv-)Linie?

Blickt man auf die gerade zu Ende gegangene NFL-Saison zurück und sucht nach Gründen, warum die Seattle Seahawks das zweite Jahr in Folge in der Divisional Round gescheitert sind, erscheinen zwei Faktoren maßgeblich: Zum einen die Verletzungen von Schlüsselspielern wie Earl Thomas und Russell Wilson, zum anderen das schlechte Spiel der Offensive Line. Insbesondere die Verletzungen des Quarterbacks und der permanente Druck auf ihn haben zu mehreren Niederlagen gegen schwächere Teams geführt, ohne die man eine Chance auf den 2. Setzplatz in der NFC gehabt hätte. Und was mit dem Heimvorteil in Seattle möglich ist, haben wir in den erfolgreichen Saisons 2013 und 2014 gesehen.

Die Seahawks starten in die Offseason 2017

Zwei Wochen nach Super Bowl LI wollen wir voraus schauen und uns mit der anstehenden Offseason beschäftigen. Das Front Office der Seattle Seahawks muss in den kommenden Wochen und Monaten wichtige Entscheidungen treffen, um auch in den nächsten Jahren ein konkurrenzfähiges Team auf das Spielfeld stellen zu können. Die Ausgangslage des Teams aus dem Pacific Northwest werden wir zu Beginn der Offseason an dieser Stelle ausführlich besprechen.

Hat sich Stephen Hauschka ins Aus gekickt?

Am Donnerstagabend kam aus Seattle die Nachricht, dass die Seahawks Kicker Blair Walsh unter Vertrag genommen haben. Richtig – den Blair Walsh, der dem Team aus dem Pacific Northwest im Januar 2016 zum Weiterkommen in den Playoffs verholfen hatte, indem er den vermeintlichen Game Winner für Minnesota links neben die Stangen setzte. In der darauffolgenden Saison, die vor wenigen Tagen zu Ende ging, wurde Walsh von den Vikings nach Week 12 entlassen. Nun findet er sich im Kader der Franchise wieder, deren Weiterkommen er ein Jahr zuvor mit seinem Fehlschuss maßgeblich beeinflusst hatte. Mit Walsh kommt die Frage auf, wie es nun mit Stephen Hauschka weitergeht, der ebenfalls keine einfache Saison hatte.

Vogelperspektive #1: Alles auf Anfang

Wie beginnt man etwas Neues, wenn das Vergangene noch gar nicht richtig überwunden ist? Diese Frage, die sich jeder von uns schon einmal gestellt haben dürfte, findet sich in allen Lebensbereichen. Vor allem aber ist sie verbunden mit dem Sport. „Wie geht es weiter?“ steht auf einem kleinen Aufkleber in Form eines Footballs unter dem Spielbericht des ersten Preseason-Spiels. Schon etwas größer, vielleicht mit Edding geschrieben, prangen die Wörter über einem Spielergebnis in der Midseason. In demselben Maße, in dem sich die Regular Season ihrem Ende nähert, vergrößern sich die Buchstaben. Bemerkenswert dabei ist, dass sich alle Teams die gleiche Frage stellen. Jene am Tabellenende, weil sie sich aus der Misere wünschen, jene in der Mitte, weil sie doch noch den Sprung in die Playoffs schaffen wollen und jene an der Spitze, weil Zweiter werden eben noch nie gereicht hat. Das letzte Spiel ist noch gar nicht beendet, da rufen die Fans schon nach neuen Trainern, neuen Spielern und überhaupt einer anderen Einstellung. Das ist in allen Sportarten so – es sei denn natürlich man wird Meister, Pokalsieger oder gewinnt wie im American Football den Super Bowl.

Earl Thomas – Abfangjäger am Boden

Die No-Fly Zone, zu deutsch Flugverbotszone, ist ein Luftraum, in dem aus militärischen Gründen sämtliche Flugbewegungen von Luftfahrzeugen verboten sind. Die Secondary der Seattle Seahawks war in den vergangenen Jahren dafür bekannt, in ihrem Hoheitsgebiet ein solches Gebiet einzurichten, das es dem Gegner schwer machte, durch die Luft die Endzone zu erreichen. Wenn ein tiefer Ball beim gegnerischen Receiver zu landen drohte, war Free Safety Earl Thomas für das Team aus dem Pacific Northwest als Abfangjäger zur Stelle und unterband den Passversuch. Nach Thomas’ Ausfall jedoch schien das Flugverbot aufgehoben.

Recap: Postseason 2016 (Divisional Round) – Seahawks @ Falcons

Manch ein Beobachter mag nach der Divisional Round-Niederlage der Seattle Seahawks bei den Atlanta Falcons behaupten, kritische Situationen nahe der Goal Line ziehen sich wie eine tragische Konstante durch die jüngere Playoff-Geschichte des Teams aus dem Pacific Northwest. Diesmal war es die eigene Goal Line – und nicht die des Gegners – die Seattle zum Verhängnis wurde. Der Safety im 2. Quarter und die vorangegangene Strafe waren zwar nicht spielentscheidend, doch sie sorgten für den krassen Bruch im Spiel. Und dennoch darf das nicht die Szene sein, die Fans nach dem Ausscheiden im Kopf bleibt, sondern die Tatsache, dass die Seahawks im fünften Jahr in Serie zu den besten acht Teams der NFL gehören.

Preview: Postseason 2016 (Divisional Round) – Seahawks @ Falcons

Die Reise geht weiter. Nach einer soliden Performance gegen die Detroit Lions und den Einzug in die Divisional Round der Playoffs sind die Seattle Seahawks ihrem Ziel, dem Gewinn der zweiten Vince Lombardi Trophy, einen Schritt näher gekommen. Konnten die Jungs von Pete Carroll in der Wild-Card Round noch zu Hause antreten, müssen sie diese Woche bei den Atlanta Falcons im Georgia Dome um den Einzug ins NFC Championship Game kämpfen.

Das Spiel gegen die Atlanta Falcons ist die Neuauflage der Divisional Round aus dem Jahr 2013. Damals verloren die Seahawks und ihr Rookie-Quarterback Russell Wilson nach grandiosem Comeback bei auslaufender Uhr per Field Goal. Generell sind die Auswärtsspiele in den Divisional Playoffs kein gutes Omen für die Seahawks. Von acht Spielen konnten die Seahawks nur eine Partie für sich entscheiden. Es wird höchste Zeit etwas gegen diesen schlechten Record zu unternehmen. In unserem Preview erfahrt ihr, wie das dem Team gelingen kann.

Preview: Postseason 2016 (Wild-Card Round) – Lions @ Seahawks

Die schönste aller Jahreszeiten beginnt. Als Fan der Seattle Seahawks hat man sich inzwischen an weitere NFL-Spiele im Januar gewöhnt. Als selbstverständlich erachtet werden sollten sie aber auch nach fünf Playoff-Teilnahmen in Serie noch nicht. Denn wie immer gilt, dass die K.-o.-Runde ihre eigenen Gesetze hat. Das gilt auch, wenn am frühen Sonntagmorgen die Detroit Lions im CenturyLink Field von Seattle gastieren. In der Wild-Card Round müssen die Seahawks zeigen, dass sie heiß sind auf den Super Bowl. Hier die Vorschau in der Kurzform:

Preview: Regular Season 2016 (Week 17) – Seahawks @ 49ers

Nach der schmerzhaften Niederlage am Heiligabend wollen die Seahawks erfolgreich in das neue Kalenderjahr starten. An Neujahr gastieren sie bei ihrem alten Rivalen – den San Francisco 49ers. Für das Team aus der Bay Area, das sich vergangene Woche seinen zweiten Saisonsieg erkämpfte, ist es der Abschluss einer enttäuschten Runde. Auch wenn es für die 49ers nur noch um die Draft-Position geht, darf die Mannschaft von Chip Kelly nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Nichts würde den Niners und ihren Fans besser gefallen, als ihren alten Rivalen in die Suppe zu spucken. Eine Niederlage in Santa Clara würde zum einen die letzte verbleibende kleine Chance auf das First-Round Bye in den Playoffs eliminieren, sowie das schon angekratzte Selbstvertrauen der Seahawks weiter beschädigen.

Preview: Regular Season 2016 (Week 16) – Cardinals @ Seahawks

Schöne Bescherung! In diesem Jahr hat uns das Christkind ein Spiel unseres Lieblingsteams unter den Weihnachtsbaum gelegt. Die Seattle Seahawks empfangen an Heiligabend die Arizona Cardinals im CenturyLink Field. Noch vor einem Jahr wäre dies ein absolutes Spitzenspiel zwischen zwei dominanten NFC-Rivalen gewesen. Doch im Dezember 2016 ist nur noch die Mannschaft aus dem Pacific Northwest im Soll. Die Wüstenvögel werden erstmals unter Head Coach Bruce Arians zum Saisonende einen negativen Record haben. Bis auf Runningback David Johnson gibt es kaum einen Lichtblick in dieser Spielzeit. Ob die Seahawks es diesmal schaffen, die enttäuschenden und enttäuschten Cardinals zu besiegen, wird der Samstagabend zeigen.

Recap: Regular Season 2016 (Week 15) – Rams @ Seahawks

Möglicherweise hat uns Richard Sherman mit seinen Aussagen unter der Woche einfach sensibilisiert für das Thema Thursday Night Football. Doch vielleicht war das Spiel zwischen den Seattle Seahawks und den Los Angeles Rams tatsächlich ein weiteres Beispiel dafür, dass Begegnungen in der Nacht von Donnerstag auf Freitag nicht für hohe spielerische Qualität stehen. Zumindest traf die Bezeichnung “Poopfest” (zu deutsch: Kackveranstaltung) ganz gut zu auf das, was da auf dem Spielfeld im CenturyLink Field zu sehen war. Was am Ende zählt ist, dass das Team aus dem Pacific Northwest mit dem 24:3-Sieg die NFC West gewinnt und sich zum fünften Mal in Serie für die Playoffs qualifiziert. Alles andere arbeiten wir jetzt wie gewohnt im Rückblick auf.